China-Aktien: Fast Casualwear AG

9. Januar 2013 -   -  Stefan Mohr

Fahren wir fort mit einem weiteren in Deutschland gelisteten chinesischen Unternehmen: der Fast Casualwear AG.

Die Fast Casualwear AG ist über zwei Zwischenholdings in Hong Kong Muttergesellschaft dreier operativ tätiger Unternehmen in der Volksrepublik China.
Website: fast-casualwear.de bzw. fasthk.cn.

Fast Casualwear vertreibt Freizeitbekleidung, -schuhe und Accessoires unter der eigenen Marke FAST. Dabei wird sowohl über unabhängige Einzelhändler verkauft, als auch in eigenen Läden. Außerdem werden auch Freizeitbekleidung und -schuhe für andere Marken in den USA und Europa gefertigt.

Gegründet wurden die Tochtergesellschaften von Fast Casualwear 1993, unter eigener Marke werden Produkte seit 2007 verkauft. Mittlerweile machen die unter der Marke FAST verkauften Artikel aber 3/4 der Umsätze aus.

Schuhe machen übrigens ca. 75% des Umsatzes aus und werden weitestgehend selbst hergestellt. Bekleidung und Accessoires werden dagegen von Fremdfirmen für Fast Casualwear produziert.

Der Börsengang erfolgte erst 2012 und entsprechend sind noch nich viele Zahlen vorhanden. Im Emissionsprospekt sind Zahlen ab 2009 vorhanden:

in Mio. € 9M 2012 2011 2010 2009
Umsatz 83,3 82,2 76,9 58,3
Nettogewinn 14 13,4 10,5 4,5

Hier ein kurzen Blick auf die Bilanz (nur wesentliche Posten):

(in Mio. €) 30.09.2012
Sachanlagen 30
Landnutzungsrechte 6
Voräte 8
Forderungen 55
Zahlungsmittel 6
Eigenkapital 68
Finanzschulden 16
Lieferantenverbindlichkeiten 14

Was hier besonders auffällt ist, dass die riesigen Cashberge vieler anderer Chinaunternehmen hier nicht vorhanden sind. Es ist sogar eine, wenn auch relativ kleine, Nettofinanzverschuldung vorhanden. Da es in China insbesondere für kleinere Unternehmen wohl wesentlich schwieriger ist, an Kredite zu kommen als das in westlichen Ländern der Fall ist, könnte das ein nicht zu unterschätzender Nachteil sein…

Bewertung

Basierend auf einem Kurs von 2,42€ ergeben sich folgende Bewertungskennzahlen:

Kurs/Net Current Asset Value: 0,84
Kurs-Buchwert-Verhältnis: 0,4
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 2011: 2,7

Das KGV sieht natürlich extrem günstig aus. Gerade bei Unternehmen wie Fast Casualwear, bei denen mir eine Einschätzung des Geschäftsmodelles und der Zukunftsaussichten recht schwer fällt, würde ich das aber nicht überbewerten sondern auch KBV und sogar den Net Current Asset Value heranziehen. Auch diese sind absolut günstig…

Fazit

Ganz kurz: ein weiterer Chinawert, den ich nur bedingt einschätzen kann, der aber so extrem billig ist, dass ich ihn als Teil eines diversifizierten Korbes von China-Aktien in Betracht ziehen werde.

Anzeige:
Value investing made easy





Kommentare [27]

  1. memyselfandi007 · 9. Januar 2013, 22:35 · #

    hallo stefan,

    dankedass Du Dir die Mühe machstdie ganzen China Butzen durchzuschauen.

    Auf den ersten Blick verstehe ich nicht, wie die die großen Margen verdienen können.

    Sie bezeichnen sich selber als “Markenhersteller”, geben aber 0,0 EUR für Werbung aus.

    Auch das beschriebene Vertriebsnetz scheint aus ehrenamtlichen Mitarbeitern bestückt zu sein.

    M.E. sind die Zahlen nicht wirklich plausibel.

    mmi

  2. Robert Michel · 9. Januar 2013, 22:43 · #

    Ich finde die China-Buden auch eher mäßig interessant. Um zu überprüfen, ob die Unternehmen wirklich produktiv tätig sind, gibt es nur den Weg hinzufahren und zu evaluieren, ob sie wirklich in dem behaupteten Umfang am Endkundenmarkt präsent sind. Also wenn du das ernsthaft betreiben willst solltest du Chinesisch lernen.

  3. — Martin · 10. Januar 2013, 00:05 · #

    @Robert: Ich habe das in der Tat auch mit diesem Hintergedanken angefangen zu lernen. Bis man genug hànzì kann, um flüssig zu lesen, braucht man aber ewig. Mit Pinyin kommt man da nicht so weit. Immerhin verstehe ich jetzt etwas in diesen chinesischen Fußball-streams.

    Es sind ja sogar schon Leute hingefahren und später war die Firma dennoch ein Betrug. Ich denke das reicht leider auch nicht so ohne weiteres.

    Bei Bronte über Focus Media in englisch, gibt es auch ein aktuelles, kontroverses Beispiel:
    http://brontecapital.blogspot.de/2012/11/courage-and-good-finance-journalism.html

  4. PPinvest · 10. Januar 2013, 07:50 · #

    Hallo Stefan,
    danke für die Analyse. China Aktien, in Deutschland notiert, werden nach meiner Meinung erst richtig interessant, wenn Sie starten Dividende zu zahlen. Dann wird sich auch die “Spreu vom Weizen trennen”.

    Meine Favoriten sind:

    Kinghero
    Ultrasonic
    United Power Technology
    Joyou

    Bin hier auch investiert!
    Beste Grüße
    PPinvest

  5. — Peter Golz · 25. Januar 2013, 11:58 · #

    Hallo,

    mich würde sehr interessieren wie Sie auf ein KBV von 0,4 kommen.
    Meinen Berechnungen zu folge liege ich bei 0,8 beim aktuellen Kurs von 2,34 Euro.

    Meine Berechnung stütze ich hierbei auf die von Ihnen veröffentlichen Daten dieser Seite…

    Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen!

    MfG
    P. Golz

  6. Stefan Mohr · 25. Januar 2013, 17:21 · #

    Hallo Herr Golz,

    mit einem Kurs von 2,34 € und einer Aktienzahl von 11.108.000 kommt man auf eine Marktkapitalisierung von 26 Mio. €.
    Das Eigenkapital beträgt 68 Mio. €.

    26/68 = 0,38

    Mit welchen Zahlen haben Sie gerechnet?

  7. — Peter Golz · 25. Januar 2013, 17:43 · #

    Hallo Herr Mohr,

    vielen Dank für schnelle Rückmeldung!
    Auf Grund vieler Eingaben heute hatte sich ein Zahlendreher eingeschlichen, daher war der Fehler relativ trivial und fatal! :-(

    Vielen Dank für den Tip!

    MfG
    P. Golz

  8. Dirk · 17. August 2014, 11:24 · #

    Zum Thema FAST gibt es wohl gerade Spekulationen dahingehend, dass der Vorstand sich mit dem Kassenbestand aus dem Staub gemacht hat. Offiziell heißt es, er sei aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Die Webseite ist nicht mehr erreichbar.

    Siehe: http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1175565-2241-2250/casualwear-ag

  9. — Michael · 17. August 2014, 19:15 · #

    Dass die Webseite zurzeit nicht mehr funktioniert ist natürlich nicht so toll.
    Das beteuted aber m.E. nichts. Die Seiten von Youbisheng und Kinghero funktionieren prächtig und trotzdem gibt es diese Firmen nicht mehr oder wahrscheinlich bald nicht mehr.
    Viel wichtiger ist, ob die Firma Ad-hoc Publikationen an die Börse macht – am 8.8.2014 war die letzte Publikation – im grünen Bereich also.

    Nur ein Geschäftsleiter (Chong) ist zurückgetreten, der andere führt die Firma weiter. Dass der Kurs nach dieser Nachricht wieder gestiegen ist, werte ich als positiv. Chong besitzt ja sowieso schon den grössten Teil der Aktien und hat noch kürzlich (Dez 2013 und Feb 2014) neue Aktien gezeichnet – da ist eine Veruntreuung eher weniger wahrscheinlich (aber natürlich nicht ganz ausgeschlossen).

    Aufgrund der Grösse der Firma – ein Micro oder Nano Cap – ist ein Investment natürlich sowieso ziemlich riskant – unabhängig davon, ob sich die Firma in China befindet oder nicht.

  10. — Michael · 28. September 2014, 11:34 · #

    Bei den China Aktien wird zurzeit diskutiert, ob vor allem Firmen mit schlechtem Geschäftsmodell den Börsenplatz Deutschland ausgewählt haben. Allenfalls wurden die Aktien in China, Hong Kong, Singapur und den USA einfach nicht zugelassen und konnten ihre Aktien daher nur im fernen Deutschland kotieren lassen.
    Falls das stimmt, ist das nicht gerade positiv, dann wären die Firmen in Deutschland vor allem die übrig gebliebenen “Zitronen”.

    Zudem erscheint mir die Börsenaufsicht und die Börse selber mit ihren zahnlosen Sanktionen in Deutschland recht schwach zu sein im Vergleich zur USA.

    Die Liste der Problemfirmen ist unterdessen auch sehr lange: Ming und Fast haben offenbar ihre Abschlüsse/Quartalsabschlüsse manipuliert, Goldrooster und CSG haben ihre Abschlüsse 2013 immer noch nicht publiziert, bei Youbisheng ist das Management abgetaucht und bei Ultrasonic wird ähnliches vermutet. Bei Asian Bamboo und Kinghero kann man von untauglichen Geschäftsmodellen sprechen etc.

    Die Frage stellt sich, ob diese Firmen in 2-3 Jahren überhaupt noch existieren werden. Unterdessen habe ich da so meine Zweifel.

  11. Dirk · 29. September 2014, 09:24 · #

    Hallo Michael,

    das klingt jetzt aber schon anders, als noch im August. Kein grünes Licht mehr für FAST?

    Ich glaube auch inzwischen, dass die China-Aktien ein systemisches Problem haben. Die Fundamentaldaten helfen hier nicht weiter, wenn die CEOs der Reihen nach mit den Firmenkassen durchbrennen und die Gefahr von Bilanzfälschungen der Reihe nach im Raum steht.

    Vielleicht sollte man zwei oder drei Jahre mit dem investment abwarten. Eventuell kann man dann die Scherben der verbliebenen Unternehmen aufsammeln.

    Hat sich denn jemand für Alibaba interessiert? Die Bewertung ist sehr hoch, dafür, dass das Geschäftsmodell ähnlich ist.

  12. — Michael · 29. September 2014, 17:45 · #

    Ich finde diese Aktien eher Süss / Sauer. Wahrscheinlich lasse ich mich aber auch von der schlechten Performance dieser Titel „anstecken“.

    Die Probleme dieser Firmen sind aber augenfällig. Was ich auch nicht verstehe ist, wieso diese Firmen bei solchen Preisen nicht massenhaft eigene Aktien zurückkaufen oder sehr hohe Dividenden ausschütten. Weiter scheinen mir die Titel höchst problematisch zu sein, welche angeblich hohe Cash Bestände ausweisen und zur gleichen Zeit Kredite aufnehmen (wie bei Ultrasonic passiert oder auch CSG. Auch Youbisheng weist Kreditverbindlichkeiten von 4.7 Mio. aus bei Bankbeständen von angeblich 38 Mio. per Ende März 2014).
    Mein Fazit: Diese Cash Bestände existieren gar nicht oder sie sind verpfändet oder sonst nicht verfügbar.

    Insgesamt ist mir aber auch aufgefallen, dass die Kurse von vielen China Aktien nach dem Skandal von Ultrasonic eingebrochen sind. Eigentlich ist das nicht sehr logisch. Die Firmen sind zwar ähnlich problematisch aufgebaut, sind aber in verschiedenen Branchen tätig (Haikui Seafood z.B. Fisch, Fast: Schuhe, Tintbright: Stoffe) und haben ein unterschiedliches Management. Das wiederum spricht eher für eine Markt – Übertreibung. Was nun genau mit diesen Aktien los ist, kann ich aber auch nicht richtig beurteilen.

    Mein Fazit: Falls ein Investor solche Aktien bereits hält, sollte er wohl abwarten. Ist der Anteil in seinem Portfolio zu gross (> 10-20%) sollte er besser einen Teil verkaufen. Von Zukäufen würde ich abraten – zu gross ist das Risiko, dass man übrig gebliebene „Zitronen“ erwirbt.

  13. daniel koinegg · 30. September 2014, 13:31 · #

    @Michael: Die Cashbestände sind Verfügungsbeschränkungen wegen der chinesischen Währung unterworfen (angeblich). Das geht aber aus jedem Geschäftsbericht hervor.

  14. — Michael · 4. Oktober 2014, 12:54 · #

    Überlegungen zum Betrugsrisiko von China Aktien: M.E. ist das Betrugsrisiko von China Aktien der entscheidende Faktor. Nur: Wie kann man dieses Risiko in einer Bewertung berücksichtigen?

    Betrug könnte ein Investor als ein binäres Risiko betrachten. Ist eine Firma ein Betrug, ist diese Firma wertlos, falls nicht, hat die Firma den vollen Firmenwert (Ertragswert, Substanzwert etc.).

    Als Minimalwert von Chinaaktien kann man den Substanzwert heranziehen; soviel sollten diese Aktien doch mindestens wert sein, solange die Firma Gewinne erzielt.

    Die Börse zahlt für die China Aktien im Durschnitt nur ca. 30 – 40% des Substanzwerts (das KBV ist ca. 0.3 – 0.4). Das ist eine Schätzung von mir. Also könnte die Annahme des Markts sein, dass ca. 60% – 70% von allen China Aktien Betrugsfälle sind, und diese mit Null bewerten.

    Ein wahrlich hoher Wert – allenfalls ist das doch etwas übertrieben.

  15. Stefan Mohr · 4. Oktober 2014, 14:13 · #

    @Michael: ähnlich waren auch meine Überlegungen für den Einstieg in die Chinaaktien. Ich habe einfach das Betrugsrisiko als nicht so hoch eingeschätzt, wie es der Markt offensichtlich gesehen hat. Und noch liege ich damit richtig. Ist nur noch die Frage, bei wie vielen Firmen noch ähnliche Entwicklungen eintreten, wie bei Kinghero, Youbisheng und Ultrasonic. Auf der anderen Seite ist vermutlich das Betrugsrisiko nicht das Einzige. Wenn man sich mal die Entwicklungen z.B. bei Vtion Wireless oder Asian Bamboo ansieht, wo einfach das Geschäftsmodell den Bach runtergegangen ist. Auch sowas kann passieren…

    Aktuell liegt man natürlich richtig ordentlich im Minus, wenn man vor etwas mehr als einem Jahr eingestiegen ist wie ich. Unschön, aber ob der Kauf eine gute Idee war, wird sich denke ich erst in einigen Jahren wirklich sagen lassen.

  16. — Richard a.k. · 4. Oktober 2014, 18:05 · #

    @Michael, Stefan
    dass das Risiko binär ist, sehe ich exakt auch so.

    Entweder die Probleme bei den China-Werten sind gezielter Betrug. Klar, dann sind die Firmen wertlos. Aber wenn es kein Betrug ist, dann kann vieles andere vorliegen: Dilettantismus im Vorstand, Sorglosigkeit, Faulheit, Eitelkeit des Gründers, kulturelle und sprachliche Unterschiede usw. Und wenn aus diesen Gründen nur die Hälfte von dem wahr ist, was in den GBs steht, dann sind die Firmen immer noch dramatisch unterbewertet. Also muss man sich überlegen, ob Betrug vorliegt oder nicht.

    Ich weiß nicht, ob so ein Beneish M-Score die geeignete Methode dafür ist. Ich denke, an ein paar anderen und einfacheren Kriterien lässt sich abschätzen wo es für einen CEO Sinn macht zu betrügen und wo nicht. Zumindest kann man damit sagen, wo ein Betrug unwahrscheinlich ist.

  17. — Richard a.k. · 4. Oktober 2014, 18:18 · #

    @Stefan
    Ich denke, dass du mit deinem China-Korb den DAX deutlich outperformen wirst – wahrscheinlich sogar schon sehr bald, z.B. im Frühjahr 2016 (das wären drei Jahre von deinem Kaufdatum gesehen).

    Ich bin aber nicht der Meinung, dass man die China-Werte nur blind mit einem Korb kaufen kann. (Das hast du ja eigentlich auch nicht gemacht, weil du ein paar China-Werte nach persönlichem Geschmack hast links liegen lassen)

    Zum Thema Betrug habe ich oben was geschrieben Was mir irgendwie total fehlt ist der Blick auf die Qualität der Geschäftsmodelle – die ist nicht bei allen gleich. Z.B. werden die vielen Schuh-Hersteller nicht EBIT-Margen größer 20 Prozent halten können. Das ist einfach unrealistisch. Also, entscheident sollt nach meiner Meinung nicht sein, ob die eine Firma ein KGV von 3 hat und die andere von 2, sondern welches Geschäftsmodell langfristig tragfähig ist und welches wahrscheinlich nicht.

    Grüße

  18. — Michael · 5. Oktober 2014, 12:57 · #

    @Richard: Du schreibst “Ich denke, an ein paar anderen und einfacheren Kriterien lässt sich abschätzen wo es für einen CEO Sinn macht zu betrügen und wo nicht.”

    An welche Kriterien denkst Du da?
    Ich persönlich wäre vorsichtig, falls sich der Jahresabschluss der Firma plötzlich aufbläht z.B. viel höhere Aktiven, Umsatz etc.

  19. — Richard a.k. · 5. Oktober 2014, 17:23 · #

    Ja, die Aktiven sind zum Beispiel bei den vielen Textil- und Modefirmen das Problem. Noch nicht mal die Liquiden Mittel. Die lassen sich vom Wirtschaftsprüfer per Kontoauszug überprüfen. Problem sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

    Ein erstes Kriterium ist sicher: Mit wieviel Prozent ist der CEO noch an seiner Firma beteiligt? Je höher desto besser. Gibt es Mitgründer, die beteiligt sind? Wurde das Kapital aus dem Börsengang tatsächlich gebraucht und eingesetzt ?
    Und dann sollte man sich mal die Zusammensetzung des Vorstands anschauen. Was sind das für Leute? Ist der Gründer bereit Macht zu teilen? Gibt es Steuersparmodelle?

    Aber um es klar zu sagen: Einen Betrug wie bei King Hero hätte ich auch nicht vorhersagen können. Aber ich denke schon, dass man sagen kann bei welchen Firmen ein Betrug unwahrscheinlicher ist.

  20. Dirk · 6. Oktober 2014, 09:27 · #

    Vielleicht wäre es sinnvoller, weniger quantitative Bewertungskriterien heranzuziehen (Bilanz, KGV, KUV etc), und mehr qualitative Bewertungskriterien.

    Mit Graham kommt man ja nicht weiter, wenn die Bilanzen gefälscht sind oder Betrug vorliegt. Fisher’s 15 points for growth stocks sind vielleicht hilfreich.

    Wenn man Interesse an der Aktie hat könnte man beispielsweise mit Konkurrenten oder Kunden sprechen und sich nach dem Unternehmen erkundigen.

    Bedenklich erscheint mir, dass insbesondere FAST mit fast keinen eigenen Produkten im Markt erscheint.

    Auf der Seite Finanzen.net wird im Forum in von einigen Usern in dieser Richtung argumentiert:

    http://www.finanzen.net/aktien/FAST_Casualwear-Aktie

  21. — Richard a.k. · 6. Oktober 2014, 11:50 · #

    Hi Dirk, das sehe ich auch so. Man sollte mehr qualitativ rangehen. Eine Recherche auf chinesischen Web-Seiten sollte sicher ein erster Anfang sein ;-)

  22. — Dirk · 29. März 2016, 12:21 · #

    Zwar ist der letzte Kommentar hier bereits 1,5 Jahre her, aber ich wollte dennoch das Thema “China Aktien” kurz aufgreifen und fragen, ob hier noch jemand investiert ist und welche Lehren ihr gezogen habt.

    Zu Yoyou gab es wohl die Nachricht, dass diese ebenfalls von der Insolvenz bedroht ist:

    http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Geldanlage-Report-China-Skandal-und-3D-Hype-4355543

    Jetzt, wo alle auch China rauswollen, wäre eventuell ein guter Einstiegspunkt. Allerdings ist die Frage, ob es auch seriöse Beteiligungen gibt.

  23. Stefan Mohr · 30. März 2016, 08:35 · #

    Also wenn du China interessant findest weil gerade alle aus China rauswollen, würde ich eher nach Unternehmen suchen die direkt in China notiert sind. Die in Deutschland notierten Chinesen sind ein ziemlich spezieller Fall und das Totalverlustrisiko bei jeder einzelnen ausgesprochen hoch…

  24. — Michael · 26. April 2016, 21:08 · #

    Ich würde von China Aktien in Deutschland ebenfalls abraten. Interessanter dürften da Firmen sein, die in Hong Kong oder China Festland gehandelt werden. Es hat praktisch kein Titel in Deutschland überlebt. Allenfalls kann man sich näher mit United Power beschäftigen.
    Was eigentlich passiert ist, ist nicht so ganz klar. China Firmen haben spezielle Risiken. wie die Manipulation von Konzernabschlüssen, die z.B. hier beschrieben werden:

    http://www.chinaaccountingblog.com/weblog/understanding-chinese-fraud.html

  25. — Robert Michel · 28. April 2016, 18:09 · #

    Auch die Deutch-Chinesen sind nicht immer ein Totalverlust. Greater china precision hat vor kurzen sein operatives Geschäft verkauft und den Erlös an die Aktionäre ausgeschüttet. Je nach Einstandskurs hat sich eine Beteiligung für die Aktionäre gelohnt.

  26. — Dirk · 3. Mai 2016, 03:48 · #

    @Robert Michel:

    Habe gerade die Daten zu Greater China Precision Components Ltd. (WKN: A0MZS3) angesehen. Die Aktie wurde am 15.11.2007 zu einem Emissionspreis von 3,40 bis 3,80 EUR verkauft. Schlusskurs im September 2014 war dann 0,40 EUR.

    Einfach war das wohl nicht, mit der Aktie Gewinn zu machen, außer man ist gut im Market Timing und wer ist das schon?

  27. — Michael · 5. Mai 2016, 19:46 · #

    Das Problem bei den China Listings in Deutschland ist, dass diese Listings keinen Sinn machen. Die Firmen haben die Kunden, Lieferanten, Belegschaft in China und der Bezug zu Deutschland fehlt i.d.R. komplett. Da ist es nicht verwunderlich, dass viele dieser Firmen ihre Bilanzen vermutlich mit fiktiven Umsätzen etc. einfach manipuliert haben. Die chinesischen, lokalen Abschlüsse sind dabei in der Regel korrekt und nur die IFRS Abschlüsse werden geschönt. Bei Steuerdelikten drohen nämlich hohe Strafen in China im Gegensatz zu den IFRS Abschlüssen.

    Eine Ausnahme dürften Firmen sein, die exportieren. Aber da gibt es nicht viele Firmen.

(optional, wird nicht veröffentlich)
(optional)

 

Spam, Werbung etc. wird zeitnah gelöscht. Versuch es garnicht erst!