Entwicklung des Musterdepots 2013

7. Januar 2014 -   -  Stefan Mohr

Nun ist schon wieder ein Jahr vorbei. Wie jedes Jahr gibt es auch zum Jahresabschluss 2013 eine kleine Übersicht, wie mein Musterdepot während des Jahres abgeschnitten hat.

Aber auch meine Meinung darüber, wie ich die vergangene Entwicklung einschätze und was ich für die Zukunft prognostiziere, möchte ich euch nicht vorenthalten.

Jahresperformance 2013

Hier die Jahresperformance für 2013, verglichen mit einigen Indizes. Wie immer sind alle Ergebnisse vor Steuern, ein Privatanleger hätte also noch Abgeltungssteuer zahlen müssen und hätte entsprechend eine geringere Rendite gehabt.


Jahr Musterdepot DAX MDAX SDAX Euro Stoxx 50
2013 34% 26% 39% 29% 21%

Mit einem Plus von 34% kann ich denke ich mehr als zufrieden sein, insbesondere nachdem bereits 2012 ein extrem gutes Jahr war. Auffallen tut aber auch, dass zumindest der MDAX dieses Jahr besser abgeschnitten hat als mein Musterdepot. Die riesige Outperformance von 20% und mehr über alle Indizes vom letzten Jahr konnte ich also dieses Jahr nicht wiederholen (und es würde mich auch wundern, wenn ich das in Zukunft schaffen würde, von sehr seltenen Ausnahmen vielleicht abgesehen).

Depot zum Jahresende und Einfluss der Depotpositionen

Hier nun die Zusammensetzung des Musterdepots zum Jahresende mit den Jahresendkursen, um alles für die Nachwelt zu protokollieren:


Bezeichnung Stück Kaufkurs Kaufpreis aktueller Kurs aktueller Wert Depotanteil
Agroton 12000 0,53 € 6.360,00 € 0,55 € 6.600,00 € 3,01%
Conduril 150 22,00 € 3.300,00 € 51,00 € 7.650,00 € 3,49%
Einhell Vz 530 28,40 € 15.052,00 € 30,50 € 16.165,00 € 7,37%







Asian Bamboo 1200 4,24 € 5.083,20 € 1,27 € 1.524,00 € 0,69%
China Specialty Glass 2600 1,89 € 4.911,40 € 2,51 € 6.526,00 € 2,98%
Fast Casualwear 3100 1,61 € 5.003,40 € 1,62 € 5.022,00 € 2,29%
Firstextile 555 9,20 € 5.106,00 € 9,99 € 5.544,45 € 2,53%
Goldrooster 2994 1,46 € 4.371,24 € 3,45 € 10.329,30 € 4,71%
Greater China Precision Components 6000 0,82 € 4.890,00 € 0,82 € 4.920,00 € 2,24%
Haikui Seafood 400 7,84 € 3.136,00 € 5,10 € 2.040,00 € 0,93%
Kinghero 600 8,52 € 5.113,20 € 1,10 € 660,00 € 0,30%
Ming Le Sports 850 5,90 € 5.011,60 € 4,81 € 4.088,50 € 1,86%
Ultrasonic 648 9,28 € 6.011,50 € 8,16 € 5.287,68 € 2,41%
United Power Technology 1400 3,50 € 4.900,00 € 3,11 € 4.354,00 € 1,99%
Vange Software 1190 4,20 € 4.998,00 € 4,20 € 4.998,00 € 2,28%
Vtion Wireless 1150 4,38 € 5.033,55 € 3,44 € 3.956,00 € 1,80%
China-Aktien

63.569,09 €
59.249,93 € 27,02%







Cash



129.634,60 € 59,11%











Gesamt 219.299,53 € 100,00%

Was waren die wichtigsten Renditebringer im Jahr 2013? Hier eine Übersicht, wie gut sich die einzelnen Investments inklusive Dividenden entwickelt haben. Sortiert ist die Liste nach dem absoluten Einfluss auf das Gesamtdepot, neben der Kursentwicklung spielt hier also auch die Positionsgröße eine Rolle. In [eckigen Klammern] dahinter der Gewinn/Verlust dieser Position bezogen auf den Gesamtdepotwert Anfang 2013.

Autohellas: +51% (realisiert) [6,7%]
Ibersol: +75% (realisiert) [5,5%]
Conduril: +136% (teilweise realisiert) [5,4%]
Microsoft: +35% (realisiert) [5,2%]
Jumbo: +25% (realisiert) [4,1%]
Renault: +32% (realisiert) [3,2%]
OPAP: +36% (realisiert) [3%]
Münchener Rück: +15% (realisiert) [2%]
Einhell: +6% (nicht realisiert) [0,6%]
China-Aktien: -6,8% (nicht realisiert) [-2,6%]

Drei Investments aus Südeuropa (Autohellas, Ibersol und Conduril) liefen also besonders gut und haben sich deutlich besser als das Gesamtdepot entwickelt. Vergessen sollte man aber auch Jumbo, Renault und OPAP nicht, die zwar nur eine Rendite etwa wie das Gesamtdepot erzielt haben, die aber schon Anfang bis Mitte des Jahres verkauft wurden. Auch Münchener Rück wurde teilweise schon Anfang 2013 verkauft und hat daher nicht das ganze Jahr Kapital gebunden.

Nach unten gezogen haben dagegen folgende Investments die Rendite: Einhell, China-Aktien und Cash. Der Kurs von Einhell hat sich nicht großartig bewegt, ich werde weiterhin an diesem Investment festhalten.
Der China-Aktien-Korb, der aktuell aus 13 Einzelwerten besteht, hat sich sehr differenziert entwickelt. Kinghero und Asian Bamboo werden nur noch zu einem Bruchteil des Kaufpreises gehandelt. Goldrooster hat mit +136% Plus einen Großteil davon ausgeglichen. Die anderen China-Werte blieben – für Ihre Verhältnisse – relativ stabil. Insgesamt steht der China-Aktien-Korb mit 6,8% im Minus. Auch an diesem Investment werde ich weiter festhalten. Einige davon werden in den nächsten Jahren sicherlich ein Totalverlust, einige werden aber vermutlich auch positiv überraschen. Der Markt scheint bei den aktuellen Preisen wohl von fast nur Totalverlusten auszugehen, was ich für deutlich zu pessimistisch halte.
Der dritte “Verlustbringer” war die im Jahresverlauf zeitweise nicht ganz geringe Cashquote. Das zieht natürlich bei anziehenden Kursen die Rendite nach unten.

Rückblick und Ausblick

Wie steht das Musterdepot nach mehr als zwei Jahren Laufzeit nun da und wie wird es weitergehen? Hier eine Übersicht der Jahres- und Gesamtperformance verglichen mit einigen Indizes:


Jahr Musterdepot DAX MDAX SDAX Euro Stoxx 50
2013 34% 26% 39% 29% 21%
2012 53% 29% 34% 19% 18%
2011 (27.09.-31.12.) 8% 5% 3% 2% 6%






Gesamt 119% 70% 92% 57% 52%
Ø Jahresperformance 42% 27% 34% 22% 20%

was ist ein guter Vergleichsindex?

Zunächst aber einige Gedanken dazu, was ich für einen guten Vergleichsindex halte.
Warum wähle ich hier DAX, MDAX, SDAX und Euro Stoxx 50? Man könnte sagen, dass der SDAX gut passt, weil ich mich viel auf kleine Unternehmen konzentriere. Man könnte auch sagen, dass der Euro Stoxx passt, weil ich weitestgehend auf Europa fixiert bin. Aber ehrlich gesagt spielt das für mich keine Rolle.
Bei einem Vergleichsindex würde ich mir folgende Frage stellen: Wenn ich nicht aktiv sondern passiv investieren würde, in welchen Index würde ich dann mein Geld investieren?
Und hier offenbart sich leider ein Problem bei der Auswahl von Vergleichindizes. Ich weiß nicht, in welchen Index bzw. in welche Indizes ich in diesem Fall investieren würde. Von daher habe ich meinem Depot einfach erstmal einige mehr oder weniger bekannte Indizes zum Vergleich gegenübergestellt. Denn überhaupt nicht zu schauen, ob man langfristig überhaupt besser als der Markt abschneidet, halte ich für die noch schlechtere Alternative.

bin ich nun besser als der Markt?

Fangen wir mal so an: Ich habe in den letzten zwei Jahren (und den 3 Monaten 2011) besser abgeschnitten als meine vier Vergleichsindizes. Mit im Schnitt 42% p.a. gegenüber dem besten Index, dem MDAX, mit 34% p.a. liege ich darüber. Allerdings halte ich die Aussagekraft davon weiterhin für recht gering. Meine Outperformance basiert weitestgehend auf wenigen Einzelentscheidungen. Insbesondere meine Investments in Griechenland und Portugal dürften einen Großteil der Outperformance ausgemacht haben. War das nur Glück oder lag das an meiner guten Auswahl von Investments? Diese Frage wird niemand beantworten können. Und so kann die einzige Schlussfolgerung nur lauten: wenn ich weiterhin so viel Glück habe, werde ich wohl vermutlich irgend etwas richtig machen. Ich halte einen Zeithorizont von 5 Jahren um so etwas einzuschätzen für das absolute Minimum. Es werden also noch weitere 3 Jahre vergehen müssen, bis ich irgend jemandem auch nur eine vorsichtige Einschätzung erlauben kann, ob meine Investmententscheidungen nun gut oder schlecht waren.

kleiner Ausblick bis Ende 2023

Ausblicke, Prognosen und Vorhersagen liest man zum Jahresende bzw. Jahresanfang ja häufiger. Also wird es auch von mir eine geben, schließlich ist so etwas wichtig. Nein – nicht um darauf basierend Anlageentscheidungen zu treffen, da würde ich lieber eine Münze werfen. Solche Ausblicke sind nur wichtig, weil sie so schön unterhaltsam sind. Ein bisschen Spaß muss schließlich sein :)

Aber das mit dem Spaß überlasse ich doch lieber anderen und wage daher lieber nur eine sehr unkonkrete Vorhersage, die dafür aber hoffentlich zumindest ein bisschen hilfreich sein wird.

Meine erste Prognose, bei der ich mir sehr sicher bin, ist folgende: DAX, MDAX, SDAX und Euro Stoxx 50 werden ihre durchschnittliche Performance der letzten 2,25 Jahre bis 2023 nicht halten können. Eine Jahresrendite von 20-30% p.a. ist auf lange Sicht nicht möglich. Wenn ich tippen dürfte, würde ich eher auf eine Jahresrendite zwischen 5 und 10% p.a. tippen. 2012 und 2013 dürften also Ausnahmejahre sein. Das heißt nicht, dass die Kurse nicht vielleicht noch 2 oder 3 Jahre in diesem Tempo weitersteigen könnten. Das wird aber letztendlich nur dafür sorgen, dass der Crash danach dramatischer ausfallen wird.

Meine zweite Prognose: auch die bisherige Jahresrendite von 42% p.a. meines Musterdepots wird wohl nicht zu halten sein. Auch wenn ich meine Vergleichsindizes in den nächsten 10 Jahren schlagen sollte (was ich hoffe, was aber nicht sicher ist) halte ich das für recht unwahrscheinlich. Denn dazu müsste ich besagte Indizes wohl um 30% oder mehr pro Jahr schlagen. Nicht unmöglich aber doch seeehr unwahrscheinlich. Wenn der DAX die nächsten 10 Jahre 10% p.a. schafft und ich 20%, wäre ich extrem zufrieden.

Die dritte Prognose: Mein Musterdepot wird nächstes Jahr weniger schwanken als der DAX. Das ist gut wenn der Dax fällt, aber schlecht wenn der Dax steigt. Der Grund dafür? Die Cashquote von fast 60%. Nur zwei Dinge könnten meine Prognose kippen. Entweder, ich reduziere meine Cashquote im Jahresverlauf deutlich, weil ich profitable Investments finde (ich hoffe es!). Oder meine China-Aktien, die ein gutes Viertel des Depots ausmachen, schwanken so stark, dass sie trotz hoher Cashquote den Depotwert stark ausschlagen lassen. Dafür müssten sie schon extrem schwanken, aber ausgeschlossen ist das nicht. Solange die Schwankung nach oben geht, wäre das aber auch ok.

Und nun, um den Spaß doch nicht zu kurz kommen zu lassen, eine vierte Prognose, bei der ich mir extrem sicher bin. Falls der Jahresendstand des DAX 2014 höher liegt, als 2013, gehe ich von einem steigenden DAX im Jahr 2014 aus. Im umgekehrten Fall deuten meine Konjunkturmodelle auf einen fallenden DAX hin. Damit dürfte ich wohl die treffsicherste DAX-Prognose für 2014 abgegeben haben, worauf ich sehr stolz bin. Nur ein exakt gleicher DAX-Stand Ende 2014 könnte mich jetzt noch die Kursprognose-Krone kosten.
Man könnte auch sagen: ich habe keine Ahnung, aber wenigstens weiß ich, dass ich keine Ahnung habe.

In diesem Sinne: allen Lesern ein gutes und erfolgreiches Jahr 2014!

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Kommentare [32]

  1. — krankenhaus · 7. Januar 2014, 21:23 · #

    Will denn niemand etwas schreiben ? Es sind doch sonst immer alle so redselig.

    @Stefan
    Wenn du sagst, dass die 2 1/4 Jahre nicht viel aussagen, bist du wie immer sehr bescheiden. Und ich glaube, weil du so bescheiden, selbstreflektiert aber auch bei vielen Investments mutig bist, hast du den Erfolg.

    Ich möchte doch noch mal sage, dass ich deine Performance sehr beeindruckend finden. Weiter so.

    Bis bald mal wieder

  2. — Roger · 8. Januar 2014, 00:28 · #

    Herzlichen Glückwunsch! Beeindruckende Performance!
    Trotzdem muss ich zugeben, dass mir die Ausrichtung deines Depots seit einiger Zeit weniger zusagt. Liegt wahrscheinlich mehr an der selbstgewählten Schublade “Value Investing”, die m.E. verfehlt ist. Die Deutsch-chinesen sind eine große Wette auf die Unterbewertung einer Blackbox. Du versuchst gar nicht wirklich, die einzelnen Unternehmen zu verstehen, sondern gehst pauschal von einer Unterbewertung aus und stellst dir einen Korb zusammen.

    Das ist weniger value investing als vielmehr eine Art mechanistisch-antizyklisches Investment. Und in diese Schublade einsortiert gefällt es mir gleich wieder besser. :-)
    Mechanistisch, weil du zumindest für China, deinen aktuellen Depotschwerpunkt, die Werte stumpf nach einzelnen Kennzahlen auswählst, ohne dich zu tief mit den einzelnen Unternehmen zu beschäftigen (was ich von einem value-Investor erwarten würde). Selbst offensichtlicher Betrug wie bei Kinghero interessiert dich nicht.
    Antizyklisch – das muss man nach deinen Anlageschwerpunkten in Griechenland, Portugal und China kaum weiter erklären.

    Ich vermute, dass du weniger Leserkritik einfängst, wenn du nicht mehr unter der “falschen Flagge” “Value” segelst. Denn damit weckst du bei deinen Leser Erwartungen, die du weder einhältst noch einhalten willst.

    Wenn du diesen mechanistisch-antizyklischen Ansatz weiterhin ausleben willst, könntest du dich ja mal in der Ukraine oder in der Türkei umschauen. Dort donnern die Kanonen gerade ganz schön heftig. Warum also Agroton alleine lassen, warum nicht ebenfalls einen Korb zusammenstellen?

    Ach ja, Einhell passt m.E. nicht in dein Depot. Sieht neben all den antizyklischen Wetten irgendwie deplaziert aus. :-)

    Viel Erfolg im neuen Jahr!

    PS: Gibt es eigentlich irgendwelche ethischen Beschränkungen für dich?

  3. Stefan Mohr · 8. Januar 2014, 08:26 · #

    Also antizyklisch ist dieser Chinakorb natürlich definitiv. Ist es Value Investing? Wenn man sich ansieht was Benjamin Graham teilweise gemacht hat – Aktien für weniger als 2/3 des Net Current Asset Value kaufen, über die er sonst nicht viel wusste. Oder Warren Buffett, der sich einen großen Korb Unternehmen aus Südkorea gekauft hat, deren Namen er nichtmal aussprechen konnte geschweige denn Geschäftsberichte gelesen hatte. Warum nicht? Aber zugegeben, solche Sachen sind nicht das, was die meisten unter Value Investing verstehen. Ich sehe es trotzdem als Value Investing und werde es weiterhin unter diesem Label “verkaufen”. Zu genau diesem Thema, was ich als Investment und was als Spekulation sehe, gibt es übrigens demnächst (vermutlich nächste Woche) einen Artikel, der meine Definition von Value Investing vielleicht etwas klarer macht.

    Übrigens, dass ich mich nicht tiefgehend mit den meisten Deutsch-Chinesen beschäftigt habe, stimmt so nicht. Das Problem ist nur: ich komme zu keinem Ergebnis. Wie soll man ein Unternehmen mit einer Historie von wenigen Jahren in einem Land, welches man kaum kennt, analysieren? Ich würde für die Deutsch-Chinesen niemals einen Preis wie für Einhell, Microsoft oder MunichRe zahlen, da helfen auch keine chinesischen Wachstumsphantasien.

    Speziell zu Kinghero: ob das nun offensichtlicher Betrug ist, mag ich nicht einschätzen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür wohl hoch ist. Dass es mich nicht interessiert, kann man auch nicht sagen. Aber was soll ich dagegen tun? Beim Kauf war das für mich nicht absehbar. Nur dass die Möglichkeit, dass so etwas bei dem ein oder anderen Deutsch-Chinesen passieren könnte, war mir durchaus bewusst. Und jetzt darüber nachzudenken, ob man eine 0,3%-Position verkauft oder hält, hat auch keinen allzu großen Einfluss mehr.

    Ukraine und Türkei hört sich übrigens nach einer guten Idee an. Zumindest könnte ich mich da tatsächlich mal genauer umschauen :-)

    Zu den ethischen Beschränkungen: schwere Frage. Aber zumindest bei Rüstungsunternehmen (und sicher auch einigen anderen Dingen, kommt dann auf das spezielle Unternehmen an), hätte ich zumindest Bauchschmerzen und würde mir sehr genau Gedanken darüber machen, ob ich Teilhaber daran sein möchte.

  4. — Roger · 8. Januar 2014, 09:20 · #

    Hallo Stefan,

    “Übrigens, dass ich mich nicht tiefgehend mit den meisten Deutsch-Chinesen beschäftigt habe, stimmt so nicht. Das Problem ist nur: ich komme zu keinem Ergebnis.”
    Genau das meinte ich mit meiner Kritik am Begriff “Value Investing”.
    Wenn du den Wert deines Unternehmens nicht einmal halbwegs seriös einschätzen kannst, kannst du auch nicht auf diesen Wert, auf diesen “value”, investieren. Ergo ist es kein per definitionem kein “value investing”.

    “Wenn man sich ansieht was Benjamin Graham teilweise gemacht hat – Aktien für weniger als 2/3 des Net Current Asset Value kaufen, über die er sonst nicht viel wusste.”
    Wie willst diesen Grahamschen Satz auf dich anwenden, wenn du das NCAV nicht einmal halbwegs seriös einschätzen kannst? Graham schaut sich m.W. die Unternehmenswerte ziemlich genau an, bevor er sein Geld investierte.

    “Oder Warren Buffett, der sich einen großen Korb Unternehmen aus Südkorea gekauft hat, deren Namen er nichtmal aussprechen konnte geschweige denn Geschäftsberichte gelesen hatte.”
    Sch… auf den Namen. Aber ich bezweifle ganz stark, dass Buffet Unternehmen kaufte, ohne sich die Bilanz und die Stichhaltigkeit der Unternehmenszahlen genau anzuschauen. Und wenn Buffet dafür ein koreanisches Übersetzungsbüro eingeschaltet hat.
    Davon abgesehen gibt es in Südkorea eine deutlich höhere Rechtssicherheit als in China, das halte ich nicht für vergleichbar.

    “Ich würde für die Deutsch-Chinesen niemals einen Preis wie für Einhell, Microsoft oder MunichRe zahlen, da helfen auch keine chinesischen Wachstumsphantasien.”
    Einen Preis bezogen auf was? Eigentlich doch nur auf grobe Kennzahlen wie KBV, KGV, Umsatz oder EBIT, bei denen du hoffst, dass sie zumindest halbwegs zutreffen.
    Es gibt gute Chancen, dass die Wette aufgeht und dass deine Treffer deine Nieten mehr als ausgleichen. Aber ein Investieren auf diesem Niveau hat eben nicht mehr viel mit “value” zu tun, sondern eher mit Wetten und Wahrscheinlichkeit, mit mechanistischer Antizyklik. Was natürlich auch eine interessante Strategie ist, in der ich mich auch sehr gerne versuche. ;-)

    “Speziell zu Kinghero: […] Aber was soll ich dagegen tun? Beim Kauf war das für mich nicht absehbar.”
    Zumindest bei Asia Bamboo war es beim Kauf offen sichtbar, bei Kinghero und anderen roch es stark nach Betrug. War deine Entscheidung, mit deinem Geld, und ist daher auch OK.
    Du fährst deine (bislang sehr erfolgreiche!) antizyklische Strategie, mal mit value-basierter Analyse und mal “nur” mechanistisch wettend, und sammelst damit Erfahrungen, positiv und negativ. Das ist auch nicht verkehrt, es mangelt hierzulande m.E. auch an guten und durchdachten antizyklischen Aktienblogs bzw. bekannten antizyklischen Anlegern, die über die Grenzen des eigenen Landes hinausschauen.

    Apropos Rüstungsunternehmen: Der an sich attraktive ukrainische Wert “Motor Sich” ist aus diesem Grund bei mir durchgefallen.

  5. — Mr. Cash · 8. Januar 2014, 09:38 · #

    Vielen Dank Stefan für die Einblicke in dein Musterdepot und deine Gedanken zu dem Thema. Ich denke auch, dass deine außerordentliche Performance durch einige schlaue Überlegungen gestützt wurde und nicht nur auf Glück basiert.;)
    Auch finde ich persönlich, dass deine “China-Korb” insgesamt als VI bezeichnet werden kann, da du auch hier auf den inneren Wert der Titel (insgesamt) setzt und nicht in erster Linie auf Stimmung oder Charts. Zumindest habe ich das so verstanden. Die Idee von Roger sich vermehrt in der Ukraine und der Türkei, gerade in der Türkei, umzusehen finde ich sehr gut. Ich bin das in jüngster Vergangenheit angegangen, habe aber auf diesem, für mich, neuen Markt einige Orientierungsschwierigkeiten. Solltest du hierzu einige Ideen haben, wäre ich über eine n kurzen Artikel begeistert.
    Allen ein gutes Jahr 2014!

  6. — Richard · 8. Januar 2014, 11:26 · #

    Hallo Stefan,

    erstmal Glückwünsch zu Deiner Performance!

    Der Grund, warum ich nun aber vor allem kommentieren möchte, ist die schwachsinnige Kritik von Roger.

    @Roger: Benjamin Graham gilt als der Vater des Value Investing. Wenn Du Dir seine Anlagestrategie genauer anschauen würdest, dann würdest Du verstehen, dass er Aktien nicht so tiefgründig analysiert hatte, wie ein Warren Buffett.

    “Sch… auf den Namen. Aber ich bezweifle ganz stark, dass Buffet Unternehmen kaufte, ohne sich die Bilanz und die Stichhaltigkeit der Unternehmenszahlen genau anzuschauen.”
    Natürlich schaut sich Stefan genau die Bilanz an. Das ist ja gerade der Grund, warum er die Unternehmen kauft, nämlich weil sie so günstig bewertet sind.

    Schau Dir mal Walter Schloss an, der auch der Inbegriff eines Value Investors ist. Er hatte eine sagenhafte Performance über Jahrzehnte hinweg und bis zu 100 Aktien im Portfolio gehalten. Glaubst Du Schloss hatte sich jeder seiner Aktien so tiefgründig angeschaut, wie ein Buffett/Munger?

    Anstatt die sehr gute Performance von Stefan zu kritisieren, solltest Du erstmal lernen was wirklich Value Investing ist. Es gibt sehr unterschiedliche Value Investing Stile (Vergleiche z.B. Graham/Schloss vs Buffett/Munger) und ich habe das Gefühl, dass Du glaubst, dass nur der Investment Stil von Buffett als Value Investing bezeichnet wird.

    So einen Kommentar abzugeben, ist dann einfach nur lächerlich:
    “Ich vermute, dass du weniger Leserkritik einfängst, wenn du nicht mehr unter der “falschen Flagge” “Value” segelst. Denn damit weckst du bei deinen Leser Erwartungen, die du weder einhältst noch einhalten willst.”
    -> Er weckt damit vielleicht bei unwissenden Lesern, wie Dir, falsche Erfahrungen.

    Naja, das musste ich jetzt einfach mal loswerden.

    Sorry Stefan, für den etwas emotionalen Kommentar, aber mich nervt es einfach, wenn sich hier Leute als Experten profilieren und dann keine Ahnung haben, von was sie reden.

    Dir jedenfalls ein erfolgreiches 2014! Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn Du in Zukunft noch weiter in die NCAV Richtung abdriftest und Dich auf Deep Value Stocks konzentrierst.

    Viele Grüße,
    Richard

  7. Stefan Mohr · 8. Januar 2014, 12:09 · #

    Erstmal vorbeugend eine kleine Bitte:
    Es wäre schön, wenn die Emotionen hier nicht allzusehr hochkochen… Wenn man mal anderer Meinung ist und die Meinung von anderen vielleicht blöd findet, erreicht man meist am wenigsten, wenn man sich darüber aufregt.

    Das mit dem Value Investing oder nicht:

    Ich sage, die China-Aktien sind im Schnitt mehr wert als der aktuelle Kurs, also ist es Value Investing, wenn man sich einen Korb davon kauft.
    Roger sagt, wenn man den Wert eines einzelnen Unternehmens nicht halbwegs sicher einschätzen kann, ist es kein Value Investing (aber eine gute Spekulation wenn man richtig liegt).

    Ich bleibe bei meiner Meinung, aber letztendlich ist das denke ich Definitionssache und keine dieser Definitionen ist per se besser oder schlechter. Da muss sich eben jeder seine eigenen Gedanken machen.

    Auf Deep Value Stocks werde ich mich übrigens nicht generell konzentrieren. Vielmehr werde ich versuchen, für alles offen zu bleiben. Deep Value Stocks werden aber sicher auch immer wieder darunter sein, mal stärker gewichtet wie jetzt, mal weniger stark.

  8. — TiffTiff · 8. Januar 2014, 12:45 · #

    Hallo Stefan.
    Anbei einige Fragen, die ich mir zu den “Deutsch-Chinesen” immer wieder stelle:

    Warum Notieren diese “Deutsch-Chinesen” eigentlich nicht in China ?

    Warum IPO in Deutschland und nicht z.B. Hong-Kong ?

    Wenn ich ein Chinese wäre, warum würde ich in Deutschland einen IPO anstreben ?

    …mir ist schon klar, in China gibt es Einschränkungen bei Börsegängen…..etc…

    Für mich gibt es hier immer wieder die Antwort: “Weil es in Deutschland die Möglichkeit gibt jemanden übers Ohr zu hauen”

    Warum würdest du als chinesisches Unternehmen in Deutschland notiert sein wollen ?
    Welche Vorteile hätte das ?

    P.S. Falls du einige Nachteile erfahren willst dann könnte ich dir zig auflisten.

  9. — Maximus · 8. Januar 2014, 13:22 · #

    Schönen guten Tag allerseits.

    Auch ich möchte die Kommentare von Roger kritisieren und was zum Thema Value-Investing sagen.
    Ich finde Stefan ist einer der Wenigen, die wirklich wissen, was Value-Investing ist.

    Wenn man sich die Texte von einigen professionellen Schreiberlingen durchliest, die dann immer von Coca-Cola oder Nestle schreiben, dann kann man sich nur an den Kopf fassen.
    Diese Unternehmen sind sehr, sehr teuer und sind ganz selten ein kleines bisschen unterbewertet. Sie wachsen auch nicht besonders schnell und sind deshalb normalerweise nichts, um einen Index zu deklassieren.
    Wenn Stefan sich an Unternehmen beteiligt, deren Preis unter seiner groben Schätzung des Wertes (value) liegt, dann ist das natürlich Value-Investing.
    Stefan hatte sogar Artikel zu einigen Deutsch-Chinesen geschrieben und dann den Trend gesehen, dass die meisten mit KGVs zwischen 1 und 5 gehandelt werden. Natürlich ist es dann Value-Investing, wenn er hier investiert.

    Warren Buffett gilt doch als Urgestein des Value-Investors, der würde Stefan mit Sicherheit beipflichten.
    Buffett kauft übrigens diese großen Unternehmen hauptsächlich deshalb, weil er einfach zu viel Geld hat und die kleinen, besseren Unternehmen seine Performance im Vergleich zum Aufwand zu wenig stärken.

    Es gehört übrigens zum echten Value-Investor, dass er sich nicht einschränken lässt und sich selber von irgendwelchen möglichen Beteiligungen abhält, nur weil sie nicht “value” genug sind. So etwas gibt es nämlich nicht. Ein Value-Investor macht alles, was Geld bringt, auch Arbitrage oder Ähnliches. Alles andere wäre nämlich dumm.

    Wahrscheinlich ist das hier der beste Investitionsblog von allen auf der gesamten Welt (ist NICHT als Spaß gemeint). Gerade die ganzen “Experten” aus den Medien sollten ihren Beruf an den Nagel hängen und diese Internetseite empfehlen.
    Und was machen eigentlich die ganzen Investmentbanken? Die müssten Stefan schon lange ein Angebot gemacht haben, oder wenigstens ein Stefan-Mohr-Zertifikat entwickelt haben, das sein Musterdepot nachbildet.

    Alles Gute euch allen!

  10. Stefan Mohr · 8. Januar 2014, 14:09 · #

    @TiffTiff:

    Warum diese chinesischen Unternehmen in Deutschland an die Börse gehen, da wird immer wieder als Grund angegeben (auch vom Management selbst schon gehört):

    * in Hong Kong können kleinere Unternehmen wenn überhaupt mit Wartezeiten von mehreren Jahren rechnen
    * Europa und insbesondere Deutschland haben ein gutes Image. In Deutschland gelistet zu sein verbessert das Image bei Geschäftspartnern

    Klar, natürlich könnte auch ein Grund sein, dass man deutsche Anleger übers Ohr hauen will. Ich glaube aber weniger, dass alle Chinesen Betrüger sind.

    @Maximus:

    vielen Dank für die netten Worte. Dass mein Blog der beste Investmentblog überhaupt ist, kann ich aber so nicht stehen lassen. Gerade im englischsprachigen Bereich gibt es einige sehr gute Blogs: z.B. Oddballstocks, Gannon and Hoang, Value and Opportunity, Punchcardblog uvm.

    Angebote von Investmentbanken gedenke ich übrigens nicht anzunehmen, wenn mal welche kommen sollten. Ich bewahre mir lieber meine Unabhängigkeit :)

  11. — Roger · 8. Januar 2014, 16:58 · #

    Nur um abschließend eines klarzustellen: Ich kritisiere Stefan nicht inhaltlich. Ich finde seine Performance der letzten Jahre atemberaubend und seine Entscheidungen immer mutig, aber nicht gedankenlos, sondern sehr durchdacht. Und ich bin auch regelmäßig auf ähnlichen Wegen unterwegs. So liegt mein aktueller Depotschwerpunkt, neben kurdischem Öl, immer noch auf Sudwesteuropa, und ukrainische Unternehmen stehen auf meiner ganz heißen Watchlist.

    Es ging in unserem Disput im Kern nur um das unterschiedliche Verständnis von Value Investing. Es ist ja nicht so, als gäbe es bei Aktienanlagen nur die Wahl zwischen Value Investinvesting und chartorientierten Trendfolgern (Technikern), es gibt noch viel mehr Strategien, die auch allesamt sehr erfolgreich sein können.

  12. — CK · 8. Januar 2014, 20:12 · #

    Glückwunsch zur Outperformance!!!

    Ich hoffe Du wirst auch weiterhin viel “Glück” haben und beehrst uns weiterhin mit deinen Investmentideen.

    Cheers!

  13. — Zaza · 9. Januar 2014, 09:31 · #

    Erstmal Glückwunsch zur Performance! Mein eigenes ist immer so ca. 10 % unter deinem gelaufen, was wahrscheinlich daran liegt dass mir Krisenländer zu heiß sind.

    Ich werde im Moment bei Aktien immer skeptischer nach 2 Top-Jahren und nur mit Zentralbankgeld zugekleisterter Schuldenkrise und schichte mehr und mehr in physische Edelmetalle um.

  14. Martin · 9. Januar 2014, 22:45 · #

    Mich würde interessieren, was DU mit dem ganzen Cash machen willst.
    Ich habe jetzt etwas in Immobilienaktien mit meiner Meinung nach geringerer Downside als der Gesamtmarkt rotiert. Ich strebe auch eher einen positiven Total Return an, als irgendwelche Benchmarks zu schlagen. Schon alleine durch 100% netto long Aktien seit 2008, war es eh klar die Benchmarks zu schlagen. War auch in Griechenland am Tief dabei. Folli Follie hat sich ja versechsfacht, aber hatte ich leider schon vorher verkauft. Habe die Anleihen vor Jahren mit guten Gewinnen verkauft, auch wenn sie weiter gestiegen sind. Also die asset allocation war wichtiger als die Mikroauswahl.

    Chinesische Aktien stehen bei mir auch auf der Researchliste, da billig.

    Ich denke Asset Allocation nur über Aktien und Cash ist nicht sinnvoll. Wenn du Cash auf Tagesgeldkonten lagerst, sieht es schon etwas besser aus. Ich halte Cash auch ganz gerne auf Unternehmensseite als im eigenen Depot, also EV<mcap.

  15. — Rene · 10. Januar 2014, 03:59 · #

    Eine Frage, wieso hast du so einen grossen Cash-Anteil wenn du Value Investing betreibst?

    Nach Value Investing kaufst du was unterbewertetes und verkaufst es zum fairen Wert. Also wenn deine Aktien unterbewertet sind, wovon ich ausgehe, da du sie sonst verkaufen würdest, müsste dir ein grosser Cash Anteil deine Rendite über die Jahre schmälern. Auch wenn es einen Crash gibt, deine Aktien bleiben weiterhin unterbewertet.

  16. — TiffTiff · 10. Januar 2014, 09:58 · #

    @Martin: Ich habe auch einige Immobilienaktien. Besonders österreichische Werte stechen hier ins Auge.
    Ich glaube allerdings nicht, dass sie ein geringeres Downside-Potentiel haben als andere Aktien. (Mr. Market ist oft irrational)
    Sie sind meiner Meinung nach einfach billig und einige werden derzeit von sehr fähigen Managern geführt. (siehe z.B. Immofinanz)
    Außerdem bieten sie aufgrund der steuerlichen Situation in Österreich sehr gute Dividendenrenditen und die Immobilien die in den Portfolios sind sind meiner Meinung nach ganz einfach um einiges mehr Wert, als derzeit der Aktienpreis anzeigt.
    Allerdings ist die Investition in Immobilienaktien meiner Meinung nach sehr aufwendig, da es nicht reicht nur die Geschäftsberichte zu lesen. Um sich selbst ein Bild zu machen sollte man einige “Dedektivarbeit” machen.

  17. Martin · 10. Januar 2014, 13:26 · #

    @TiffTiff: Die Assets bei den Immobilienaktien schwanken imho viel weniger im Wert als das Ertragspotential und damit der innere Wert einer durchschnittlichen Firma.
    Die Werte in Österreich mag ich alle nicht so sehr. Das Management stach dort meistens durch bestes wirtschaften in die eigene Tasche hervor. Deshalb sind die Kurse auch so niedrig.
    Die Geschäftsberichte zu lesen reicht genauso wie bei anderen Firmen auch.

  18. — TiffTiff · 11. Januar 2014, 21:04 · #

    @Martin: Freut mich zu hören, dass österreichische Immobilienunternehmen in Deutschland noch immer einen schlechten Ruf haben. Ich selbst komme aus Österreich und habe die letzten Jahre der Immobilienunternehmen in Österreich sehr genau beobachtet. (bzw. ich hab mich in der Vergangenheit auch mit deren Aktien vollgestopft)
    Es stimmt, dass vor der Finanzkrise sehr viel Geld in die Taschen von einigen Vorständen geflossen ist. (siehe Immofinanz oder Meinl European Land)
    Allerdings wurden diese Managements ausgetauscht.
    Andere, unbeteiligte Unternehmen (z.B. Ca-Immo oder Sparkassen Immobilien) wurden von Mr. Market gnadenlos mit ins selbe Boot gesteckt. (Tatsächlich konnte man Anteile an der CA-Immo vor einigen Jahren um weniger als 3 Euro erwerben……die gute alte Zeit…-) )
    Ich selbst bin immer ein bischen skeptisch, wenn ich von einem Unternehmen nichts anderes kenne als die Geschäftsberichte.
    (Bei solchen Firmen halte ich immer nur kleine Beteiligungen.)
    Bei größeren Beteiligungen (ca. über 10 % von meinem Depot) muss ich das Unternehmen sehr gut kennen und einschätzen können.

  19. Martin · 12. Januar 2014, 20:32 · #

    Keine Position macht bei mir 10% oder mehr aus. Ich trimme entsprechend.

    Die österreichischen Immobilien sind wegen der niedrigeren Renditen nicht so interessant. Osteuropa und Immobilienentwicklung ist dann mehr Risiko als nur Bestandshaltung. Conwert z.B. finde ich schon interessant mit wachsendem Fokus auf Deutschland.

    Welche Werte aus Österreich sind es denn wert näher angeschaut zu werden? Am besten welche, die man auch verstehen kann. Bei den großen Firmen kannst du noch soviel Due Diligence machen, du wirst nie alles kennen. Ein einzelnes Projekt kann riesige Verluste verursachen siehe IVG.

    Gagfah in De konnte man auch billig einsammeln und die hatten damals ein Rückkaufprogramm durch Tender am Laufen, was den NAV gesteigert hat.

  20. — daniel · 13. Januar 2014, 08:59 · #

    “Osteuropa und Immobilienentwicklung ist dann mehr Risiko als nur Bestandshaltung. Conwert z.B. finde ich schon interessant mit wachsendem Fokus auf Deutschland.”

    Das heißt, die Investition in einen Blasenmarkt ist interessanter als in einen Bereich, wo noch Erholungspotenzial da ist?

  21. Martin · 13. Januar 2014, 21:57 · #

    Was spricht denn für einen Blasenmarkt “Deutschland” in B und C Städten?

    Wenn man sich anschaut, was Conwert in Deutschland zu welchem Preis gekauft hat, kann ich da keine Überbewertung erkennen.

  22. — krankenhaus · 13. Januar 2014, 22:01 · #

    @Roger, Stefan
    Türkische Aktien habe ich mir auch mal angeschaut. Mir ist nur nicht ganz klar, wie man sie kaufen und verkaufen kann.

    So wie ich es verstehe muss man bei einer türkischen Bank ein Depot eröffnen und beim Türkischen Finanzamt eine Steueridentifikationsnummer beantragen. Erst dann kann man handeln. Alles sehr umständlich.

  23. — Bilanzprüfer:-) · 13. Januar 2014, 23:58 · #

    Hallo Stefan,

    Wenn ich Aktienwert+Cash addiere komme ich nicht auf die 220.000€, genauso bei den Prozentangaben. Irgendwo ein Fehler?

    LG,
    Der Prüfer

  24. Stefan Mohr · 14. Januar 2014, 07:45 · #

    @Rene
    Zum Cash nochmal kurz: Ich will einfach ausreichend diversifizieren, schließlich wird nicht jedes Investment aufgehen und ich mache auch mal Fehler. Wenn ich nicht genügend unterbewertete Aktien finde bei denen ich mir sicher genug bin, halte ich eben Cash. Auch wenn das zugegebenermaßen nicht mein Wunschzustand ist.

    Zu den Immobilienaktien, ob nun in Österreich oder sonstwo:
    Ist für mich aktuell keine Option, da ich mich hier nicht genug auskenne.

    @krankenhaus:

    das wäre in der Tat recht umständlich mit türkischen Aktien

    @Bilanzprüfer:
    Vielen Dank für die Prüfung :) Ich hab grad nochmal nachgerechnet und in meiner Excel-Tabelle nach Fehlern geschaut. Es stimmt aber alles. Hast du beachtet, dass sämtliche China-Werte bereits unter China-Aktien zusammengefasst sind, man in der Gesamtsumme also entweder die einzelnen China-Werte oder die fette Zeile China-Aktien berücksichtigen darf?

  25. — Maximus · 14. Januar 2014, 10:33 · #

    Ich möchte noch kurz was zum Thema “Cash” schreiben, was außerhalb des Themas liegt.

    Die Bezeichnung “Cash”, also Bargeld, ist etwas gefährlich. Das Geld liegt auf einem Bankkonto und ist damit nur eine Forderung gegenüber deiner Bank. Ein Darlehen.
    Jeder nennt es “Cash”, doch sollte man etwas vorsichtiger sein.

    Es besteht immer noch ein Unterschied zwischen echtem Papiergeld und einer Forderung gegenüber einer Bank.
    Das wollte ich nur mal gesagt haben. :D

  26. — daniel · 14. Januar 2014, 13:07 · #

    Meines Wissens ist die einzige türkische Einzelposition, die man relativ unkompliziert eröffnen kann, ein Engagement in den Telekomanbieter Turkcell, und zwar dadurch, dass davon ADRs in den USA im Umlauf sind.

    Ein österreichisches Unternehmen, das sehr viel Geschäft in der Türkei macht (derzeit also kursmäßig dementsprechend leidet) ist Do&Co, der Catering-, Restaurant- und Hotelkonzern mit Sitz in Wien. Hier bin ich zu Kursen um die 32 EUR auch engagiert (was für mich die Obergrenze für einen Kauf war, da ich den Unternehmenswert momentan irgendwo bei >46/47 EUR je Stück sehe). Mich würde also freuen, wenn Du vielleicht in einem Deiner nächsten Artikel etwas über dieses Unternehmen schreiben würdest.

  27. — TiffTiff · 14. Januar 2014, 13:19 · #

    @Martin und Daniel: Ich selbst habe Conwert auf meinem “Nein, danke” Stabel liegen.
    Der Grund dafür ist eher in den “weichen Faktoren” zu finden: Ich kenne einige Leute, die in Conwert-Häusern gelebt haben oder leben und sie haben mir von ihren Problemen mit Conwert erzählt.
    Ich selbst habe Aktien von Immofinanz und S-Immo. Allerdings sind diese Unternehmensbeteiligungen seid meinen Käufen schon wieder um einiges teurer geworden.

  28. — Markus · 14. Januar 2014, 16:44 · #

    Eine korrekte Benchmark wäre sehr kompliziert.
    Prozentual aufgeteilt auf small, mid – und large caps der evtl. Länder. Das schießt über das Ziel hinaus.

    Wie stark natürlich eine Verzerrung der Berechnung der Performance durch Nichtberücksichtigung von Steuern beim halbjährlichen Tausch entsteht, ist auch etwas komplex. 25 – 28 % mehr Cash als tatsächlich erzielbar, sollte schon etwas ausmachen…

    Sicher hat jeder anderer steuerliche Gegebenheiten, aber die Vermeidung von 25 % Abgeltungssteuer geht nur vor 2008 oder durch Verzögerung der Steuerlast mit buy & hold.

  29. — tonico · 20. Februar 2014, 11:40 · #

    Hallo Stefan
    Seit einiger Zeit hast du Kinghero in deinem Musterdepot, am 7 Februar 2014 wurde von der Deutschen Börse AG mitgeteilt, dass “ Mit Ablauf der Kündigungsfrist wird der Handel der Wertpapiere im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse eingestellt. Was kann oder soll man da unternehmen?

  30. Stefan Mohr · 20. Februar 2014, 13:15 · #

    Also soweit ich das verstanden habe, wird Kinghero weiterhin an den Regionalbörsen gehandelt, eine Garantie dafür (und vor allem dafür dass das auch auf Dauer so bleibt) kann ich allerdings nicht geben.

    Ob man die Aktie nun noch halten sollte – weiß ich nicht. Abschreiben würde ich Kinghero noch nicht.
    Etwas Zuversicht gibt der Umstand, dass in China ein Verfahren gegen den Vorstand läuft. Auch dass mittlerweile ein Hedgefonds mit mehr als 5% eingestiegen ist und vermutlich ein Interesse und Mittel hat, etwas vom Unternehmen zu retten, ist nicht schlecht.
    Aber trotz allem: das Totalverlustrisiko bei Kinghero dürfte beträchtlich sein, und dass das Unternehmen nochmal groß rauskommt, falls alles gut geht, das halte ich auch für recht unwahrscheinlich.

    Vielleicht ist Verluste realisieren um die Steuerlast zu senken nicht die schlechteste Strategie. Schwer zu sagen ;-)

  31. — Solaire · 30. März 2014, 22:43 · #

    Hallo Stefan,
    wenn ich mir die in Dt. gelisteten Chinaaktien anschaue, frage ich mich warum die Firmen überhaupt an die Börse sind. Genug Kapital hatten die ja. Geht’s denen um die Versilberung der Anteile der Alteigentümer, wie viele behaupten? Würde mich interessieren, wie Du Deine China-Investments retrospektiv beurteilst und ob Du andere EM zurzeit attraktiv einschätzt.

  32. Stefan Mohr · 31. März 2014, 09:51 · #

    Hallo Solaire,

    ein wichtiger Punkt den die Unternehmen selbst immer wieder nennen, ist der Imagegewinn durch den Börsengang.
    Sicher ist auch die generelle Handelbarkeit der Aktien ein Grund.
    Mag sein dass ich da zu blauäugig bin, aber an eine generelle Absicht, damit deutsche Anleger über den Tisch zu ziehen, glaube ich nicht. Beweisen lässt sich diese These aktuell allerdings genauso wenig, wie sie sich wiederlegen lässt.

    Für eine retrospektive Beurteilung meiner China-Investments ist es denke ich deutlich zu früh. Im großen und ganzen würde ich sagen, dass die operative Entwicklung bisher etwa meinen Erwartungen entspricht. Ein paar kleinere Enttäuschungen (z.B. Haikui), ein paar größere Enttäuschungen (z.B. Asian Bamboo) und ein Totalausfall (Kinghero). Im großen und Ganzen aber stabile Entwicklungen. Warten wir ab, welche Entwicklungen die nächsten Jahre bringen.

    Bei meiner These, dass diese Chinaaktien zwar bei weitem keine Qualitätsaktien sind, aber im Schnitt (!) nicht so schlecht sind, wie sie gesehen werden, bleibe ich aktuell.

    Zu Emerging Markets gebe ich mal das wieder, was ich in einem anderen Kommentar schonmal geschrieben habe:
    Zu Emerging Markets habe ich im allgemeinen nicht so richtig eine Meinung. Ich schaue mir einzelne Unternehmen an und entscheide, ob ich diese zum aktuellen Kurs kaufenswert finde. Wenn du Emerging Markets derzeit für einen interessanten Bereich hälst, spricht nichts dagegen, sich Unternehmen die dort angesiedelt sind anzusehen. Einiges spricht für die These, dass manche Emerging Markets aktuell attraktiv sind.

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