Große Umschichtung im Musterdepot: Microsoft, MunichRe, Autohellas, Agroton uvm.

19. Dezember 2013 -   -  Stefan Mohr

In meinem Musterdepot hat sich jetzt schon eine ganze Weile nichts getan. Nicht weil ich es vergessen habe, aber es gibt eben nicht alle paar Wochen Anpassungsbedarf. Nun ist es aber doch mal nötig, etwas umzuschichten, genaugenommen werden die Anpassungen sogar recht groß sein.

Verkauf vieler Depotpositionen

Warum verkaufe ich plötzlich einen großen Teil meines Depots? Ahne ich den großen Crash voraus und steige vorher aus? Nein, definitiv nicht. Wie sich die Aktienkurse in den nächsten Monaten und Jahren entwickeln werden, davon habe ich keinen blassen Schimmer. Aber viele meiner Depotpositionen haben sich eben gut entwickelt. Mittlerweile sind sie auf einem Niveau angekommen, wo ich sie zwar nicht für definitiv zu teuer halte, aber wo ich auch selbst nicht mehr kaufen würde. Also lautet die Devise: verkaufen…

Autohellas

Die Aktie des griechischen Autovermieters (Hertz Griechenland) hat mittlerweile deutlich mehr als 100% zugelegt. Mittlerweile wird die Aktie etwa zu 2/3 des Buchwertes gehandelt. Keineswegs teuer, aber in anbetracht dessen, dass die Krise in Griechenland keineswegs ausgestanden ist und ein Autovermieter wohl nie das vielfache des Buchwertes wert sein wird – definitiv auch nicht mehr spottbillig.

(Teilverkauf) Conduril

Das portugiesische Bauunternehmen Conduril, stark engagiert in Afrika, hatte ich spottbillig, zu einem Bruchteil des Net Current Asset Value, gekauft, obwohl das Unternehmen profitabel war. Mittlerweile ist der Kurs auf ca. 0,7x NCAV gestiegen. Der Wert macht jetzt fast 7% meines Musterdepots aus – definitiv zu viel für einen Wert, der zwar sehr billig ist, dessen Zukunftsaussichten ich aber nur schwer einschätzen kann.
Da die Aktie extrem illiquide ist, kann der Verkauf Wochen oder gar Monate dauern. Zumindest die Hälfte werde ich bei Gelegenheit verkaufen, solange der Kurs nicht wieder deutlich fällt.

Ibersol

Auch die Aktie des portugiesischen Betreibers von (Schnell-)Restaurants hat sich gut entwickelt. In meinem Artikel zu Ibersol hatte ich mit sehr konservativen Annahmen einen Unternehmenswert von 90 Mio. € geschätzt. Auch wenn sich die operative Lage nicht so schlecht entwickelt hat: mittlerweile beträgt die Marktkapitalisierung über 120 Mio. €. Auch hier ist sicher noch Luft nach oben, wenn sich alles gut entwickelt. Für mich aber kein Kauf mehr.

Microsoft & Münchener Rück

Auch meine Langfrist-Lieblinglinge Microsoft und Münchener Rück haben sich gut entwickelt (beide hatte ich im September 2011 zum Start meines Misterdepots gekauft). Auch wenn beide vermutlich nicht zu teuer sind, hat sich damit logischerweise das Chance-Risiko-Verhältnis zu meinen ungunsten entwickelt. Auf diesem Niveau ziehe ich die Taube in der Hand vor und halte sie fest, bis ich einen ganzen Taubenschwarm im Gebüsch finde.

Ein paar kleine Käufe

Nach dem Verkauf all dieser Werte beträgt die Cashquote in meinem Depot nun über 60%. Wohin nun mit dem vielen Geld? Ein paar kleine Käufe werde ich an dieser Stelle tätigen.

Das gesamte Depot in China-Aktien stecken ist definitiv keine Option. Auch wenn ich trotz teilweise drastisch gefallener Kurse (der gesamte China-Anteil liegt rund 10% im Minus, Asian Bamboo und Kinghero gar 80 und 90%) noch immer davon überzeugt bin, dass ein diversifiziertes Depot von Deutsch-Chinesen eine gute Investitionsmöglichkeit ist – ich denke den Anteil am Gesamtdepot sollte man begrenzen. Zwei Werte werde ich aber zusätzlich in mein Depot aufnehmen.

Firstextile

Investition: ca. 2,5% des Musterdepots

Firstextile hatte ich zunächst nicht gekauft, weil sie zu “teuer” waren. Um weiter etwas zu diversifizieren, werde ich nun aber doch zuschlagen. Das Unternehmen, welches hauptsächlich Stoffe und Uniformhemden produziert, liefert weiter gute Zahlen und der Kurs ist etwas gesunken.
Sehr gefallen hat mir auch die Präsentation auf dem Eigenkapitalforum. Definitiv die beste Vorstellung von allen Deutsch-Chinesen. Wobei man den Zusammenhang zwischen Presentation-Skills und Zukunftsaussichten sicher nicht überschätzen sollte.

Vange Software

Investition: ca. 2,5% des Musterdepots

Hier gibt es nicht allzuviel zu sagen. Vange Software entwickelt Software für den Immobilienbereich in China und ist mit einem KGV von etwas über 1 recht günstig.

Agroton

Investition: ca. 3% des Musterdepots

Über Agroton hatte ich hier bereits einen Artikel geschrieben. Das ukrainische Agrarunternehmen hat derzeit einige Probleme, die es aber wahrscheinlich überwinden kann. Dafür ist der Kurs deutlich zu niedrig.

Trotz allem definitiv kein risikoarmes Investment, deshalb auch hier nur eine kleine Position.

und nun?

Jetzt heißt es also: Abwarten. Es heißt zwar, Cash is King, aber glücklich bin ich mit einer Cashquote von mehr als 50% in meinem Depot ganz und garnicht. Immerhin wirft Cash (fast) keine Erträge ab. Aber wenn ich nicht genug gute Investitionsmöglichkeiten finde, halte ich lieber Cash, als auf Teufel komm raus irgend etwas zu kaufen.

Ich bin sicher, dass es auch jetzt noch massenweise deutlich unterbewertete Aktien gibt. Man muss sie eben nur finden, was viel Zeit braucht.

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Kommentare [43]

  1. Emanuel Schiendorfer · 19. Dezember 2013, 11:08 · #

    Hallo

    Ich habe deinen Blog über RSS abonniert und finde ihn Klasse! Ich bin Value-Anfänger und bekomme hier viele hilfreiche Tipps.

    Wie erklärst du dir das kleine KGV von Vange Software? Ich habe mir die Firma nicht genau angeschaut, aber es muss doch einen Haken an der Sache geben.

    Aus meiner Anfänger Sicht, wäre diese Firma plötzlich in der Lage eine Dividende auszuschütten mit einer sehr hohen Dividendenrendite. Ist das richtig? Mir ist auch klar, dass es ein kleines Unternehmen ist, welches noch wachsen will, somit erwarte ich nicht heute oder morgen eine Dividende.

    Wäre für ein paar Hinweise sehr dankbar!

    Gruss
    Emanuel

  2. Stefan Mohr · 19. Dezember 2013, 11:26 · #

    Zu Vange Software:

    Letztendlich ist der Grund der gleiche, wie bei allen anderen in Deutschland notierten China-Aktien:

    * in den USA hat es einige Betrugsfälle mit solchen Aktien gegeben (mittlerweile möglicherweise auch in Deutschland, siehe Kinghero?)
    * operativ haben einige dieser Unternehmen enttäuscht – gesunkene Gewinnmargen, nicht erfüllte Erwartungen usw.
    * die Kapitalmarktkommunikation vieler dieser Unternehmen ist schlecht, was nicht gerade vertrauensbildend ist
    * China ist weiterhin ein Schwellenland, das Rechtssystem usw. ist mit Westeuropa/Nordamerika nicht vergleichbar

    Das alles sind gute Gründe, diesen Unternehmen eine geringere Bewertung zuzugestehen, als heimischen Aktien. Trotz allem halte ich den Bewertungsabschlag für übertrieben. Auch wenn es sicher noch negative Überraschungen mit solchen Aktien geben wird: um die aktuellen Kurse zu rechtfertigen, müssten 70-80% davon ein Totalverlust werden. Möglich, dass ich mich irre, aber das halte ich für deutlich zu pessimistisch.

    Allerdings muss man dazusagen, dass man sehr starke Nerven bei solchen Aktien haben muss. Wer bei teilweise 20-30% Kursschwankung am Tag nicht mehr ruhig schlafen kann, wird daran keine Freude haben und tendenziell zum falschen Zeitpunkt aussteigen, selbst wenn ich mit meiner Einschätzung richtig liegen sollte.

  3. Martin · 19. Dezember 2013, 15:28 · #

    Der Interim Report ist in schlechtem englisch. Was meinen die denn damit:
    Prosecutor and Defendant: Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH/VSG Vange Software Group AG, Case: IPO expenses Amount: EUR 160,000
    Pending litigation
    In processing
    Prosecutor and Defendant: Raupach & Wollert-Elmendorff/VSG Vange Software Group AG, Case: IPO expenses Amount: EUR 30,968
    Pending litigation
    In processing
    Prosecutor and Defendant: Heuking Kühn Lüer Wojtek/VSG Vange Software Group AG, Case: IPO expenses Amount: EUR 12,527.38

    Vange hat auch nur geringen Free Float.

  4. Mario · 19. Dezember 2013, 16:07 · #

    Bin momentan auch eher auf der Verkäufer Seite als auf der Käufer Seite. Hast du noch eine Meinung zu Opap? Kann mich nicht richtig entscheiden, ob das eine Halte Position ist oder ich besser aussteigen sollte, weil ich nicht mehr das Gefühl habe, die künftige Entwicklung halbwegs überblicken zu können.

  5. — Markus · 19. Dezember 2013, 16:29 · #

    @Martin:
    Das Englisch ist meiner Meinung nach in Ordnung. Hab da schon schlimmeres gesehen (Kinghero :-)). Die Kosten, die du aufgeführt hast, stehen wahrscheinlich mit dem Börsengang in Verbindung.

    Der Free-Float von lediglich 2,5 % (= die ca. 100’ Aktien aus dem Börsengang in Deutschland zu 26 € -> Kurs heute 4,20 €) stören mich auch.

    Was mich noch stört: Trotz hohem Gewinn im ersten Halbjahr (ca. 9 Mio) gibt es Mittelabflüsse (5,4 Mio) im Cashflow-Statement. Der größte Aktiv-Posten sind mittlerweile die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, wobei ich nicht entnehmen konnte wie und wann die bezahlt werden… Die Audits und Jahresberichte helfen da auch nur minimal weiter. Da kann ich eher erkennen, dass die wohl 2/3 der Umsätze mit Regierung und öffentlichen Stellen machen und 1/3 mit Privaten Unternehmen.

    @Stefan: Wie würdest du die Ageing-Statements interpretieren mit den 0-60-Tage, 61-180 Tage und 181Tage-1Jahr. Sind das die Zahlungsziele für die Rechnungen?

  6. — Valueer · 19. Dezember 2013, 17:30 · #

    Von den Chinaaktien würde ich mich fernhalten, du musst dir schon ganz schön sicher sein was du tust (macht auch den Eindruck, wenn man die Posts des letzten Jahres verfolgt). Ich halte mich da an die buffettsche Weisheit: Schuster bleib bei deinen Leisten.

    Mich interessiert unter Value-Investoren aber folgendes:

    Betrachtest du deine China Anlagen als Investition oder als Spekulation?

    Gruß und viel Glück dabei
    Valueer

  7. — KF · 19. Dezember 2013, 18:04 · #

    Ich halte mich von kleinen Chinesen auch so weit fern wie es geht. Was bringen mir tolle Bilanzen mit Cash, wenn das gar nicht existiert oder ich als Shareholder meine Rechte daran nicht durchsetzen kann. Es gibt auch so genug investierbare günstige Aktien.

  8. — alex · 19. Dezember 2013, 21:16 · #

    Ich bin auch nicht für China-das ist eine “fremde” Aktienwelt für mich.Bin bei Südzucker eingestiegen und denke an Tesco nach den Rückgängen zuletzt.Was denkt ihr?Barrick Gold halte ich auch für spannend. Gold wird wohl kaum unter 1200 fallen.

  9. — CK · 19. Dezember 2013, 21:32 · #

    @Alex
    nur zu deiner Info, Gold war heute schon unter 1200…
    MfG

  10. Martin · 19. Dezember 2013, 21:54 · #

    Tesco besitzt auch einen Großteil der Immobilien selbst, welche nach deren Schätzung schon etwas mehr als die mcap an Wert haben. Operativ läuft es aber nicht rund.

    @Markus: Litigation hast ja nun nicht, dass das nur eine offene Rechnung ist. Das stand auch unter Ereignisse nach Berichtszeitraum und IPO war weit davor.

    Kinghero schreibt doch auf deutsch.

  11. — Michael · 20. Dezember 2013, 10:00 · #

    Hallo Stefan,

    so ganz kann ich diese Umstellung nicht nachvollziehen. Du schreibst einerseits, dass Werte wie Münchner Rück und Microsoft nicht gerade teuer sind, verkaufst sie aber dennoch. Nun sitzt Du aber auf einem Cashberg mangels Alternativen. Hältst Du Cash in dieser Menge momentan wirklich für besser als diese beiden Unternehmen?

    Ansonsten hätte ich noch ein Unternehmen, über das ich ganz gerne mal lesen würde: Innotes TSS. Ein kleiner Bauzulieferer mit einer Marktkapitalisierung von ca. 80 Mio.

    Grüße

  12. — Covacoro · 20. Dezember 2013, 20:46 · #

    Also ich muß sagen: mutig von Dir, jetzt zu verkaufen und auch das Du zur hohen Cashquote stehst, finde ich gut. Ich habe in meinem Sharewise-Musterdepot auch gerade tabula rasa gemacht und werde mich über die Feiertage nicht mit Aktien-Analysen beschäftigen, sondern mehr dem Prozeß an sich (der Entscheidungsfindung) zuwenden und wie man Fehler vermeidet. Vielleicht auch eine Idee für den Blog, jetzt wo Value-Aktien dünner gesät sind ?
    Am 18.01. ist ja in Dresden Börsentag – sehr geeignet die Stimmung des Publikums aufzunehmen – aber Value-Vorträge oder ähnliches darf man da nicht erwarten. Bist Du dort eventuell anzutreffen ?
    Grüße und schöne Feiertage, Covocoro

  13. — simplify · 21. Dezember 2013, 10:04 · #

    Ein paar Anregungen zu sehr günstigen Aktien:

    BDI Bioenergy(zusätzlich jede Menge Fantasie), Ceotronics (Geschäfte sollten wegen Umstellung von analog auf digital Funk zumindest solide laufen), Muehlhan(Nach der xten Restrukturierung sollten Geschöfte besser laufen, erfolgreich neue Standbeine geschaffen, Kerngeschäft Beschichtungen von Schiffen nun nur noch 1/3 des Umsatzes), Design Bau(Projektierer, daher Gewinn schlecht planbar, aber NAV von 4€, Kurs unter 2€, jede Menge Vorratsgrundstücke mit hohen stillen Reserven, da schon vor Jahren günstig eingekauft)

  14. — simplify · 21. Dezember 2013, 10:12 · #

    Stefan du schreibst dies vortrefflich mit den Chinawerten. Diese Nerven hätte ich nicht. Aus meiner Sicht hast du bisher nur Glück gehabt, dass dein Minus nicht noch größer ist. Mit so Werten wie Goldrooster, die von Balaton gestützt werden.

    Finde deine Seite super und dich sehr mutig und selbstbewußt. Ich hätte auch nicht die Nerven, mich hier irgendwelcher Kritik auszusetzen, wenn es mal nicht so läuft. Hinterher sagt jeder, dass er gescheiter ist als du, falls es mal nicht so läuft. Ich wollte das nicht.

  15. Stefan Mohr · 21. Dezember 2013, 12:33 · #

    Vielen Dank für eure zahlreichen Kommentare :)

    @Mario:
    Zu OPAP habe ich aktuell auch keine richtige Meinung mehr. Habe die aktuelle Entwicklung aber auch nicht so richtig verfolgt. Wenn es jetzt nichts großartig neues gibt, sehe ich das weiterhin so wie im letzten Artikel zu OPAP beschrieben. Wobei sich der Kurs ja nochmal ein ganzes Stück nach oben bewegt hat.

    @Valueer:
    Ob ich die China-Aktien als Investment sehe? Ja, eindeutig. Wobei das davon abhängt, wie man Investment und Spekulation definiert. Aber ich denke, dass die Deutsch-Chinesen im Schnitt (!) mehr wert sind, als der aktuelle Kurs. Übrigens habe ich diese Frage (die so nicht zum ersten mal kam) als Anregung genommen, mal einen Artikel zu Investment und Spekulation und wo ich den Unterschied sehe zu schreiben. Ist noch in Arbeit, aber wird wohl Anfang nächsten Jahres fertig werden.

    @Markus
    Zu den Ageing Statements von Vange: wenn ich nicht ganz falsch liege, ist das eine Übersicht wie lange die Forderungen bereits ausstehen. Hat also nur sehr indirekt etwas mit Zahlungszielen zu tun.

    Ansonsten: ja, mit den steigenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist nicht schön, vielleicht sogar ein Warnsignal. Man könnte sagen, dass ist mir zu heiß, da investiere ich nicht. Aber das ist eben immer eine Frage der Parameter: Wahrscheinlichkeit für Erfolg und Misserfolg und der jeweiligen Höhe von Verlust und Gewinn. Vange Software ist mit Sicherheit kein risikoarmes Investment.

    @Michael
    Tja, das ist schwer zu sagen, ob Cash derzeit besser ist als Aktien. Das kommt darauf an, ob die Aktien in den nächsten Monaten steigen oder fallen ;-)
    Aber ich sehe es einfach so: ich will in der Regel in Aktien investieren, bei denen ich bei einer Haltezeit von 10 Jahre oder mehr mindestens 10% Rendite p.a. erwarten kann. Das sehe ich bei den jetzt verkauften Aktien nicht mehr als erfüllt an. Natürlich ist es immer blöd, unverzinsten Cash rumliegen zu haben. Aber ich bin nicht bereit, meine Ansprüche herunterzuschrauben, nur weil Aktien derzeit eher teuer sind. Ich warte dann lieber ab und denke, dass ich vermutlich früher oder später wieder gute Investments finden werde und mich dann freue, wenn ich Cash habe.
    Aber auf der anderen Seite will ich damit jetzt auch nicht sagen, dass unbedingt jeder seine Aktien verkaufen sollte. Es ist auch nichts falsch daran zu sagen, “Microsoft oder MunichRe bringen mir vermutlich eine Rendite von 7 oder 8% p.a. über einen langen Zeitraum, die halte ich langfristig, solange sie nicht richtig überbewertet sind”. Ist vermutlich auch eine Frage, ob man eher Buy&Hold Investor ist, wie viel Zeit man investieren kann und will und wie aufgeschlossen man bei solchen “Perlen” wie Agroton, China-Aktien oder Conduril ist. Solche recht unkonventionellen Sachen kommen eben auch nicht für jeden in Frage.

    @Covacoro
    Beim Börsentag Dresden oder ähnlichen Veranstaltungen wird man mich höchstwahrscheinlich die nächsten 100 Jahre nicht antreffen, interessante Vorträge sehe ich da nicht. Und die Stimmung des Publikums interessiert mich eher weniger ;-) Die dreht sich eh schneller als man gucken kann.
    Aber wenn du in Dresden bist und Lust auf ein Treffen hast, einfach mal eine Mail schreiben. Bin eigentlich immer dafür zu haben, mal einen Kaffee oder ein Bierchen zu trinken und eine Runde zu quatschen.

    @simplify
    Ja, etwas Glück war mit Goldrooster tatsächlich dabei. Die haben die meisten großen Verluste bei den anderen weitestgehend ausgeglichen. Aber so ist das halt wenn man breit streut, man wird immer ein wenig Glück und ein wenig Pech haben. Kommt halt drauf an, wie sich Glück und Pech so die nächsten Jahre verteilen.

    Mit dem “mutig” (oder dumm?) mich hier der Kritik auszusetzen, stimmt, das ist nicht ganz leicht. Da die meisten meiner Investments eher unkonventionell sind (ob nun Griechenland, Portugal oder China-Aktien) gibt es natürlich immer einige, die das anders sehen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch oft fundierte Kritik, die einen zum Nachdenken anregt. Man muss eben versuchen, Kritik anzunehmen aber sich auf der anderen Seite nicht beirren zu lassen, wenn man andere Schlüsse zieht. Zugegebenermaßen nicht immer einfach :)

  16. — TiffTiff · 24. Dezember 2013, 15:36 · #

    Hallo Stephan,
    deine Umschichtung ist ja wirklich ein Paukenschlag in deinem Depot.
    Mich wundert, dass du auch Werte wie Microsoft oder Munich Re verkauft hast, da sie Meiner Meinung nach sehr “hochwertig” sind und laufend ihre “Gewinne” steigern.
    Bei den anderen Unternehmen verstehe ich es, dass du sie bei diesem “angemessenen Preis” verkauft hast.
    Eine Frage: Wieviel Zeit lässt du von deiner Verkaufsentscheidung bis zur tatsächlichen Durchführung vergehen ??
    Ich persönlich halte es laut meinem “Investmentbuch” so, dass ich immer 14 Tage dazwischen habe muss. Der Sinn und Zweck dieser “Sicherheitsvorkehrung gegen Kurzschlüsse” liegt darin, dass ich noch einmal gründlich über meine Entscheidungen nachdenken muss, bevor sie ausgeführt werden.
    Charlie Munger sagte bei einem Interview: “Ein erhöhter Puls und Selbstüberschätzung sind die Ausgangsbasis für viele Fehlinvestments”
    Wenn man sich zwischen Entscheidung und Durchführung einige Zeit lässt, dann ist der Puls bis zur Ausführung sicherlich wieder gefallen und man hat einen klaren Kopf.

    P.S. ich selbst bin derzeit massiv in Immofinanz investiert. Kennst du dieses Unternehmen und wenn ja hast du eine Meinung zum Unternehmen und zur Bewertung ?

  17. — Markus · 24. Dezember 2013, 22:12 · #

    Hey Stefan,

    verrätst Du ganz grob, in welchem Verhältnis das “Spieldepot” zum realen Depot steht?
    Zwischen 1:2 – 1:3 oder nur ganz grob.
    Bin neugierig auf ne Benchmark;-).

  18. Stefan Mohr · 26. Dezember 2013, 10:06 · #

    @TiffTiff:
    Zu Microsoft und Münchener Rück: vielleicht bin ich auch zu optimistisch, was zukünftige Chancen betrifft, die ich hoffe früher oder später zu finden. Aber meine Philosophie ist halt: Aktien nur, wenn ich auf lange Sicht 10% Rendite p.a. erwarten kann, was ich bei Microsoft und MunichRe nicht mehr sehe. Schwer zu sagen, ob das die beste Philosophie ist…

    Zu Immofinanz kann ich leider nichts sagen…

    Eine feste Zeit, die ich mir mit einer Verkaufs- (oder Kauf-) Entscheidung lasse habe ich nicht. Meist vergehen aber schon wenigstens einige Tage von Entscheidung bis Durchführung. Aber ehrlich gesagt, finde ich die Idee garnicht schlecht, hier eine feste Vorgabe zu machen, um übereilte Handlungen zu vermeiden… Vielleicht mache ich mir da mal Gedanken drüber.

    @Markus:
    Naja, ich habe keine reichen Eltern, nach dem Studium 1 Jahr gearbeitet und mich dann selbstständig gemacht. Am Anfang der Selbständigkeit sprudeln die Einnahmen erstmal nicht gleich so üppig. Das Verhältnis ist eher 1:10. Ich vermute, die meisten Leser haben mehr als ich ;-)

  19. — KF · 26. Dezember 2013, 22:12 · #

    Wie berechnest Du denn die Vorwärtsrendite?
    Bei gurufocus steht die Forward Rate of Return für MSFT immer noch bei 11.67%, und ich sehe das als durchaus realistisch an, überbewertet ist sie wohl mit einem PE von 13.7 kaum.

    Ich verkaufe Positionen nur wenn ich irgendwo eine bessere Rendite erzielen kann und schichte dann in der Regel auch sofort dahin rum. Grössere Cashpositionen sorgen nur dafür das man zwanghaft und schnell neue Ideen suchen muss bevor einem der Markt wegläuft. So ist zumindest meine Erfahrung. :)
    Und einen Crash timen habe ich jetzt mehrmals versucht, das klappt in der Regel eh nicht. (zumindest nicht bei mir)

  20. Stefan Mohr · 27. Dezember 2013, 09:20 · #

    Also 21,8 Mrd $ Jahresgewinn ergeben bei einer Marktkapitalisierung von 311 Mrd. $ 7% Gewinnrendite. Da Microsoft in den Kernbereichen fast kein Geld für Wachstum investieren muss, bräuchte man 3% Wachstum p.a., um auf 10% Rendite zu kommen. Ich halte es für nicht so unwahrscheinlich, dass Microsoft das und vielleicht mehr für die nächsten Jahrzehnte schafft. Aber es kann auch anders kommen, wie vorsichtig man hier abschätzen sollte, ist schwer zu beantworten.

    Also alles in allem würde ich es nicht als “Fehler” sehen, Microsoft zu halten. Definitive Verkaufskurse würde ich erst jeseits der 50$ (derzeit 37$) sehen. Gut möglich, dass ich hier ein wenig zu vorsichtig war.

  21. — daniel · 27. Dezember 2013, 10:27 · #

    @Stefan: Wie lässt Du den riesigen Cashberg von Microsoft in die Bewertung mit einfließen?

    Ex (nicht betriebsnotwendigem) Cash wird das operative Geschäft jetzt schon nur mit dem knapp 10 fachen bewertet

  22. Stefan Mohr · 27. Dezember 2013, 10:36 · #

    Den Cash lasse ich garnicht mit einfließen. Stattdessen gehe ich vom schlimmsten aus und vermute:

    * dumme, unprofitable Übernahmen
    * notwendige Investitionen um die Marktführerschaft bei PC-Betriebssystemen und Office-Software zu verteidigen
    * auch dauerhaft hohe Cashreserven, die dort Jahre und Jahrzehnte quasi unverzinst rumliegen

    Vielleicht etwas pessimistisch, aber in meinen Augen kein so unwahrscheinliches Szenario. Positiv ist allerdings auch, dass man schwere Zeiten mit einem Cashberg besser übersteht, als ohne. Von daher sicher auch eine Art Versicherung vor Extremereignissen.

  23. — daniel · 27. Dezember 2013, 11:23 · #

    Nun, zumindest endet in Bälde die Ära desjenigen Chefs, der die Anhäufung der Cash-Reserven zu verantworten hat.

    Allerdings halte ich die komplette Nichtberücksichtigung der Cashreserven für zu konservativ. Teilweise dient ja auch die margin of safety dazu, um soetwas abzufedern.

  24. — Markus · 28. Dezember 2013, 12:27 · #

    Man muss nicht unbedingt reiche Eltern haben. Das halte ich eher für eine Ausrede! ;-)
    Allerdings ist es natürlich ein Vorteil.
    Eine hohe & regelmäßig Sparquote bringt schon einiges!
    Allerdings ist das Leben auch nicht immer 100 % planbar. Bei Selbstständigkeit sollte zudem auch die Liquidität nicht vernachlässigt werden.
    Ein paar Entscheidungen haben mich schon zwischen 25 – 75 oder sogar mehr k gekostet. Ob diese sich in der Zukunft bezahlt machen…
    Ansonsten bin ich zufrieden.

  25. — Maximus · 29. Dezember 2013, 21:01 · #

    Oh ja! Endlich! Der Schwanzvergleich im Internet. Ich liebe ihn.
    Was interessiert es denn, was Stefan für ein Vermögen hat? Seine Benchmark siehst du doch auf der Seite “Musterdepot”. Offensichtlich hat hier jemand mindestens eine Sache, die ganz klein ist….

  26. Stefan Mohr · 30. Dezember 2013, 13:54 · #

    Also ganz so schlimm find ich das nun nich, ich bin auch gelegentlich neugierig, wie viel Geld gewisse Leute haben.
    Aber um hier keine Sch…vergleiche und Neiddebatten entstehen zu lassen, werde ich dazu wohl in Zukunft lieber keinen Kommentar mehr abgeben ;-)

  27. — daniel · 30. Dezember 2013, 14:35 · #

    Frei nach Herr der Ringe: die Hälfte hat doppelt so wenig wie behauptet und die anderen haben höchstens halb so viel, wie sie gerne hätten ;-)

  28. — Markus · 3. Januar 2014, 10:45 · #

    @Maximus

    ein bisschen mehr Niveau wäre schön!
    Was bringen 500 % Performance bei einem oder zwei Tausender? Die Sparquote, so langweilig sie auch ist, wird wahnsinnig unterschätzt.
    Es ist nun einmal etwas ganz anderes diese Risiken einzugehen, wenn es 20 k oder 200 k im Depot sind! Hier spielt die Psychologie gewaltig mit rein!
    Für einen rein sachlichen Value-Investor sollte das keine Rolle spielen, aber die meisten Menschen sind für psychologische Denkfehler anfällig.
    Wer es nicht glaubt, wird es mit zunehmender Depotgröße in vielen Fällen bei sich selbst merken.
    Wenn jemand 40 k im Jahr verdient und dann das Depot irgendwann das 5fache ausmacht, hat man sehr oft ein anderes Sicherheitsbedürfnis oder streut über andere Assetklassen…

    @Stefan
    Danke für Deine Ehrlichkeit! Ich will übrigens keine Körperteile vergleichen, sondern bin einfach nur neugierig, weil Du ne sehr gute Performance hingelegt hast! ;-)

    Zudem habe ich mir diverse Reichtumsblogs im Internet angeschaut und wahr erstaunt, wie manche Ihr Vermögen oder Ihre Rendite berechnen. Die Mehrheit liegt bei 50 – 150 k. Selten bzw. fast nicht findet man Reichtumsblogs bei mehreren 100 k…
    Liegt das daran, dass diese verschwiegener werden? Oder haben sie eine Bruchlandung hingelegt? Oder Sie haben keine Lust mehr alles ins Netz zu stellen?

    Es liegt nun mal in der Natur der Dinge.
    Der Mensch vergleicht sich wahnsinnig oft mit anderen. Sehr viel davon unterbewusst.
    Ich mag Ehrlichkeit und Anstand! Im Sinne, dass Stefan sich hier die Mühe macht, seine Gedanken mit uns zu teilen würde eine gewisse Ausdrucksweise von Anstand zeugen.

  29. — KF · 3. Januar 2014, 11:15 · #

    @Markus Du bist vermutlich hauptsächlich im deutschen Raum unterwegs, in den USA findet man auch Blogs >500k$ Vermögen. Daran sieht man auch das in Deutschland einiges im Argen liegt was viele nicht sehen wollen. Unser Rentensystem ist ein Grund dafür das die Deutschen im internationalen Vergleich eher arm sind. (und bleiben …)

  30. — jan · 3. Januar 2014, 14:49 · #

    @Stefan Mohr

    Also da die Diskussion ja doch wieder in Richtung tatsächlicher Portfoliogröße getrieben ist, habe ich auch eine Frage:

    Ich selbst habe ebenfalls das Problem, dass noch nicht die Menge an Kapital vorhanden ist. Und aufgrunder der Größe des Portfolios stelle ich mir oft die Frage, welche Positionsgröße angemessen ist. Bei 2% des Portfolios für eine Position sind die Investitionssummen ja schon gering. Wie gehst du damit um?

  31. — KF · 3. Januar 2014, 18:08 · #

    Ich bin zwar nicht gefragt, aber ich würde ein Depot bei Interactive Brokers eröffnen, da kostet die Transaktion 1$, da spielt die Portfoliogröße keine große Rolle mehr. (Aber auch da würde ich keine Positionen < 500$ eröffnen. :) ). Ansonsten würde ich versuchen die Gebühren unter 0.5% zu halten, sonst wird das Traden auf lange Sicht viel zu teuer.

  32. — krankenhaus · 3. Januar 2014, 20:22 · #

    Die ganze Diskussion hat mit Value Investing rein gar nichts zu tun.

    Ehrlichkeit und Anstand (!) mag ich auch. Und deshalb muss ich sage:
    Ich habe sowieso den Allerallergrößten.

  33. — Markus · 3. Januar 2014, 23:13 · #

    @Krankenhaus

    Das Ziel von Value Investing ist der Aufbau von Vermögen! Von mehr Vermögen als der Durchschnitt.

    Grundsätze, um eine positive Einstellung zu Geld und Vermögen zu bekommen um auch mit großen Summen souverän umgehen zu können sind sicherlich nicht unbedeutend.

    In wiefern eine oder mehrere charakterliche Komponenten beim Value-Investing eine Rolle spielen ist eine sehr interessante Frage… Als zusammenhangslos würde auch sicherlich Buffett den Charakter niemals titulieren. Evtl. hätte die “Affäre Salomon” damals ganz andere Wege eingeschlagen.

  34. — Maximus · 4. Januar 2014, 11:01 · #

    @krankenhaus

    Du hast den Allergrößten? :D
    Wieso habe ich mich dann Maximus genannt?! :D:D

    @Markus

    Laberrhabarber! Du hast Stefan gefragt, wie viel er hat, nur um danach mit deinem eigenen Vermögen anzugeben. Das brauchst du gar nicht zu leugnen.

    Hier im Internet kann sowieso jeder alles behaupten und keiner kann es wirklich prüfen, deshalb sollte man einfach schweigen.

  35. Stefan Mohr · 4. Januar 2014, 12:21 · #

    Leute, Leute, ich freue mich zwar über viele Kommentare, aber vielleicht lassen wir das mit den Vermögensdiskussionen lieber?

    @jan, zum Thema Positionsgrößen bei kleinen Depots:

    Naja, wenn man eine Positionsgröße von 2% bei einer Aktie für richtig hält, wird man bei einem kleinen Depot wohl zwangsläufig:
    * die Position größer wählen, oder
    * die Position ganz weglassen

    Bei Flatex zahl ich mit allem drum und dran so Pi x Daumen knapp 10€ pro Inlandsorder. Macht bei einem Volumen von 1000€ also ca. 2% für Kauf und Verkauf. Das ist denke ich gerade noch ok, wenn man das Depot nicht zu oft umschichtet.
    Auf der anderen Seite habe ich z.B. an der Börse Athen mit fremden Spesen teilweise auch schon um die 4% vom Ordervolumen für Kauf und Verkauf bezahlt (obwohl es deutlich mehr als 1000€ waren). Nicht schön, aber war mir damals lieber, als die Gelegenheit sausen zu lassen. Wenn man die Gebühren einfach als Teil des Kaufpreises sieht, muss man sich halt überlegen, ob man die Aktie auch für 5% mehr kaufen würde.

    Was man auch im Hinterkopf behalten sollte: wenn man z.B. ein 10.000€-Depot hat, aber jeden Monat 1000€ übrig hat, die man auch in Aktien anlegen will, kann man es sich erlauben, deutlich aggressiver zu sein und weniger zu diversifizieren. In so einem Fall das Ganze Geld in 1 oder 2 Aktien zu stecken, halte ich für absolut vertretbar. Wenn man 67 ist, 1 Mio. € Vermögen hat und von der Rente keine riesigen Beträge zurücklegen kann/will, sieht das Ganze deutlich anders aus.

  36. Julia · 4. Januar 2014, 13:25 · #

    Ich finde den Blog auch sehr schön, nur dieses China engagement solltest du lassen. Das sind alles Betrüger, schau doch lieber nach Europa k+s, EON oder auch eine PostNL sind bzw. postNL war toll..

  37. — Markus · 4. Januar 2014, 15:46 · #

    @Stefan

    Vermögensdiskussionen an sich sind nicht schlecht oder verkehrt!!! Manche haben einfach negative Glaubenssätze zu Thema Geld. Dies rächt sich im Normalfall. Auch ist Deutschland eher eine Neidgesellschaft als Amerika…

    Wichtige und richtige Punkte sind: – Sparquote – Kostenquote – persönliche Lebenssituation – persönliche Risikobereitschaft – Mentalität und Einstellung zum Thema Geld

    Ich klinke mich dann aus der Diskussion aus, da ich sowohl Deinen Blog gut finde und auch nicht weiter so seltsame Kommentare provuzieren möchte.

  38. ValueValueValueValue · 4. Januar 2014, 15:46 · #

    “Ich selbst habe ebenfalls das Problem, dass noch nicht die Menge an Kapital vorhanden ist. Und aufgrunder der Größe des Portfolios stelle ich mir oft die Frage, welche Positionsgröße angemessen ist. Bei 2% des Portfolios für eine Position sind die Investitionssummen ja schon gering. Wie gehst du damit um?”

    Der mit dem Schwanzvergleich war lustig :)….

    ich würd es auch so sehen wie Stefan. In Abhängigkeit (prozentual) von den Transaktionskosten. Wenn man 700 Euro oder 1200 Eur investieren kann dann sind die Transaktionskosten irgendwo bei 1% bis 1.5%. Das ist doch akzeptabel. Sogar 500 Euro kann man noch vertreten wenn man meint, daß der Kurs gerade sensationell gefallen ist und man nicht warten will oder kann weitere 3 Monate bis man 1000 Euro gespart hätte.

    1000 Euro hat doch sogar ein Azubi, sofern er noch zuhause wohnt und nicht alles selbst zahlen muss, in ein paar Monaten gespart.

    Wenn man dann noch an das Konzept von Buffett denkt das man nur 20x im Leben investieren soll. Dann spart man lieber länger… bevor man zu schnell investiert.

    Frohes neues noch…

    Grüße.
    Robert

  39. — KF · 5. Januar 2014, 09:40 · #

    Transaktionskosten >1% killen jede Überrendite die ihr langfristig über Value Investing erzielen könnt. (Und der Spread kommt ja noch dazu.)
    Das sind bei Kauf+Verkauf schon 2%, wenn ihr pro Jahr einmal umschlagt. Wenn man gut ist kann man vielleicht langfristig 5-10% Alpha rausholen. Aber wenn davon 5% wieder für Transaktionskosten, Spread und Steuern draufgehen kann man es auch lassen. Der einfachste Weg seine Performance zu verbessern ist seine Transaktionskosten zu reduzieren. (und IB ist dabei die professionellste Variante.)

  40. Stefan Mohr · 5. Januar 2014, 12:02 · #

    @KF:

    in gewisser Weise gebe ich dir da schon recht, Transaktionskosten minimieren kann auf lange Sicht einen ziemlichen Unterschied machen und ist absolut sinnvoll.

    Aber: wenn ich eine gute Investmentgelegenheit sehe, die vielleicht nur mit 4% Transaktionskosten geht, sollte ich dann nicht lieber die nehmen, statt eine schlechtere Investitionsmöglichkeit zu wählen?

    Die Frage ist natürlich, ob man wirklich einschätzen kann, welche Investitionsmöglichkeit die bessere ist. Ich sehe da eigentlich zwei Extreme:

    * ich kann langfristig den Markt schlagen, Transaktionskosten minimieren ist dann zwar sinnvoll, gute Investments sollte man aber nicht sausen lassen, nur weil die Transaktionskosten mal höher sind
    * ich kann langfristig den Markt nicht schlagen. Dann ist das Minimieren von Transaktionskosten (und Steuern) der einzige Weg, meine Rendite zu optimieren. Ein breit streuender ETF dürfte dann das Optimum sein

  41. — KF · 5. Januar 2014, 15:35 · #

    @Stefan das kommt wohl ganz auf die Alternativen an :). Aber bei 4% würde ich das Investment wohl sausen lassen, das macht 8% pro Roundtrip. Du kannst damit Glück haben, aber wenn Du 100 solcher Investments gemacht hast wirst Du ziemlich sicher kein Alpha mehr generieren. Das Problem ist auch das es teilweise subjektiv ist weil man nicht weiss in welchem Zeitraum der kalkulierte Wert erreicht wird. Damit ist das Bestimmen der jährlichen Rendite sehr schwierig bis unmöglich. Und damit weiss man auch nicht wirklich ob jetzt das 100% Upside oder das 200% Upside Investment das Bessere im nächsten Jahr ist. Auch wenn ich natürlich langfristig betrachtet immer das 200% Investment vorziehen würde, aber eben nicht zu allen Konditionen.

    Wenn man den Markt nicht schlagen kann, sind ETFs die bessere Wahl, da stimme ich Dir zu.

  42. — Cristian · 10. Januar 2014, 14:41 · #

    Ich würde es auch bei 4% sausen lassen.ich habe auch sehr viele Fehlinvestitionen gemacht, bis ich gelernt habe mit Aktien handeln, umzugehen. Bin gespannt was nun draus wird.Noch bin ich auf Plus.

  43. — Marcheso · 16. Januar 2014, 19:47 · #

    Vorab: ich bin ein Fan des Blogs – und habe großen Respekt vor dem Kenntnisstand von Stefan..

    Also das mit den China-Aktien habe ich mir vergangen Woche “vor Ort” direkt angeschaut. Ich halte die genannten Investments für strategisch richtig und für sehr, sehr klug – und zwar aus 3 Gründen:
    a) Die niedrigen KGVs resultieren u.a. aus den diversen Enttäuschungen, die (inbs. chinesische) Investoren mit dem Aktienmarkt erlebt haben (Ähnlich wie nach dem Versuch mit der Telekomaktie die Deutschen zu Aktieninvestoren zu machen – die Gewinne seither machen v.a. ausländische Investoren). Irgendwann dreht die Stimmung im Land zugunsten von Aktien – Geduld! Dann gibt es kein Halten mehr, die Kurse können bei den hohen Eigenkapitalquoten schnell mal 200-500% ggü. heute steigen. Wo hat man sonst dieses Gewinnpotenzial?
    b) Die Behörden werden mit hoher Wahrscheinlichkeit alles tun, damit die Wachstumsstory weitergeht. Es gibt einfach noch viel zu viele Menschen in China, die Wohlstand wollen.
    c) Die schiere Mega-Größe des Marktes birgt für Unternehmen die Chance auf eine Wachstumsstory, die weit besser als alle anderen Investitionsmöglichkeiten ist die ich kenne.

    Was sind die langfristigen Alternativen?

    Wer will Gold kaufen, in Immobilien in deutschen Ballungsräumen mit einer Bruttomietrendite <2%, in den amerikanischen Aktienmarkt mit einem Durchschnitts-KGV > 19 und Bonds mit einem Zinssatz von 2% für 10 Jahre investieren.

    Übrigens: Für Indien gilt das gleiche…

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