Agroton - ein ukrainisches Agrarunternehmen zum Ramschpreis

29. Juli 2013 -   -  Stefan Mohr

Ich bin immer wieder erstaunt, was meine Leser so für exotische aber äußerst interessante Investments aufspüren. Leider schaffe ich es bei weitem nicht immer, mir diese auch genauer anzusehen. Aber wenn die Sache auf den ersten Blick interessant erscheint, dann investiere ich durchaus mal einige Stunden oder auch mehr. Und wenn ich dann noch immer nicht das Interesse verloren habe, möchte ich euch diese Entdeckung natürlich nicht vorenthalten.

Agroton – ein ukrainisches Agrarunternehmen

Auch wenn das Mutterunternehmen, die Agroton Public Ltd. in Zypern registriert ist: operativ tätig ist Agroton in der Ukraine. Die Aktien von Agroton sind seit 2009 in Frankfurt gelistet, 2010 erfolgte außerdem ein IPO an der Börse Warschau.

Agroton ist das sechstgrößte börsennotierte europäische Agrarunternehmen, wenn man die bewirtschaftete Fläche als Maßzahl nimmt (Stand 2011). Wichtigste Geschäftsfelder sind der Anbau von Weizen und Sonnenblumen. Aber auch Viehzucht ist mit 20% der Umsätze nicht ganz unbedeutend.

Agroton ist übrigens in in festen Händen: 51% der Anteile sind in den Händen des Firmengründers Iurii Zhuravlev.

Kurzüberblick Unternehmenszahlen

Zunächst ein kurzer Überblick über einige wichtige Zahlen von Agroton:

Marktkapitalisierung: 8,2 Mio. € (bei einem Kurs von 0,38€/Aktie)

31.12.2012 in Mio. €
Aktiva
Sachanlagen 33,8
Landnutzungsrechte 33,1
biologische Vermögenswerte 13,4
Vorrauszahlungen für Unternehmenserwerbe u.ä. 45,3
Vorräte 44,8
Cash 9,8
Passiva
Eigenkapital 126
Finanzschulden 52

Also wenn das nicht billig aussieht. Die Aktie wird für 6,5% des Eigenkapitals gehandelt. Und in den Vermögenswerten ist kein Goodwill oder ähnliches vorhanden.

Meistens ist so etwas ein klares Zeichen für hohe Verluste. Aber Agroton war in der Vergangenheit durchaus profitabel, und auch das Geschäftsjahr 2013 brachte keine großen Verluste o.ä. Hier ein Überblick über die GuV. Natülich sind das alles andere als stabile Gewinne. Aber auch das erscheint extrem günstig, wenn man sich den Kaufpreis von 8,2 Mio. € vor Augen führt.

in Mio. € 2012 2011 2010 2009 2008 2007
Umsatz 88 100 57 55 76 52
EBIT 16,4 6,0 29,4 16,6 4,8 18,8
Jahresüberschuss 8,1 0,3 15,8 5 -18,9 14,6

Wo ist der Haken?

Gut, kommen wir nun zum Haken. Die Konzernholding ist in Zypern beheimatet und besitzt unter anderem bei zypriotischen Banken Konten. War da nicht was? Richtig, wer Einlagen bei einer zypriotischen Bank hatte, ist doch ein wenig Geld losgeworden oder?

Genau das ist der Fall. Zum relevanten Zeitpunkt hatte Agroton Einlagen von 4,5 Mio. $ bei der Bank of Cyprus. 1,6 Mio. $ davon wurden in Aktien der Bank of Cyprus umgewandelt. 1 Mio. $ wurde abgeschrieben und über die restlichen 1,9 Mio. $ kann das Unternehmen derzeit nicht verfügen.

Das scheint erstmal unschön, aber nicht wirklich dramatisch. 4,5 Mio. $ sollten doch für ein Unternehmen dieser Größe notfalls verschmerzbar sein? Das Problem ist, dass gleichzeitig durch schlechte Wetterbedingungen im Jahr 2013 relativ schlechte Erträge erwirtschaftet wurde.

Beides gleichzeitig bringt Agroton in Liquiditätsschwierigkeiten. Und so wurde die halbjährliche Zinszahlung auf ausstehende Anleihen mit einem Volumen von 50 Mio. $ mit einem Koupon von 12,5% ausgesetzt. Am 06. August soll eine Versammlung der Anleihegläubiger stattfinden, um die Konditionen der Anleihe neu zu verhandeln.

Hier gibt es zwei offizielle Meldungen dazu vom 16.07.2013 und vom 17.07.2013.

So schlimm wie es aussieht?

Also nennen wirs beim Namen: Agroton ist zahlungsunfähig. Vielleicht ein guter Grund für den sehr niedrigen Aktienkurs. Aber ist das wirklich so schlimm wie es aussieht? Immerhin sind eine Menge Vermögenswerte vorhanden und die Eigenkapitalquote ist mit 67% recht hoch. Ob der bilanziell angesetzte Wert voll realisiert werden kann ist fraglich. Aber um aus der aktuellen Misere herauszukommen, müsste das Unternehmen ja nicht komplett liquidiert werden. Es würde ausreichen, einige Vermögenswerte wie Landnutzungsrechte an eines der vielen anderen ukrainischen Agrarunternehmen zu veräußern.

Und die aktuelle Ertragsschwäche dürfte wohl eher vorrübergehender Natur sein. So etwas ist durchaus normal bei Agrarunternehmen. Nicht jedes Jahr wird die Ernte schlecht ausfallen…

Ich kann nicht sagen was passieren wird und wie das Ganze gelöst wird. Aber dass das Eigenkapital von Agroton jetzt plötzlich fast nichts mehr wert sein soll, scheint mir unvorstellbar.

weitere Infos über Agroton

Sollte man sich nun dazu entscheiden, ein kleines Investment in Agroton zu riskieren, wird man also Anteilseigner. Grund genug, sich etwas mit dem Unternehmen auseinanderzusetzen.

Ob sich die aktuellen Probleme schnell lösen und der Kurs zügig wieder steigt, weiß ich nicht. Anfang des Jahres, vor dem Zypern-Drama, wurde Agroton mit etwa 50 Mio. € an der Börse gehandelt, also mehr als das 5-fache des heutigen Preises, aber noch deutlich unter Eigenkapital. 2010/2011 lagen die Kurse aber auch schon deutlich höher.

Was ist denn Agroton nun wert? Wenn die aktuellen Probleme gelöst werden, wohl deutlich mehr als der aktuelle Kurs. Aber wie viel mehr? Das wäre wichtig um einzuschätzen, wie groß die Chancen dieses Investments sind, die Risiken sind schließlich keineswegs zu vernachlässigen.

Um es gleich vorwegzunehmen, die Einschätzung wird hier nicht einfach. Aber ich trage an dieser Stelle mal einige Informationen zusammen, die dabei helfen könnten.

hohe Inflation – hohe Fremdkapitalzinsen

Zunächst mal sollte man sich klarmachen, dass Agroton für westeuropäische Verhältnisse exorbitante Zinsen zahlt. Auf oben genannte US-$ beispielsweise 12,5% p.a. Auf Bankverbindlichkeiten die auf ukrainischen Hrywnja lauten, sogar 18%.
Gerade die hohen Zinsen auf Hrywnja-Verbindlichkeiten hängen aber natürlich auch mit der hohen Inflation in der Ukraine zusammen. Diese lag seit dem Jahr 2000 fast durchgängig bei 10% oder teilweise noch deutlich darüber. Seit 2012 ist sie allerdings auf Null gefallen. Wie lange das anhält wird sich rausstellen. Aber erstmal ist das natürlich schlecht für Agroton, das sie weiterhin hohe Zinsen zahlen aber die Schulden nicht durch Inflation entwertet werden. Auf der anderen Seite (Finanzschulden von Agroton haben eher kurze Laufzeiten) können Anschlussfinanzierungen vielleicht dann zu besseren Konditionen abgeschlossen werden. Natürlich nur, wenn die aktuellen Probleme überwunden werden. Denn aktuell würde Agroton wohl wenn überhaupt nur Darlehen zu noch höheren Zinsen bekommen…

Details der Gewinn- und Verlustrechnung

Bei der Betrachtung der Gewinn- und Verlustrechnung sollte man einige Dinge beachten, um die Zahlen richtig einschätzen zu können. Hier eine kurze, mit Sicherheit unvollständige, Auflistung:

  • 2011 wurden eine Menge Forderungen abgeschrieben, 2012 wurde ein Großteil dieser Abschreibung (7,3 Mio. €) wieder rückgängig gemacht. 2011 war also entsprechend besser als der Jahresüberschuss impliziert, 2012 um den gleichen Betrag schlechter
  • 2008 kam es zwischenzeitlich zu Inflationsraten jenseits von 30%, der Wechselkurs des Hrywnja wertete in diesem Jahr gegenüber dem Euro um 35% ab (und hat sich auch seitdem nicht wieder erholt). Im Euro-Abschluss wurden daher Fremdwährungsverluste von 14 Mio. € ausgewiesen. Eindeutig ein Sondereffekt, auch wenn es keine Garantie gibt, dass das nie wieder passiert
  • kein Sondereffekt ist dagegen die Steuer auf Gewinne die durchgängig nahezu Null beträgt. Dazu im Geschäftsbericht: The majority of Groups entities are registered as tax payers of fixed agricultural tax and therefore are not payers of corporate tax. Gleiches ist also auch in Zukunft zu erwarten.
  • ebenfalls keine Sorgen muss man sich bei den biologischen Vermögenswerten machen. Diese sind bei Agroton weitestgehend recht kurzfristiger Natur. Die Gewinne aus Net change in fair value less cost to sell of biological assets entsprechen den Pflanzen und Tieren die wachsen und damit wertvoller werden. Sollte diese Schätzung ungenau sein, hat das aber keinen großen Effekt. Denn die meisten biologischen Assets werden in der Berichtsperiode geerntet und die gebuchten Gewinne dann als Materialaufwand erfasst. Aufgeschlüsselt zu finden als Decrease in biological assets in der Cashflow-Rechnung (In der GuV ist dieser Posten Teil der Cost of Sales). Zur Problematik der Bilanzierung langfristiger biologischer Vermögenswerte siehe auch Artikel über SIPH

Profitabilität: ok, aber nicht berauschend

Der Wert eines Unternehmens, welches durchschnittliche Renditen auf das Eigenkapital verdient, sollte auch dem Eigenkapital entspprechen. Wie sieht das bei Agroton aus? Aufgrund der nicht vernachlässigbaren Finanzverschuldung, macht es Sinn sich den Return on Invested Capital (= EBIT / (Eigenkapital + verzinsliches Fremdkapital – Cash)) anzusehen.

2012 2011 2010 2009 2008 2007
ROIC 9,7% 3,8% 24,1% 22,6% 7,2% 21,3%
Durchschnitt 14,8%

Im verwendeten EBIT ist übrigens nicht das Fremdwährungsergebnis enthalten, dieses geht erst mit dem Finanzergebnis in das EBT ein. Entscheidend sind natürlich nicht die vergangenen sondern die zukünftigen Werte. Wie diese aussehen werden, lässt sich anhand eines recht stark schwankenden Ergebnisses der letzten 6 Jahre schwer vorhersagen.
Aber wenn man sich den durchschnittlichen Wert der letzten Jahre von 14,8% ansieht, dann würde ich sagen dass dieser Wert eher durchwachsen ist. Unter anderen Bedingungen wäre dieser Wert durchaus in Orndung. Wenn man jedoch bedenkt, dass Agroton auf Dollar-Fremdkapital 12,5% p.a. zahlt, relativiert sich dieser Wert etwas. Als Eigenkapitalgeber trägt man schließlich größere Risiken und sollte entsprechend einen höheren Ertrag verlangen, als die Fremdkapitalgeber.

Vor diesem Hintergrund würde ich die Profitabilität von Agroton eher nicht als überdurchschnittlich einschätzen. Das wäre zugegebenermaßen auch unwahrscheinlich. Wie soll sich ein Agrarunternehmen dauerhaft von der Konkurrenz absetzen?

Fazit

Also nun investieren oder nicht? Wenn alles gut geht, stehen die Chancen denke ich gut, dass Agroton irgendwas zwischen 50 und 100 Mio. € wert ist. Und wenn nicht? Und wie wahrscheinlich ist ein deutlich schlechterer Fall? Was man auch bedenken sollte: selbst wenn im Falle einer Zerschlagung noch einer ansehnlicher Betrag für die Aktionäre übrigbleiben sollte, wird sich das wohl über Jahre hinziehen, bis man mal wieder an sein Geld kommt.

Also wenn man sich entschließen sollte hier zu investieren, dann würde ich einen recht kleinen Betrag empfehlen. Für mich wären 3 bis 5% des Depots eine tragbare Größe.

Ob ich investieren werde weiß ich noch nicht. Ich habe ehrlich gesagt wenig Erfahrung mit Unternehmen die in akuten Zahlungsschwierigkeiten stecken und fühle mich daher etwas unsicher. Möglicherweise sehe ich das alles etwas zu positiv? Vielleicht werde ich das Geschehen auch nur von der Seitenlinie aus betrachten und hoffentlich auch so etwas daraus lernen…

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Kommentare [51]

  1. — Martin · 29. Juli 2013, 10:37 · #

    Warum sollten die Anleihengläubiger der Restrukturierung zustimmen? Ich würde ablehnen. Leider wird die Anleihe nicht sehr rege gehandelt.
    http://www.londonstockexchange.com/exchange/prices-and-markets/stocks/summary/company-summary.html?fourWayKey=XS0627994477LUUSDCWNR

  2. — Sebastian · 29. Juli 2013, 13:31 · #

    Hallo Stefan, in der Tat ist Agroton ein Unternehmen über das ich auch bereits gestolpert bin. Die Ergebnisse meiner Analysen decken sich im wesentlichen mit Deinen, nur kam ich für mich zur klaren Einschätzung, dass Agroton aufgrund der nicht bestimmbaren Risiken für mich keine Option darstellt.
    Ich möchte an dieser Stelle auch auf den vermerk von KPMG im Prüfbericht auf Seite 7 hinweisen. KPMG erwähnt sicherlich nicht ohne Grund die Bedenken des vorherigen Prüfers (GJ 2011) hinsichtlich der Vollständigkeit und Validität der Buchführung und verschiedener Transaktionen.

  3. — shortput · 29. Juli 2013, 14:23 · #

    Wieder mal eine gelungene und fast lustige Analyse. Nur ist dieser Wert zu markteng. Ernsthaft kann hier nicht investiert werden, da einfach die Liquidität im Markt fehlt.

    Trotzdem Danke für die Untersuchung.

  4. — Oliver · 29. Juli 2013, 14:46 · #

    Sollten die Anleihegläubiger nicht zustimmen, dürfte wohl im allerschlimmsten Fall ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ablaufen. Dann wird die Anleihe eben mit einem Kompromiss zum jetzigen Angebot neu verhandelt.

    Notfalls werden dann vielleicht noch einige Vermögenswerte abgestoßen (erst Ende 2012 hatte Agroton für zig Millionen Dollar Flächen dazugekauft). Es gibt genügend finanzstarke Agrarfirmen in der Ukraine, die sicher einen Teil der Flächen mit Kusshand nehmen würden, zumal wenn diese unter Marktwert angeboten werden.

    Es ist aber wohl kaum davon auszugehen, dass diese Mitbewerber erst für ein Zehntel des Flächen-Marktwertes zuschlagen werden – also der jetzigen Börsenbewertung.

    Übrigens: in Warschau wird der Titel sehr liquide gehandelt. Weiß jemand, wie man als Deutscher dort herankommt?

  5. Stefan Mohr · 29. Juli 2013, 17:49 · #

    Martin:
    Sehe ich genauso. Waere ich anleihenglaubiger, wuerde ich agroton maximal zugestehen, die faellige zinszahlung 6 monate spaeter nachzuzahlen. Sollen sie sich was einfallen lassen. Eigenkapital ist genug da.

    Shortput und Oliver:
    Zur handelbarkeit, die aktie wird in warschau tatsaechlich halbwegs liquide gehandelt. Comdirect bietet den handel da auf alle faelle an. Mueste man mal anfragen, welche fremde spesen da anfallen.

    Sebastian:
    Danke fuer den hinweis mit dem pruefbericht, war mir bisher garnicht aufgefallen…

  6. — Martin · 29. Juli 2013, 22:21 · #

    Warum Kompromisse als Anleihengläubiger? Je schneller die Insolvenz kommt desto besser. Debt to equity swap für eine dann nahezu schuldenfreie Firma wäre auch gut. Ich kenne allerdings das ukrainische Insolvenzrecht nicht und auch nicht die benötigte Mehrheit bei der Abstimmung der Anleihengläubiger. Ich sehe da die Anleihe als das bessere Investment.

  7. Till · 30. Juli 2013, 12:04 · #

    Sehr interessanter Artikel und vor allem ein interessantes Unternehmen, welches du da aufgespürt bzw. anraten lassen hast.

    Interessant neben der Frage, wie die Ernte ausfällt, die du ja bereits beantwortet hast, wäre vielleicht noch die Frage, wie sich die Weizenpreise bzw. die Preise der anderen Rohstoffe in der Vergangenheit entwickelt haben? Gerade bei “Rohstoffunternehmen”, wozu ein Agrarunternehmen auch zählt, ist das eigentlich der Hauptgewinnhebel. Ich würde, die Rohstoffpreise dann mit der vergangenen Gewinnentwicklung abgleichen. Wenn dies meine Vermutung mit dem Gewinnhebel bestätigt, kannst du prüfen, wo die Rohstoffpreise derzeit stehen. Sind diese zu der schlechten Ernte derzeit niedrig, könnte man drauf schliessen, dass sie in Zukunft mit grössere Wahrscheinlichkeit steigen und die Gewinne bzw. Zahlungsprobleme aus der Welt räumen.

  8. — benny_m · 30. Juli 2013, 19:22 · #

    “Übrigens: in Warschau wird der Titel sehr liquide gehandelt. Weiß jemand, wie man als Deutscher dort herankommt?”

    Laut einem Beitrag im antizyklischen forum geht auch sbroker online. Man spart sich scheinbar den Telefonaufschlag gegenüber comdirect.

    Problem bei weichen Währungen ist der Währungsspread der broker. Bei comdirect sind es rund 4% beim Zloty! Gepaart mit Telefongebühren usw. sind solche Spielchen bei comdirect recht teuer.

    Man sollte sich also vorher genau über Umrechnungskurse und Gebühren informieren. V.a. wenn größere Summen investieren will, dann tut der Spread recht weh.

  9. Stefan Mohr · 30. Juli 2013, 21:28 · #

    Der telefonzuschlag entfaellt bei comdirect fuer boersen die nur telefonisch gehandelt werden koennen. Aber ich wuerde unbedingt vorher nach den fremden spesen fragen, kann bei auslandsboersen recht viel sein (gilt fuer sbroker aber genauso).

  10. — Oliver · 31. Juli 2013, 09:42 · #

    Heute gab Agroton eine Adhoc Mitteilung heraus, dass ein Finanzinvestor mehr als 5% der Aktien eingesammelt hat. In Warschau ist seitdem der Kurs und das Handelsvolumen sprunghaft in die Höhe gegangen und inzwischen deutlich über dem Frankfurter Niveau.

    Hier die Nachricht:
    “Agroton Public Limited hereby informs that Agroton Public Limited received on 29 July 2013 notifications pursuant to Art. 69 of the Act of Trading in Financial Instruments and section 28 of the Cyprus Transparency Law from Jaspen Capital Partners Limited, informing that Jaspen Capital Partners Limited holds as of 24th of July 2013 above 5% share in capital and voting rights at the General Meeting of the Company. Number of shares held by Jaspen Capital Partners Limited prior to the change and their percentage share in Agroton Public Limited share capital, and percentage share in the total vote: 1,074,749 shares; 4.96% in the total vote; Number of shares held by Jaspen Capital Partners Limited after the change and their percentage share in Agroton Public Limited share capital, and percentage share in the total vote: 1,224,283 votes, 5.65% in the total vote.”

  11. — benny_m · 31. Juli 2013, 12:01 · #

    “inzwischen deutlich über dem Frankfurter Niveau.”

    Wenn man den Unterschied zwischen Geld und Brief kennt, dann stimmt das nicht.

    Geld: 0,43 Euro 6118 Stück
    Brief: 0,53 Euro 5000 Stück
    Warschau: 2,19 Zloty ==> 0,5165 Euro

    “Aber ich wuerde unbedingt vorher nach den fremden spesen fragen, kann bei auslandsboersen recht viel sein”

    Du bekommst darauf oft keine Antwort. Wobei fremde Spesen, Gebühren usw. nicht hoch sind gegenüber den 4% Spread.

    Ums mal an einem simplen 5000 Euro Beispiel und einer Verdopplung des Investments zu zeigen:

    5000 Euro Aktien kosten dann ==> 5100 Euro

    10000 Euro beim Verkauf ergeben dann ==> 9800 Euro

    Damit hast du gegenüber dem realen Zloty/Euro-Kurs 300 Euro liegen lassen. Und das bei 2 Transaktionen mit im Schnitt 7500 Euro Volumen. Da machst dann auch keinen Unterschied mehr, ob du 2 × 20 Euro oder 2× 40 Euro an Gebühren hast. Kann man vllt bei einer Verdopplung verschmerzen, aber bei Kauf/Verkauf zum gliechen Preis wärens dann immer noch 200 Euro. Ganz schön bitter.

    Finde das Verhalten von comdirect schon ein wenig Assi. Gerade da Osteuropa (und v.a. Polen) nicht uninteressant ist. Polnische Unternehmen haben oft gute Bilanzen (kein Goodwill, oft NetCash) bei niedrigen Bewertungen. Aber so bleiben einem nur die WIG20-Aktien über FFM und da sind die Spread willkürlich von 1% bis 4%. Und hängen komischerweise an der absoluten Höhe des Aktienkurses und nicht an der Marketcap oder dem Handelsvolumen in Warschau.

  12. woodpecker · 1. August 2013, 20:12 · #

    benny_m:

    Den spread bei comdirect find ich auch ätzend.

    Was die Telefongebühren anbelangt, die hab ich noch nie gezahlt: Hab jeweils argumentiert, dass die Aktie über die Onlinemaske nicht handelbar ist, daraufhin wurde die mir immer erlassen.

    VG,
    woodpecker

  13. — watchingtheflood · 4. August 2013, 03:25 · #

    Hallo Stefan,

    wenn Du schon gerade bei Agrar-Werten bist, es gibt da einen sehr vielversprechenden langfristigen Kandidaten, der nur gerade eine politisch bedingt schwierige Phase durchlebt, die vorherigen aber auch alle überstanden hat: Cresud aus Argentinien. Antizyklisch betrachtet wäre jetzt ein nicht so schlechter Zeitpunkt, wenn man davon ausgeht, dass die Briten nicht nochmals anrücken müssen.

    Gruß und vielen Dank für Deine informativen Beiträge!

  14. — Oliver · 9. August 2013, 10:07 · #

    Es ist schier unglaublich: die Anleihegläubiger haben zugestimmt!
    http://bossa.pl/attach.do?iden=589794

  15. Robert Michel · 9. August 2013, 11:39 · #

    Arrg und mein Broker hat den Kauf nicht zu gelassen.

  16. — Martin · 10. August 2013, 13:50 · #

    Um 09:50:03 kommt die Nachricht und der Kurs steigt nur von 2,38 auf 2,53. Anscheinend war die Entscheidung für einige vorhersehbar?
    http://www.gpw.pl/karta_spolki_en/CY0101062111/#chart

  17. — peterpaan · 1. September 2013, 21:35 · #

    passt hier zwar nicht rein, aber ich habe gesehen das du relativ viele china aktien im musterdepot hast…finger weg von denen..lass dich von den niedrigen kgv´s nicht blenden…wer weiß, ob es da immer mit rechten dingen zugeht…

  18. — Alexander · 2. September 2013, 15:30 · #

    der Halbjahresreport ist rausgekommen http://www.rns-pdf.londonstockexchange.com/rns/8489M_-2013-8-30.pdf und wie erwartet hat das Unternehmen keinen Gewinn gemacht. Das ebit ist mit 4 Mio. das schlechteste seit mindestens vier Jahren, der Umsatz ist dagegen relativ stabil.

    Die Zahlen auf Seite 15 zeigen wie abhängig das Unternehmen von der Ernte ist. Es wurde volumen/gewichtsmäßig weniger verkauft, dafür zu höheren Preisen aber mit geringeren Margen. Demnach müssten mit besserem Wetter auch wieder die Profite kommen, wenn das Unternehmen nicht vorher pleite geht. Und wie soll Agroton mit den derzeitigen Assets Pleite gehen? Wenn es in der Ukraine tatsächlich genügend finanzstarke Agrarunternehmen gibt, wie Oliver sagt, müsste vor der Pleite doch erstmal ein Übernahmeangebot kommen.

  19. — Oliver · 2. September 2013, 23:46 · #

    Im aktuellen Bericht sind insgesamt die Nutzflächen geringer ausgewiesen, was darauf hindeutet, dass hier Pachtverträge ausgelaufen sind.

    Bereits Mitte 2012 hatte Agroton 35 Mio. Dollar für den Kauf von zwei Firmen mit sehr großen Ackerflächen VORAUSBEZAHLT (Peredilsk und Shid Potecial)! Der Deal sollte innerhalb 9 Monaten abgeschlossen sein, was aber nicht so schnell klappte.

    Und jetzt wird es interessant: der Kauf ist gemäß Bericht am 16. Juli 2013 abgeschlossen worden – also kurz nach dem Berichtszeitraum und ohne irgendeine Pressemeldung. Und nur wenige Tage später, am 25.7., haben die Banken 3,5 Mio. Kreditlinie eingeräumt – wieder keine Pressemeldung. Für mich sieht das so aus, als ob das Management diese positiven Infos im Vorfeld der Verhandlungen mit den Anleihegläubigern hinter dem Berg hielt, um die Situation zur Durchdrückung neuer Konditionen künstlich schlecht aussehen zu lassen.
    Die neuen Ländereien (ggfs. auch Teile ihrer Erträge?) dürften im nächsten Jahresabschluss enthalten sein. Bin ja mal gespannt…

  20. — Michael · 5. September 2013, 15:24 · #

    Wenn das nirgendwo veröffentlicht ist, woher kommen dann Deine Informationen, Oliver? Kann man die irgendwo nachlesen?

  21. Stefan Mohr · 5. September 2013, 16:38 · #

    Michael:
    ist nur auf der Seite der Börse Warschau zu finden (siehe letzter Link im Artikel). Dort unter “ESPI reports” schauen.

  22. — Oliver · 6. September 2013, 23:47 · #

    Diese Informationen sind m.E. außer im Geschäftsbericht nirgendwo sonst zu finden, obwohl sie sicherlich ad-hoc pflichtig wären.

    Und selbst dort sind sie weit über das Dokument verteilt worden, so dass man den Vorgang nicht gleich versteht und leicht überliest. Siehe z.B. Kapitel 12 (“Other non-current assets”) und 30 (“Events after the reporting period”).

    Übrigens hat auch die mittlerweile erfolgte Teilfreigabe des eingefrorenen Kontos bei der Bank of Cyprus keine Pressemitteilung zur Folge gehabt – obwohl dies ja die Ursache des Kreditbedienungsproblems war.

    Man könnte also vielleicht vermuten, dass sie nachlässig seien. Andererseits könnten die Leute womöglich auch ziemlich schlaue Taktiker sein.

  23. — Michael · 7. September 2013, 14:25 · #

    Danke! Ich werde das nachlesen.

  24. — Patrick G · 9. September 2013, 22:59 · #

    Vielen Dank fuer die interessanten Kommentare. Kann mir jemand sagen, warum Agroton am 22 Juli 2013 einen Kredit an Iurii Zhuravlov vergeben hat (siehe Interims Financial Statements, Ziffer 30 (g)).Das passt irgenwie gar nicht ins Bild, oder habe ich da etwas uebersehen?

  25. — Oliver · 17. Dezember 2013, 23:14 · #

    Nach längerer Stille hier mal wieder etwas Interessantes.
    Es sieht aktuell danach aus, dass die Ukraine in der jetzigen Saison 2013/14 die größte Ernte aller Zeiten einfährt. Gemäß Deutschlandfunk-Webseite fehlen fatalerweise für diese Massen im ganzen Land Silos zum lagern.
    Agroton hatte erst im letzten Jahr MASSIV in Getreidesilos investiert – allein über $10 Mio. in einen 130.000 Tonnen Silo. Beim Impairment-Test zum Geschäftsbericht 2012 wurde dessen Wert mal eben um $3,5 Mio. abgeschrieben, was am Ende einen großen Teil des negativen EBIT ausmachte. Sicher hat der Abschreiber auch damit zu tun, dass Agroton damals eine miese Ernte hatte und somit die Silos kaum nutzen konnte.
    Ob Agroton womöglich demnächst am lautesten lacht?

  26. Stefan Mohr · 18. Dezember 2013, 11:27 · #

    Interessante Info @Oliver…

    Hier auch ein Artikel dazu: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/maerkte,did=925384.html

    Interessant ist übrigens, dass es laut dem Artikel schon 2013 eine Rekord-Getreideernte in der Ukraine gab. Scheinbar ist es hier bei Agroton schlechter gelaufen (wenig Regen im Herbst 2012, also zur Saatzeit des Winterweizens war hier die Erklärung).

    Aber wie dem auch sei, alles schwer zu sagen wie Agroton davon nun profitiert oder nicht. Trotz allem finde ich den Kurs absurd niedrig, auch wenn Agroton sicher kein risikofreies Investment ist.

  27. — Jascha · 26. Dezember 2013, 13:53 · #

    Hallo Stefan,

    hast du eine Meinung zu dem Darlehen, dass an Herrn Zhuravlov vergeben wurde. Wenn doch das Unternhemen in Liquiditätsschwierigkeiten steckt, wie können die sich dann das Darlehen von 10 Mil. erlauben?
    Würdest du grundsätzlich davon abraten die Aktien in Form der GDR ins Depot zu legen?

  28. — Oliver · 3. Januar 2014, 16:58 · #

    Erneut hat es Agroton geschafft, seine Anleihegläubiger zu stutzen. Unter anderem wurden folgende Änderungen abgesegnet:

    1) postpone to 14 January 2015 the interest payments that would be due for payment to Noteholders on (a) 14 January 2014 (including the postponed 14 July 2013 Interest Payment) and (b) 14 July 2014;

    2) further decrease the interest rate with effect from 14 January 2013 from 8.00 per cent to 6.00 per cent;

    Mir ist schleierhaft, wie sie das wieder hinbekommen haben. Aber den Aktionären kann es natürlich nur recht sein.

  29. — Oliver · 20. Februar 2014, 12:44 · #

    Strohfeuer oder Insiderhandel?

    Nanu, was passiert denn da? Es gibt keinerlei Neuigkeiten zu Agroton. Aber in den letzten zwei Tagen hat sich der Kurs förmlich überschlagen. In Warschau dümpelte der Kurs monatelang im Bereich um 2,30 Zloty.

    Heute übersprang er gleich mal 5 Zloty, in Frankfurt 1 Euro. Und das Tagesvolumen an gehandelten Aktien liegt bei fast 10% des gesamten Aktienbestands!

    Ich habe jedenfalls – verwundert und verunsichert zugleich – einen Teil meines Bestands (mit immerhin 100% Gewinn) monetarisiert.

    Spannend zu beaobachten, wie es nun weiter geht.

  30. Stefan Mohr · 20. Februar 2014, 13:24 · #

    @Oliver:
    Habe mich auch schon gefragt, was seit gestern los ist. Scheint tatsächlich so, dass etwas im Busch ist und einige Insider schon was wissen.

    Aber ich denke ich warte noch etwas ab und werde so zwischen 1,50 und 2€ über einen Verkauf nachdenken.

  31. — daniel · 20. Februar 2014, 15:04 · #

    Vielleicht erwartet man deutlich steigende Nahrungsmittelpreise wegen den Unruhen in der Ukraine?

  32. Stefan Mohr · 20. Februar 2014, 16:06 · #

    Kann ich mir jetzt eigentlich fast nicht vorstellen. Die Unruhen finden ja eher in der Stadt statt, glaube kaum dass das so gravierende Auswirkungen auf ländliche Regionen hat.

  33. — daniel · 20. Februar 2014, 16:42 · #

    Ich meinte eher die Erwartung eines Bürgerkrieges bzw. längerfristiger Unruhen. Sowas kann recht schnell auf ländliche Regionen überschwappen und treibt natürlich die Nahrungsmittelpreise.

  34. — daniel · 20. Februar 2014, 16:46 · #

    Soll heißen: die Erwartung bzw. die Furcht vor einem Überschwappen kann doch bereits jetzt die Nachfrage beflügeln, oder nicht?

  35. Stefan Mohr · 20. Februar 2014, 18:04 · #

    Ok, könnte vielleicht sein. Auf der anderen Seite würde ich vermuten, dass die Auswirkungen eines Bürgerkrieges in der Ukraine für Unternehmen dort eher negativ sein dürften.
    Zumindest Weizen ist außerdem ein Produkt das am Weltmarkt gehandelt wird und bei schlechten Ernten in der Ukraine auch importiert werden kann. An eine großartige Preissteigerung wegen dem aktuellen Geschehen mag ich deswegen nicht so recht glauben.

  36. — daniel · 20. Februar 2014, 18:16 · #

    Einfuhren in Krisengebiete funktionieren erfahrungsgemäß nicht so gut…

  37. Stefan Mohr · 20. Februar 2014, 19:18 · #

    Auch wieder wahr…
    Na wie auch immer, ich habe keine Ahnung was der Grund für den Kursanstieg ist, aber vielleicht kommt ja demnächst eine Meldung und wir sind schlauer :)

  38. — Oliver · 27. Februar 2014, 11:21 · #

    Na endlich ist es raus: gemäß aktueller Presseveröffentlichung hat eine polnische Firma namens Global Energy inzwischen über eine Million Aktien aufgekauft und damit die meldepflichtigen 5% überschritten.

    Interessant ist auch der Zusatz, der allerdings Interpretationsspielraum lässt:
    GLOBAL declares that, in connection with information on any intention to further increase of the shareholder’s share in the total vote within 12 months from the notification date, further capital engagement in AGROTON is possible to be increased.”

    Glücklich womöglich diejenigen, die Aktien haben. Aber dadurch, dass Putin dort drüben mit dem Säbel rasselt, ist das Risiko auch nicht gerade Null.

  39. — daniel · 27. Februar 2014, 13:53 · #

    Was nun auch immer der letztendliche Grund sein mag für die Anstiege: Gratulation auf jeden Fall zur Auswahl ;-)

  40. — Sven · 27. Februar 2014, 15:10 · #

    Kann jemand erklären warum es zwischen dem polnischen Kurs (5,50 Zl) und dem deutschen Kurs (ca 1€) so einen großen unterschied gibt? Laut aktuellem Wechselkurs müsste doch der deutsche Kurs be ca 1,30 € stehen oder?

  41. — Oliver · 27. Februar 2014, 17:25 · #

    Das dürfte schlicht das Angebots- und Nachfrageverhältnis sein. Zurzeit werden die meisten Aktien an der Warschauer Börse nachgefragt, also geht es dort zuerst hoch, und die Frankfurer Börse folgt dann langsam im Sinne des Herdentriebs.

    Als ich im letzten Jahr anfing Agroton aufzukaufen, waren es leider die deutschen Kurse, die durchgehend 30% über den Polen lagen.

    Zweiter Grund: Frankfurt ist höchst illiquide, so dass der Kurs schon bei einem 2000er Paket stark schwanken kann. In Warschau brauchst Du dafür zurzeit fast das Hundertfache.

    Hoffe, die Erklärung passt halbwegs :-)

  42. — Sven · 27. Februar 2014, 19:35 · #

    Danke. Man kann man also festhalten, dass Frankfurt ca 30% unter Warschau steht, die Kurse in Polen gemacht werden und wir uns also peut a peut diesem Kurs annähern. klingt nach einer guten Chance.

  43. — daniel · 27. Februar 2014, 22:00 · #

    Bid ask spread oder?

  44. Stefan Mohr · 28. Februar 2014, 10:04 · #

    Am Bid-Ask-Spread liegts nicht. Der ist in Frankfurt bei knappen 10%, das erklärt aber nicht die 30% Kursunterschied zwischen Frankfurt und Warschau.

    Interessant ist auch, dass dieser Kursuntschied zwischen den beiden Börsen erst seit wenigen Tagen besteht, davor gab es lange Zeit kaum einen Unterschied.

    Ich hab mal meine Position bisschen vergrößert, hatte eh etwas Geld rumliegen und bei Agroton scheint Bewegung reinzukommen ;-)

  45. — daniel · 4. März 2014, 16:09 · #

    http://wirtschaftsblatt.at/home/boerse/rohstoffe_waehrungen/1570407/UkraineKrise-beim-Weizen-und-Maispreis-angekommen

    Sowas in der Art meinte ich in Posting Nr. 31 übrigens ;-)

  46. Stefan Mohr · 4. März 2014, 19:17 · #

    Ok, interessant… Aber irgendwie befürchte ich trotzdem, dass die negativen Auswirkungen auf Agroton im Falle einer Zuspitzung des Konfliktes schwerer wiegen dürften als gewisse Preissteigerungen beim Weizen.

    Was ich an dem verlinkten Artikel sehr interessant finde:

    Dort wird die Kernel Group erwähnt, wie es aussieht ein weiteres börsennotiertes ukrainisches Agrarunternehmen. Vielleicht lernt man beim lesen der Berichte auch indirekt etwas über Agroton, werde mir das bei Gelegenheit mal ansehen:
    http://www.kernel.ua/en/financial/reports/

  47. — Michael · 11. April 2014, 16:02 · #

    Leider habe ich den Moment des Ausstiegs wohl verpasst und verfolge nun die politische Lage ziemlich genau.
    Generell bin ich vom Geschäftsmodell überzeugt, aber wie gelernt geht ja Liquidität vor Rentabilität. Hat jemand weitere / aktuelle Infos zu Agroton?

  48. Robert · 14. April 2014, 16:12 · #

    Die Kernel hab ich mir gekauft in den letzten 3-4 Wochen. Es gibt nicht viel womit man Ukraine direkt spielen kann. Ich mehr fündig geworden in Russland bzw. indirekte Plays auf Russland wie Raiffeisen International (es gibt ca. ein Dutzend Werte in Austria mit Exposure to Russia bis zu 30% / Osteuropa entsprechend mehr), Stada wird auch wieder interessant wenns noch billiger wird, oder direkt rein in Gazprom und andere Konsorten.

    Wenn man das Thema Agrar spielen will, also Agrar an sich, muss man nicht zwingend in die Ukraine gehen. Dort ist die Welt voll mit entsprechenden Unternehmen, in der Ukraine ist die Börse nicht gerade entwickelt. Es gibt zwar große Unternehmen aber die sind alle nicht an der Börse. Vor einigen Quartalen hatte ich mal eine Geschichte über den ukrainischen Hühnermilliardär geschrieben.. der dann die Aktien aber wieder von der Börse genommen hat.. teuer den IPO gemacht…und zu Billigstkursen wieder aufgekauft.. so geht das :).. …

  49. — Oliver · 16. April 2014, 19:45 · #

    Endlich gibt es wieder News, und was für welche: http://gpwinfostrefa.pl/GPWIS2/pl/reports/espi/view/attachment/Agroton16.pdf,259386

    Wenn ich das richtig interpretiere, konnte Agroton bei der $50 Mio. Anleihe in den vergangenen Monaten wiederholt die Bedingungen neu verhandeln (drücken), indem sie vorgaben, es ginge der Firma schlecht (siehe meine frühere Analyse aus den Beiträgen 19 und 22). Und jetzt, nachdem die Anleihen in der Folge auf dem Bond-Markt massiv an Wert verloren haben, hat nun Agroton mal eben schnell Anleihen im Wert von $22 Mio. zurück gekauft. Wo haben sie bloß dafür wieder die Liquidität her bekommen? Möglicherweise durch einen guten Ernteertrag?

    Wie auch immer, ich gehe nach wie vor davon aus, dass das Management ziemlich clever ist – sowohl im positiven als auch im potentiell negativen Sinne.

  50. — Oliver · 15. Mai 2014, 16:51 · #

    Agrotons Geschäftsbericht 2013 ist raus:

    http://gpwinfostrefa.pl/GPWIS2/pl/reports/espi/view/attachment/Agroton-2.PDF,261113

    Demzufolge haben sie den in 2012 vereinbarten Kauf von zwei Agrarfirmen in der zweiten Jahreshälfte 2013 wieder storniert. Die bereits geleistete Vorauszahlung i.H. von $33 Mio. in Cash soll vollumfänglich innerhalb 12 Monaten an Agroton zurückfließen.

    Jetzt ist klar, woher Agroton plötzlich die Liquidität hatte, um seine eigenen Anleihen im Nennwert von $22 Mio. (zum deutlich niedrigeren Marktpreis) zurückzukaufen.

    Da sie nun ihre Schulden signifikant reduziert und womöglich noch genügend weitere Dollarreserven haben, während die lokale Währung inzwischen um die Hälfte abgewertet hat (Eigenkosten in Hryvna, aber Exportmöglichkeit in $ und EUR), sieht es also tendenziell gut aus.

    Allerdings verbleibt noch das politische Risiko. Luhansk ist hier bekanntlich ziemlich stark exponiert.

  51. — Oliver · 7. Juli 2014, 11:38 · #

    Inzwischen hat der CEO weitere 200,000 Aktien am freien Markt nachgekauft und erhöht damit seinen Anteil am Gesamtkapital noch einmal um knapp 1%.

    http://gpwinfostrefa.pl/GPWIS2/pl/reports/espi/view/attachment/Agroton17.pdf,267820

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