Warren Buffett: 50% Rendite p.a. mit Small Caps

14. Oktober 2011 -  ,  -  Stefan Mohr

Dieser Artikel bezieht sich auf eine Q&A Session einer Gruppe Studenten mit Warren Buffett am 6. Mai 2005.
Eine Mitschrift (engl.) findet ihr hier:
http://boards.fool.com/buffettjayhawk

Ich fand besonders die Antwort auf die erste Frage sehr interessant. Warren Buffett könnte laut seiner Antwort eine Rendite von 50% p.a. erreichen, wenn er 1 Mio. $ anlegen würde…

Aber hier erstmal das Ganze, übersetzt ins Deutsche. Sicher nicht perfekt, aber verständlicher, als es der Google-Übersetzer hinkriegt ;)

Student: Laut einem Business Week Report von 1999 haben Sie folgendes gesagt: “Es ist ein riesiger Vorteil, nicht viel Geld zu haben. Ich denke ich könnte eine Rendite von 50% pro Jahr erzielen, wenn ich 1 Mio. Dollar anlegen würde. Nein, ich weiß dass ich es könnte, ich kann es garantieren.” Erstens, würden sie heute noch das gleiche sagen? Zweitens, da man aus dieser Aussage schließen kann, dass sie in kleinere Unternehmen investieren würden, was würden sie sonst noch anders machen als heute, als in Small Caps zu investieren?

Warren Buffett: Ja, ich würde heute immer noch das gleiche sagen. In der Tat verdienen wir solche Renditen noch immer mit einiger unserer kleineren Investments. Meine beste Dekade waren die 50er. Ich verdiente Renditen von 50% und mehr mit kleinen Kapitalbeträgen. Mit kleinen Kapitalbeträgen könnte ich heute das gleiche tun. Es wäre vielleicht sogar einfacher so viel Geld zu machen in der heutigen Umgebung, weil Informationen leichter zugänglich sind.

Man muss eine Menge Steine umdrehen, um diese kleinen Anomalien zu finden. Man muss Unternehmen finden, die außerhalb der Landkarte sind – weit außerhalb. Vielleicht findest du kleine lokale Unternehmen, an denen kein Haken ist. Ein Unternehmen welches ich fand, Western Insurance Securities, wurde für 3$/Aktie gehandelt, als es 20$/Aktie verdiente! Ich versuchte so viel davon aufzukaufen wie ich konnte. Niemand wird dir von solchen Unternehmen erzählen. Du musst sie selbst finden.

Anderes Beispiel: Genesee Valley Gas, ein Versorger mit einem KGV von 2, GEICO, Union Street Railway of New Bedford gehandelt für 30$ als 100$/Aktie Cash im Unternehmen war, Junk Bonds im Jahr 2002. Niemand erzählt dir von solchen Ideen, du musst sie selbst finden.

Die Antwort ist auch heute noch ja, dass man außergewöhnliche Renditen auf verhältnismäßig kleine Kapitalbeträge verdienen kann. Zum Beispiel müsste ich nicht immer weiter Hochzinsanleihen kaufen. Viel Geld zu haben zwang Berkshire, Investments zu kaufen, die weniger attraktiv waren. Mit weniger Geld hätte ich alles in die attraktivsten Werte gesteckt und hätte richtig abgesahnt.

Ich weiß heute mehr über Unternehmen und Investments, aber meine Renditen sind seit den 50ern immer weiter gefallen. Viel Geld begrenzt die mögliche Performance. Bei der Größe von Berkshire gibt es nicht mehr als 200 Unternehmen weltweit in die wir investieren könnten, wenn wir einen Investmentfonds oder etwas in der Art führen würden.

Was lernen wir daraus? Was muss man tun um außergewöhnlich hohe Renditen zu erzielen?

  • konzentriere dich auf Small Caps!
  • suche selbst! Niemand wird dir von wirklich kleinen, extrem billigen Unternehmen erzählen. Auch kein Aktienscreener vermute ich mal!
  • du hast einen riesigen Vorteil gegenüber den Profis: du hast wenig Kapital zu investieren, nutze diesen Vorteil! (ich gehe mal von aus, dass das auf fast alle Leser dieses Blogs zutrifft)
  • Nein, der Markt ist auch heute nicht effizient, es zu versuchen lohnt sich!


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Kommentare [5]

  1. Gier ist gut · 17. Oktober 2011, 13:41 · #

    Da hat Buffett völlig recht. Je kleiner das Investitionskapital ist, desto höhere Renditen können erzielt werden.

    Das Problem an Deutschland ist, dass solche “kleinen” Unternehmen nicht an der Börse gehandelt werden! Weil es für die “kleinen” Unternehmen einfach nicht lohnenswert ist, an die Börse zu gehen, und die Mentalität in Deutschland eine ganz andere ist.

    Weil das ganze in Deutschland so nicht möglich ist, braucht man deutlich mehr Kapital, um sich in ein “kleines” Unternehmen einkaufen zu können! Da langt i.d.R. 1 Mio.€ nicht aus.

    Viele Grüße, Chris

  2. Investment-Analyse · 17. Oktober 2011, 14:52 · #

    Also in Deutschland gibt es schon eine ganze Menge sehr kleiner börsengehandelter Aktiengesellschaften, teilweise mit nur wenigen Mio. € Marktkapitalisierung.

    Aber es stimmt natürlich, dass die Auswahl mit etwas über 1000 Aktiengesellschaften hierzulande verhältnismäßig klein ist. Noch kann ich mich aber nicht beschweren, ich hab mir noch nicht bei weitem alles angesehen, was ich mir gerne ansehen würde ;)

  3. Gier ist gut · 17. Oktober 2011, 15:24 · #

    Ich kenne jetzt nur 879 börsennotierte, handelbare Aktiengesellschaften.

    Kläre mich auf :)

  4. Investment-Analyse · 20. Oktober 2011, 09:29 · #

    Also consors.de spuckt in der Aktiensuche 1005 deutsche Aktien aus.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_b%C3%B6rsennotierten_deutschen_Unternehmen

    enthält (hatte das irgendwann mal nachgezählt) etwas über 1200 soweit ich mich erinnere. Glaube aber die Liste ist nicht so ganz aktuell…

    Wo kommen deine 879 her?

  5. Valueaktien lohnen sich · 20. Oktober 2011, 17:31 · #

    Hallo Chris,

    Ich möcht dir ausdrücklich widersprechen. Solche Aktien findest Du zuhauf in Deutschland, Frankreich, Italien. Gleich Hunderte von Aktien mit einer Marktkapitalisierung von unter 50 Millionen wirst Du finden.

    Und genau in diesen Reihen findest Du aktuell auch Aktien die mit 3-4 Cashflow, 4-6fachen KGV und Dividendenrenditen von 10% und mehr gehandelt werden.

    Sogar in den Topindizes findest Du aktien die eine Div-Rendite von 10 bringen (die relativ sicher ist).

    Suchen lohnt sich. Genauso wie Warren E. Buffett (der Bruce Lee der Geldanlage) es predigt. Ein dreifaches Hoch auf unseren Warren !

    Grüße.
    Robert

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