Kauf Jumbo S.A., Verkauf A.S. Création Tapeten

1. Mai 2012 -   -  Stefan Mohr

Wie ihr in meinem Musterdepot sehen könnt, habe ich gestern Jumbo-Aktien gekauft.

Um das notwendige Kleingeld aufzutreiben, habe ich einen Großteil meiner A.S. Création Aktien mit einem Gewinn von gut 20% verkauft. Ich denke zwar nach wie vor, dass A.S. Création einigermaßen günstig ist, aber eben kein wirkliches Schnäppchen wie Jumbo.

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Kommentare [5]

  1. — David · 1. Mai 2012, 21:27 · #

    Wo siehst du denn den fairen Wert? Beziehungsweise zu welchen Kursen würdest du sie verkaufen?

  2. Stefan Mohr · 1. Mai 2012, 21:44 · #

    Das mit dem fairen Wert ist halt recht schwierig, wie in meinem Artikel zum Abzinsungsfaktor beschrieben.

    Aber verkaufen würde ich derzeit bei einer Bewertung von vielleicht 10x dem Gewinn der letzten Jahre, also bei etwas über 7€ (derzeit 3,70€). Bis zu diesem Niveau würde ich die Aktie als günstig ansehen. Oder eben, wenn ich deutlich bessere Investments finden würde.

    Wobei ich sagen muss: Wenn ich die Wahl zwischen Microsoft oder Münchener Rück für 10x Earnigs oder Jumbo für 10x Earnings hätte, würde ich nicht Jumbo wählen. Jumbo gehört definitiv nicht zu den Aktien, die ich am besten einschätzen kann, aber der extrem niedrige Preis gleicht das in meinen Augen aus.

  3. — funktionaler Bewerter · 2. Mai 2012, 22:42 · #

    Bezüglich Jumbo finde ich die Diskussionen hier sehr interessant und vielschichtig.

    Meine Meinung dazu ist, dass es nicht mehr ausreicht ein günstig bewertetes Unternehmen zu finden, sondern man muß die Volkswirtschaft (Griechenland) mit analysieren. Einigen Investoren ist dies nach 2008 bewusst geworden, vielen ist dies heute noch nicht bewusst.

    Hier ist mein Makro-Szenario mittelfristig (Wiedereinführung Drachme, Steuererhöhungen, schwächerer Konsum etc.) Wann Griechenland die Euro-Zone verlässt ist schwer zu sagen, vielleicht in 2 Jahren, 5 Jahren, 10 Jahren? Es wird aber wahrscheinlich passieren. Am Kapitalmarkt wird Griechenland auf absehbare Zeit kein Geld bekommen, außer vielleicht von den heimischen Banken. Ob die EU noch ein drittes Paket schnürt, wer weiß …
    Insofern hat Griechenland keine andere Chance sich bei griechischen Unternehmen zu bedienen.

    Insofern bin ich bezüglich der Perspektiven von griechischen Unternehmen im Allgemeinen skeptisch. Obwohl ich mich mit Jumbo S.A. nicht im Detail beschäftigt habe, bevorzuge ich derzeit eher konsumnahe Aktien in gut finanzierten Ländern, z.B. Orkla ASA in Norwegen.

    Vgl.
    http://de.pimco.com/DE/Insights/Pages/Secular%20Outlook%20Mai%202009%20Mohamed%20El%20Erian.aspx

  4. — David · 3. Mai 2012, 12:41 · #

    @ funktionaler Bewerter:
    Im Grunde teile ich deine Meinung auch, man sollte den makroökonomischen Blick nicht verlieren. Aber letztendlich zählen (zumindestens für mich) die Unternehmensbewertungen selbst. In die sollten jedoch auch die länderspezifischen Risiken mit eingerechnet werden. Ich sehe die Schwierigkeit für mich als vorwiegend BWLer jetzt die VWL richtig beurteilen zu können.

    Mein größtes Problem liegt in den Währungsrisiken. Auch wenn Jumbo ein super Unternehmen (und ich würd es eigentlich auch noch konsumnahe zählen) und ein gutes Investment zugleich ist, ist des dies vielleicht auch nur für den Griechen ein gutes Investment. Denn der muss seine Gewinn nicht noch in eine andere heimische Abrechnungswährung umrechnen. Aber ab dem Tag wo die Griechen eine eigene Währung bekommen, nützt es mir als Deutscher Investor nix, wenn die Aktie zwar um x steigt, aber die Währung um x + 1 abwertet.

    Ich kann vielleicht schätzen, welcher Kursanstieg fundamental gerechfertigt wäre, aber mir fehlen einfach die VWL Kenntnisse um mir ein Bild darüber zu machen, in welchem Ausmaße ein Abwertung der Drachme fair wäre…

    @Stefan:
    In deinem anderem Bericht über Jumbo ist mir aufgefallen, dass die EK-Renditen zwar sehr hoch waren in der Vergangenheit, aber auch stark rückläufig sind. Mich erinnert der Verlauf ein bisschen an Bijou. Was erwartest du denn, auf welchem Ertragsniveau sich die Kapitalrenditen einpegeln werden?

  5. Stefan Mohr · 4. Mai 2012, 13:01 · #

    Zu den Eigenkapitalrenditen: ein großteil des Rückgangs dieser ist auf den Abbau der Verschuldung und der entsprechenden Vergrößerung des Eigenkapitals zurückzuführen.

    Wo sich die EK-Renditen einpegeln, darüber traue ich mir keine genaue Prognose zu. Aber man kann Jumbo derzeit etwa zum Buchwert kaufen. Und da ich dem Unternehmen langfristig eine überdurchschnittliche EK-Rendite zutraue, ist das in meinen Augen zu wenig.

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