OPAP: 40% Kurssturz - was ist passiert?

25. September 2012 -   -  Stefan Mohr

Der griechische Lotto- und Sportwettenanbieter OPAP, der auch in meinem Musterdepot enthalten ist, hat in den letzten Tagen eine grandiose Abwärtsbewegung hinter sich.

Von einem Hoch von ca. 6,40€ am 12.9. ist der Kurs auf jetzt 3,90€ gefallen. Also ein Verlust von rund 40% innerhalb weniger Tage. Was ist passiert? Hier mal eine kurze Zusammenfassung:

1. Von der EU wird eine Steuer auf den Bruttogewinn von 30% gefordert

Von der EU wird eine Steuer auf die Gross Gaming Revenues von OPAP von 30% für die Jahre 2013 bis 2020 gefordert. Für die Jahre 2020 bis 2030, für die 2011 Lizenzen erworben wurden, könnten weitere Lizenzzahlungen fällig werden, wenn die Gross Gaming Revenues besser als erwartet ausfallen.
Die Gross Gaming Revenues sind soweit ich das verstanden habe Spieleinsätze abzüglich Gewinnauszahlungen und Verkaufsprovisionen.

Unter diesen Vorraussetzungen hätte der Vorsteuergewinn von OPAP 2011 mit dieser Steuer bei ca. 380 statt bei 699 Mio. € gelegen, wenn ich mich nicht komplett verrechnet habe. Der Jahresüberschuss also, setzt man die gleiche Steuerquote an, bei rund 300 statt 537 Mio. €.

2. Das Monopol von OPAP wird von der EU in Frage gestellt

Laut einem Bericht stellt die EU das Monopol von OPAP wohl in Frage. Einen Blogbeitrag dazu gibt es auch von Mario auf Value Shares. Noch ist aber keine Entscheidung diesbezüglich gefallen.

Interessant wären die Folgen, wenn die EU wirklich entscheidet, dass das Monopol von OPAP fällt. Denn dafür wurden bereits Lizenzen vom griechischen Staat gekauft, die bis 2030 laufen. Was passiert, wenn der griechische Staat das nicht erfüllen kann? Nach meinem Verständnis müssten dann die Lizenzgebühren zurückgezahlt werden. Ob mein Verständnis auch in der Realität so funktioniert, ist aber vermutlich nicht sicher.

Die Frage ist auch, wie groß die Auswirkungen eines Monopolverlustes wären. Selbst wenn OPAP offiziell nicht mehr vor Konkurrenz geschützt ist, glaube ich nicht, dass es so einfach ist, einfach mal in den Markt einzusteigen und OPAP das Geschäft wegzunehmen.

3. 10% Steuern auf Lottogewinne ab 2013

Außerdem wird eine 10%ige Steuer auf Lottogewinne ab dem ersten Euro erhoben. Bisher war das wohl nur bei Gewinnen über 100€ der Fall. Es wird ein negativer Effekt auf den Umsatz erwartet, da gerade solche kleinen Gewinne oft von Spielern “reinvestiert” wurden. Und nun werden das eben 10% weniger sein.
Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass der Effekt auf den Umsatz von OPAP allzu bedeutend sein dürfte.

die aktuelle Informationslage ist dürftig

Zusammenfassend würde ich sagen, dass die Informationslage derzeit recht dürftig ist (oder ich nicht die passenden Informationen gefunden habe). Alle meine Informationen entstammen Sekundärquellen. Sprich Artikeln, Foren- und Blogkommentaren und ähnlichem. Ich möchte hier niemandem die Kompetenz ansprechen, aber ich verlasse mich am liebsten auf Primärquellen.

Allerdings bin ich mir relativ sicher, dass die Aussagen die ich hier getroffen habe so im Kern stimmen. Insbesondere die 30%-Steuer wird sicherlich kommen. Die Frage ist nur wann, und was genau die Bemessungsgrundlage ist.

Auswirkungen auf die Bewertung von OPAP

Nehmen wir mal die 300 Mio. € Jahresüberschuss an. Die Marktkapitalisierung beträgt rund 1250 Mio. €. Macht also ein KGV bezogen auf den theoretischen Gewinn 2011 von 4,2. Natürlich muss man auch noch einen möglichen Verlust des Monopols und einen möglichen Austritt von Griechenland aus der Eurozone, eine möglicherweise folgende Abwertung der neuen Währung und damit einen fallenden Jahresüberschuss in Euro bedenken.

Mir in der aktuellen Bewertung noch eine ganze Menge Spielraum für zukünftige negative Entwicklungen vorhanden zu sein. Welche negativen Entwicklungen noch kommen werden, kann ich aber schwer abschätzen.

Handlungsbedarf?

Die aktuelle Entwicklung reduziert den Wert von OPAP deutlich. Die Margin of Safety ist kleiner geworden. Gleichzeitig aber natürlich auch die Risiken. Denn negative Entwicklungen die bereits eingetreten sind, verlieren ihren Schrecken da sie kaum nochmal eintreten werden. Was überwiegt nun? Ich tue mich hier schwer mit einer Einschätzung und werde damit noch warten, bis genauere Informationen verfügbar sind. Hektik ist keine kluge Taktik, wenn man langfristig anlegen will.

war die Entscheidung, OPAP zu kaufen falsch?

Das ist eine schwierige Frage. Selbst mit den 0,72€ Dividende die ich bereits pro OPAP-Aktie erhalten habe, wäre ich bei einem Verkauf zum aktuellen Kurs in der Verlustzone.

Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass OPAP ein schlechtes Investment war. Vielleicht war es zum Kaufzeitpunkt mit den dort verfügbaren Informationen ein gutes Investment und ich habe nur Pech gehabt?

Natürlich weiß ich auch noch nicht, ob ich jetzt verkaufen werde. Das Risiko von steigenden Steuern war mir beim Kauf durchaus bewusst. Zu einem KGV von 7 oder 8 hätte ich OPAP niemals gekauft. Aber in der damaligen Bewertung schienen mir viele negative Entwicklungen eingepreist. Ich denke ich werde darüber nachdenken müssen, ob dies weiterhin gegeben ist. Wie gesagt werde ich dazu zunächst auf weitere Informationen warten, insbesondere eine Entscheidung der EU bezüglich des OPAP-Monopols wäre interessant.

Unabhängig wie das ganze ausgeht, werde ich aber auch nochmal darüber nachdenken, ob der OPAP-Kauf eine gute Entscheidung war. Wesentliche Veränderungen machen eine Unternehmensbewertung schwierig. Und wesentliche Veränderungen aufgrund von Regulierungen der EU waren bei OPAP zu erwarten. Auf der anderen Seite ist Unsicherheit keinesfalls mit Risiko gleichzusetzen, wie im Buch Dhando-Investor von Mohnish Pabrai sehr gut beschrieben wird. Ein Investment mit großen Unsicherheiten kann bei einem niedrigen Preis trotzdem ein sicheres Investment darstellen, wenn nur eine gewisse Downside Protection vorhanden ist. Ist so etwas bei OPAP vorhanden? Ich würde sagen schon.

  • Die Griechen werden wohl kaum aufhören Lotto zu spielen und zu wetten
  • OPAP ist der größte Player im griechischen Markt, auch ein Verlust des Monopols wird das so schnell nicht ändern
  • geringe Verschuldung und stabil positive Cashflows lassen eine Insolvenz kaum vorstellbar erscheinen (es mag sein dass die Cashflows geringer werden, aber Verluste wird OPAP wohl nicht machen)

Einen Totalverlust sehe ich so gut wie ausgeschlossen. Ob OPAP nun als sicheres Investment einzustufen ist, hängt von den zukünftigen Gewinnen ab. Sollte ich diesbezüglich in den nächsten Monaten zu einer sinnvollen Einschätzung kommen, werde ich OPAP halten oder gar nachkaufen, wenn meine Einschätzung positiv genug ist. Sollte meine Einschätzung eher negativ sein oder ich zu keinem Ergebnis kommen, werde ich OPAP verkaufen.

weitere Artikel zu OPAP: Aktienanalyse OPAP

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Kommentare [25]

  1. Kai · 25. September 2012, 13:36 · #

    Ich halte mich normalerweise von ausländischen Aktien fern, besonders wenn ich die Landessprache im Hauptsitz nicht verstehe. Also, US oder UK Aktien gehen ja noch. Aber China, Griechenland, Portugal: Da ist mir das Risiko zu groß, dass die lokalen Investoren einen deutlichen Informationsvorsprung haben. Reines Value-Investing funktioniert nicht immer, weil man eben aus der Bilanz und der Vergangenheit nicht immer treffsicher auf die Zukunft schließen kann.

  2. Flojo · 25. September 2012, 13:50 · #

    Hallo Stefan,

    ich glaube nicht, das du mit deiner Entscheidung falsch lagst. Bei dem derzeitigen kurs und aktuellen KG von 2,4..wenn man die Steuer draufzieht 4,2 wie du richtig geschrieben hast, kenne ich kaum billigere Aktien.
    Mein Entscheidung für das Investment fiel darauf:
    -Monopol
    -Stetige Gewinne (trotz 3te Jahr Rezession in Griechenland)
    -stetige hohe Div.zahlung
    -Wettbewerbsvorteile

    Wie gesagt, unter meiner Bewertung nach der Value Methode und den neuen Voraussetzungen, komme ich immer noch auf einen inneren Wert von 10€. Mal ganz davon abgesehen hat sich im Gegenzug mein anderer Kandidat Follie Follie prächtig entwickelt und 40% plus gemacht, in der Zeit, in der OPA 40% verloren hat.

  3. — Martin · 25. September 2012, 14:46 · #

    Folli Follie hatte ich auch. Das liegt momentan ein bisschen daran, dass die Duty Free shops wieder rausgelöst und in ein JV eingebracht werden sollen. Details stehen noch aus, Verhandlung läuft. Ich habe beim aktuellen Kurs mit 100% Gewinn verkauft und warte jetzt ab, was dabei raus kommt und entscheide dann, ob ich wieder einsteige. Bin auch gespannt auf die nächsten Zahlen, ob die Entwicklung in China weiter so rosig bleibt.
    http://www.ase.gr/content/en/Announcements/CompaniesPress/press.asp?press_id=158372

    Bei OPAP gibt es nicht nur eine Steuer auf den Umsatz, sondern auch auf die Gewinne. Zudem steht noch die Entscheidung zum Monopol aus. In einer Rezession kann man imho auch auf Glücksspiele verzichten und die Zahlen waren doch auch leicht rückläufig. Dennoch die Bewertung ist nicht allzu hoch, aber was passiert mit dem Kurs wenn der Staat mal verkaufen will? Die Dividende dürfte dann wohl gekürzt werden im nächsten Jahr.

    @Kai: Auch in Deutschland rechne ich damit, dass Profi-Anleger einen kurzfristigen Informations-Vorteil mir gegenüber haben, da ich nicht rund um die Uhr am PC sitze.

  4. — Bucur · 26. September 2012, 18:09 · #

    Die griechische Eurobank hat ihre Einschätzung zu OPAP aktualisiert:

    http://www.eurobankequities.gr/Images/Research-(1)/Large-Caps/OPAP_2012-09-21.aspx

  5. — chaka · 26. September 2012, 20:08 · #

    Meine Einschätzung:
    http://value-shares.de/archives/90

  6. — bb · 29. September 2012, 18:45 · #

    Da bin ich aber froh, dass ich auf MMIs Bedenken eingegangen bin. Ich hatte auch OPAP bin aber dann auf das RBS Euro Periphery Value Select Zertifikat umgestiegen.

  7. — richard · 4. Oktober 2012, 11:13 · #

    Some news today:

    EC finds Greece’s OPAP exclusive rights and exclusive VLT license contain no state aid after amendments

    http://www.balkans.com/open-news.php?uniquenumber=158610

  8. Stefan Mohr · 4. Oktober 2012, 12:56 · #

    Thx for the news Richard! So it seems the monopoly of OPAP until 2030 is ok for the EU…

  9. — richard · 4. Oktober 2012, 14:05 · #

    I am not so sure. The other article below seems to imply that the monopoly issue is not yet over.

    http://www.businessweek.com/news/2012-10-03/opap-monopoly-extension-license-get-eu-green-light-on-aid

  10. — Camiro · 12. November 2012, 12:25 · #

    Hallo Stefan,

    wie du schon geschrieben hast, ist die Datenlage bei Opap sehr unklar. Vielleicht weißt du oder die Community zu ein paar Punkten Näheres:

    1. Weiß jemand, was genau besteuert werden soll? Wenn ich die Artikel richtig deute, dann soll der Bruttogewinn mit 30% besteuert werden. Das waren 2011 rund 850 Mio € und würde zu einer Reduzierung des Vorsteuergewinns von (850*0,3=255 Mio) führen. Abzüglich operativer Kosten, plus Finanzergebnis ergibt nach meiner Ansicht ein Vorsteuergewinn von 444 Mio.
    Wie kommst du aber auf einen Vorsteuergewinn von 380 Mio?

    2. Weiß jemand, welchen Steuersatz man bei Opap ansetzen kann und warum der in den vergangen Jahren auf aktuell 20% gesunken ist?

    3. @Erstattung Lizenzgebühren:
    In diesem Artikel steht, http://www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite2_1_19/09/2012_462095,
    dass die Lizenzgebühren fürs Monopol in Höhe von 375 Mio mit den neuen Steuern in Höhe von 30% verrechnet werden.

    4. Was Opap aus meiner Sicht zusätzlich interessant macht,ist, dass es bei der Bewertung einen Katalysator gibt. Die Einnahmen aus den 34000 Video Lottery Terminals werden in den nächsten 10 Jahren voraussichtlich einen starken Gewinnbeitrag liefern.

    Wie groß ist dieser Effekt aber?

    Laut Unternehmenspräsentation vom Juli 2012 (Seite 23)( findet man auf der Homepage von Opap unter Company Presentation) rechnet das Unternehmen damit, dass die VLTs langfristig den größten Teil zum Gewinn (EBITDA)beisteuern werden. Aktuell liefert Kino mit 48,5% des Bruttogewinns (Seite 9 des Infoblattes) den größten Beitrag. Das würden also mehr als (48,5%*850 Mio=412 Mio) an zusätzlichem Bruttogewinn bedeuten.

    Grobe Einschätzungen über den zusätzlichen Gewinneffekt aus den VLTs kann man auch anhand dieses Artikels vornehmen, der ein paar Hintergrundinformationen über die Einführung der VLTs in Italien bietet:

    http://www.ft.com/cms/s/2/2827f4a8-8871-11e0-a1c3-00144feabdc0.html#axzz2BxWcCtKk

    Eine grobe Orientierung für die Investitionsausgaben für die VLTs liefert auch dieser Text, wo man Näheres zu den Anschaffungskosten und Leasingkosten bei VLTs erfährt:

    http://marylandlottery.wordpress.com/tag/video-lottery-terminals/

    Dabei gibt es natürlich viele Unklarheiten und Opap lässt einen auch hinsichtlich vieler Punkte im Dunkeln. Unter anderem: – Wo werden die VLTs aufgestellt? – Mit welchen Margen erwartet das Unternehmen die VLTs betreiben zu können? – Wie hoch wird die Ausschüttungsquote bei den VLTs sein? – Wie hoch sind die Lizenzgebühren und Vorabzahlungen die die Drittanbieter für die 18500 VLTs, die nicht direkt von Opap betrieben werden dürfen, an Opap entrichten müssen?

  11. Stefan Mohr · 12. November 2012, 18:01 · #

    Hallo Camiro,

    1. also die 444 Mio. € Vorsteuergewinn sollten stimmen… wie ich auf 380 komme weiß ich auch grad nicht (Notiz für mich selbst: Rechenweg mit aufschreiben, vergisst man schnell…)

    3. Ja, das hatte ich auch schon woanders gelesen. Sprich die Annahme von 444 Mio. € ist eigentlich zu pessimistisch (Wenn man Veränderungen der Gross Gaming Revenues außen vorlässt)

    4. Ist tatsächlich sehr interessant. Die Aussage Highest contributor to OPAP’s EBITDA in the long-term (bezogen auf die VLTs) in der Company Presentation hatte ich bisher noch garnicht gesehen

    Vielen Dank für die vielen Informationen und interessanten Links!

  12. — sebastian · 24. November 2012, 14:38 · #

    An OPAP sieht man wie unberechenbar politisches Risiko ist. Interessant ist aber, dass selbst nach einer Art worst case die Aktie immer noch relativ billig ist, d.h. dass die Sicherheitsmarge groß genug war, um solche Schocks abzufedern. Mit solchen Ereignissen muss man bei hohen Abschlägen rechnen, was auch in Ordnung ist, wenn die Abschläge nur hoch genug angesetzt sind.

    Für Griechenland (und die deutschen Steuerzahler) freut mich, dass der Staatsmonopolist geschröpft wird. Die Regierung braucht dringend Geld und woher soll es kommen wenn nicht vom Wettmonopolisten. Aber man sieht, wo das Geld letztendlich her kommt: u.a. eben von privaten Kapitalanlegern aus Deutschland. Fair enough, das gehört zu Kapitalismus dazu. Es gibt nichts geschenkt im Markt. Sonst wäre die Aktie auch viel zu billig gewesen.

  13. — Chaka · 18. Januar 2013, 12:14 · #

    Die Zusatzsteuer bezieht sich auf die Gross Gaming Revenues und nicht auch den Gross Profit.

    Vergleichsrechnung bei Einführung der Sondersteuer bereits für das Jahr 2011 und nicht ab 2013: In 2011 lagen die Gross Gaming Revenues von OPAP bei 1406 Mio €. Bei einen Steuersatz von 30% sind dies 421,8 Mio €.

    Der Vorsteuergewinn reduziert sich damit von 699 Mio. auf 277,2 Mio €. 2011 zahlte OPAP 23,18% auf seinen Gewinn. Der Nettogewinn würde somit 212,9 Mio € betragen. Ohne die Sondersteuer lag er bei 537 Mio. €.

    Wahrscheinlich wird OPAP einige Mio. an Spenden einsparen wegen der Sondersteuer.

    Der neue VV von OPAP versprach nach der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen für 2012 in der Analystenkonverenz mindestens 50% des Gewinns von 2012 als Dividende auszuzahlen.

    Für 2012 gehe ich von einem Gewinn nach Steuern von 460 bis 470 Mio € aus. Könnte also auf eine Dividende in Vorjahreshöhe hinauslaufen.

    Besser wäre jedoch ein Ausfall der Dividende und die Verwendung für einen Aktienrückkauf.

    Bei Kursen von 4 Euro habe ich den VV auf die Möglichkeit eines Aktienrückkaufs hingewiesen. Mit rund 400 Mio. Euro hätte er mehr als 31% der Aktien zurückkaufen können. In den Folgejahren könnte deshalb die Ausschüttung pro Aktie um 45% höher sein.

    Zu den VLTs:
    Ich habe im Sebtember mit einem MA aus der Investor Relations Abteilung gesprochen.
    Die Ausschüttungsquote bei den VLTs soll rund 90% betragen.

    Die Unternehmenspräsentation wurde ja von Camiro bereits angesprochen. Sollte jeder sich ansehen, der sich für OPAP interressiert.

    OPAP rechnet nur mit Gross Gaming Revenues (GGRs)von 30.000 € pro VLT.

    In Italien gibt es bereits VLTs. Hier liegen die GGRs bei 70.000 bis 100.000 € pro VLT (Je nach Gegend).

    In GR Kasinos gibt es bereits VLTs im Einsatz. Hier liegen die GGRs bei rund 100.000 € pro VLT.

    Sollten die VLTs mehr als 30.000 € an GGRs pro Jahr erwirtschaften wird die Sondersteuer auf 35% der GGRs erhöht.

    Laut den Verträgen darf OPAP auch die restlichen 18.500 VLTs betreiben, falls sich nicht genügend Abnehmer für die Unterlizensen finden. OPAP wird eine Einmallizensgebühr plus eine Beteiligung an den Gewinnen fordern. OPAP selbst hat pro Lizens 16.000 € an HR gezahlt.

    In GR sind rund 50% des Glücksspiel illegal. Mit Hilfe der Weitervergabe von 18500 Unterlizensen soll ein Teil davon legalisiert werden.

    Gruß
    Volker

  14. — Chaka · 25. Januar 2013, 10:44 · #

    Hier das Urteil der vierten Kammer des EUGH.

    http://curia.europa.eu/juris/document/document_print.jsf;jsessionid=9ea7d0f130d586e1f49419e64fb3a940ad38d8a36800.e34KaxiLc3eQc40LaxqMbN4Oa3yQe0?doclang=DE&text=&pageIndex=0&part=1&mode=DOC&docid=132762&occ=first&dir=&cid=2059276

    Wie beurteilt Ihr das Urteil?

  15. — Chaka · 25. Januar 2013, 10:50 · #

    Urteil zum Monopol von OPAP

  16. — Chaka · 27. Januar 2013, 15:35 · #

    Eurobank zu dem Urteil

  17. — Roger · 22. Februar 2013, 13:16 · #

    Warnung zu OPAP:
    Ich bin (erst zu Beginn diesen Jahres) auch bei OPAP eingestiegen, habe aber heute aus fundamentalen Erwägungen hinaus verkauft.
    Mein Grund: Bislang hält der griechische Staat an OPAP einen Anteil von 33%. Wahrscheinlich um diesen zu Geld zu machen hat OPAP heute eine Präsentation mit den Geschäftserwartungen von 2013 bis 2022 vorgelegt.
    http://www.opap.gr/documents/11503/2191668/Management-Presentation-2013-2022.pdf

    Der Abfall des erwarteten Ergebnisses ab 2013 gegenüber der Zeit bis 2012 ist wesentlich höher als von mir erwartet. Grund ist die Auswirkung der (im Kern bekannten, in der Wirkung unterschätzten) Zusatzsteuer der griechischen Regierung von 30% (Seite 11 der Präsentation, HR-Participation, anscheinend bezogen auf den CGR). Das prognostizierte EBIT bricht dadurch dramatisch ein. (Bis 2012 siehe S. 93, ab 2013 siehe S. 107), Berechnung pro Aktie bezogen auf 319 Mio Aktien):
    EBIT10: 871 Mio€ = 2,71€/Aktie
    EBIT11: 690 Mio€ = 2,16€/Aktie
    EBIT12e: 670 Mio€ = 2,10€/Aktie
    EBIT13e: 195 Mio€ = 0,61€/Aktie
    EBIT14e: 150 Mio€ = 0,47€/Aktie
    EBIT15e: 119 Mio€ = 0,37€/Aktie
    Ab 2016 soll es wieder aufwärts gehen.
    Der Net Profit lag in den letzten Jahren jeweils bei 65% – 80% des EBIT, entsprechend geringer wird der Net Profit pro Aktie ausfallen.

    Mein Denkfehler: Ich ging davon aus, dass die Sondersteuer sich bei EBIT und Net Profit mit etwa 30% Abschlag auswirken würde, das hätte die aktuellen Kurse gerechtfertigt. Aber ein EBIT-Einbruch um 70% von 2012 auf 2013 und eine absehbare, weiter abnehmende Tenden für 2014 und 2015 rechtfertigt die bestehenden Kurse m.E. nicht.

    Gruß, Roger

  18. — Roger · 22. Februar 2013, 14:43 · #

    Korrektur: Ich habe bei der Prognose ab 2013 versehentlich auf die falsche Folie und damit falsche Aussagen zurückgegriffen.

    Ich korrigiere mich und verweise jetzt auch auf Net Profit (also ohne weitere Abzüge), Quelle bis 2012 S. 93, ab 2013 S. 118 der heute veröffentlichten Präsentation:

    Net Profit 10: 571 Mio€ = 1,79€/Aktie
    Net Profit 11: 729 Mio€ = 2,28€/Aktie
    Net Profit 12e: 594 Mio€ = 1,86€/Aktie
    Net Profit 13e: 116 Mio€ = 0,36€/Aktie
    Net Profit 14e: 127 Mio€ = 0,40€/Aktie
    Net Profit 15e: 213 Mio€ = 0,66€/Aktie

    Auch bei diesen Zahlen wäre ich ausgestiegen, die erwarteten Gewinne ab 2013 rechtfertigen m.E. keine Kurse über 5-6 €.

  19. Stefan Mohr · 22. Februar 2013, 20:15 · #

    Hallo Roger, vielen Dank für das Update!

    Auf der anderen Seite sollen die Gewinne ab 2016 wieder kontinuierlich steigen auf bis zu 568 m€ 2022. Wenn diese Planung so eintritt, ist OPAP aktuell sicher recht billig.

    Wie realistisch diese Planungen sind, ist natürlich die Gretchenfrage. Ich spiele derzeit ehrlich gesagt auch mit dem Gedanken, OPAP zu verkaufen. Die Lage ist recht unübersichtlich und die Kurse nicht mehr unbedingt so niedrg, dass man sich allzu viel Fehleinschätzung erlauben kann.
    Aber vermutlich warte ich noch etwas ab und werde mich erstmal noch etwas mit OPAP beschäftigen…leide nur leider momentan an chronischem Zeitmangel ;)

  20. — Martin · 22. Februar 2013, 23:23 · #

    Danke für die Infos. Ich habe meine griechischen Aktien verkauft, da Kursziele übererfüllt. Dennoch interessant zu sehen wie es sich weiterentwickelt.

    OPAP hat sich da mit einer sehr umfangreichen Präsentation aus der Deckung gewagt. Ist es schlau so genaue Planzahlen über Jahre hinweg zu veröffentlichen? Das lässt sich nicht wieder zurücknehmen und jetzt werden sie daran gemessen. Normalerweise wird eine Bandbreite und dann eher irgendetwas wie Umsatz oder EBitda als Ziel ausgegeben, aber OPAP kennt schon die Bilanz der nächsten 9 Jahre. An sich finde ich es löblich, aber bezweifle, dass das Management sich damit einen Gefallen tut. Blöd nur zu sehen wie wenig Einfluss OPAP auf seine eigene Profitibilität nehmen kann, es sei denn man geht von verstärktem Lobbyismus aus.

  21. — Roger · 23. Februar 2013, 15:37 · #

    Hallo Stefan, hallo Martin,

    noch ein paar Anmerkungen:
    1. Ich hatte gestern irgendwie den Fehlerteufel und habe die Zahlen für 2010 bis 2012 falsch abgetippt. Aber ich würde eh jedem empfehlen, sich die angegebene Quelle selber anzuschauen und zu werten.

    2. Ich denke, diese Präsentation sollte den Verkauf des 33%-Anteils der griechischen Regierung einleiten. Die griech. Regierung steht ja im Wort, möglichst viel zu privatisieren.

    3. Ich bin bei Prognosen, die über einen so langen Zeitraum gehen, sehr skeptisch. Gerade wenn es sich um ein derart politisch und wirtschaftlich instabiles Land wie Griechenland handelt. Die Zahlen für 2013 halte ich für belastbar, die Zahlen für 2014 und 2015 würde ich mit Vorsicht betrachten, der Rest ist m.E. reines Wunschdenken. Um ein (durchaus teures) Investment mit progostizierten Gewinnen für 2016 ff zu begründen, müsste bei mir die Sicherheitsmargin also schon verdammt hoch sein. Und schon das KGV3 2013 mit ca. 17 ist unter den gegebenen Randbedingungen alles andere als günstig.

    4. Politische Sicherheit: Ich würde mich absolut nicht wundern, wenn in absehbarer Zeit Syriza Wahlen gewinnt – und noch rabiater mit Glücksspielunternehmen umspringt als die aktuelle Regierung, die mal eben mit ihrer 30%-Steuer die Gewinne zusammenbrechen ließ.

    5. Ich habe gestern verkauft, will mich aber nicht beschweren – ich habe mit Gewinn verkauft. In dem Sinn: Ich bin neugierig auf deine weiteren Schritte. Wobei mich europäische Aktien wesentlich mehr interessieren als die black box China.
    Wer weiß, wie sich die Wahlen in Italien auf den italienischen Aktienmarkt auswirken? Vielleicht startet dort nach Berlusconis Nichtwahl ein Bullenmarkt ?

  22. — chaka · 7. März 2013, 19:56 · #

    Die Zahlen für 2012 sind veröffentlicht.

    Geschäftsjahr 2012

    Gewinn nach Steuern 505,50 Mio €.
    Dividende 0,57 € je Aktie.

    Alternativrechnung:
    Hätte die Sondersteuer auf die GGR bereits 2012 gegolten wären nach Steuern 196 Mio. € oder 0,61 € je Aktie als Gewinn verblieben.

  23. — chaka · 8. März 2013, 16:53 · #

    Geschäftsbericht 2012

  24. Lelala · 13. Juni 2013, 13:41 · #

    Abwarten – nach wie vor interessant, aber ich habe viel mehr Bedenken, was der Troika noch so alles einfällt, denn das dürfte deutlich mehr Einfluss haben – befürchte ich :-X

  25. — chaka · 3. Dezember 2013, 11:23 · #

    Ich habe heute bei einem Kurs von 10,05 € verkauft. Laut meiner Analyse vom September 2012 ist OPAP rund 3,3 Mrd. € wert. Somit rund 10,30 € pro Aktie.

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