Investitionen in Rüstungsunternehmen: moralisch vertretbar?

19. November 2012 -   -  Stefan Mohr

Als Value Investor investiert man in unterbewertete Aktien. Preis und Wert eines Unternehmens sind die entscheidenden Faktoren, ob man kauft oder nicht. Aber irgendwann stellt sich sicher jeder mal die Frage, ob er grundsätzlich in jedes Unternehmen investieren würde. Am ehesten kommt diese Frage vielleicht bei Rüstungsunternehmen auf.

Sind Investments in Rüstungsunternehmen moralisch vertretbar? Mir schien die Beantwortung dieser Frage sehr einfach, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto schwieriger wird es eigentlich.

Rüstungsunternehmen: notwendiges Übel oder nicht?

Kein vernünftiger Mensch wird wohl Kriege und Gewalt gut finden. Also sind nicht Waffen aller Art ein Produkt, welches auf keinen Fall hergestellt werden sollte? An sich kann ich dieser Ansicht nur zustimmen. Ich wäre sofort für ein umfassendes Verbot von Produktion und Besitz aller Arten von Waffen (von Messern o.ä. die auch als Werkzeug eingesetzt werden vielleicht mal abgesehen) – unter einer Bedingung: wenn es sich weltweit zu 100% durchsetzen und kontrollieren ließe. Und diese Bedingung zu erfüllen ist leider absolut ausgeschlossen.

Auch wenn mir das nicht wirklich gefällt (ich habe selbst den Wehrdienst verweigert und Zivildienst geleistet): wir brauchen eine Bundeswehr. Alles andere wäre Wahnsinn. Auch den Sinn einer bewaffneten Polizei werden die meisten wohl nicht bestreiten können. Also braucht man auch Rüstungsunternehmen, die Waffen produzieren. So wenig einem das auch gefallen mag.

Gegebenenfalls könnte man noch darüber nachdenken, ob Rüstungsunternehmen wirklich privatwirtschaftliche Unternehmen sein sollten. Ich bin eigentlich kein Freund davon, alles staatlich zu kontrollieren, aber privatwirtschaftliche Unternehmen streben eben tendenziell immer zu einer Steigerung der Absätze. Ob das im Rüstungsbereich so eine gute Idee ist, ist fraglich. Vielleicht wären ausschließlich staatliche Rüstungsunternehmen eine Lösung für dieses Problem. Ob das wirklich besser wäre ist sicher nicht so leicht zu beantworten. Und die Realitäten sehen in Deutschland und vielen anderen Teilen der Welt eben anders aus.

Bleibt also die Frage: kann man es moralisch vertreten, in Rüstungsunternehmen zu investieren?

Pro …

Stellen wir die Frage doch mal etwas anders: was ändert sich, wenn man nicht in Rüstungsunternehmen investiert? Mir fällt ehrlich gesagt nichts ein, was sich ändern könnte. Wenn ich keine Aktien von Rüstungsunternehmen kaufe, dann halten eben andere die Aktien. An der Existenz des Unternehmens ändert das nichts.

Im Gegenteil, es spricht sogar etwas dafür, Aktien von Rüstungsunternehmen zu kaufen: Als Aktionär hat man einen Einfluss auf die Unternehmenspolitik. Natürlich sind die Einflussmöglichkeiten als Kleinaktionär stark begrenzt, aber selbst dann ist er nicht gleich Null. Wer also z.B. die Politik eines Rüstungsunternehmens in manchen Bereichen als problematisch ansieht, der hat als Aktionär definitiv mehr Möglichkeiten daran etwas zu ändern als als Nicht-Aktionär.

Rein logisch betrachtet spricht also alles dafür, gerade in problematische Rüstungsunternehmen zu investieren.

Allerdings übernimmt man dann m.E. auch eine gewisse Verantwortung. Wenn man Aktionär eines Rüstungsunternehmens ist und dieses verkauft beispielsweise Waffen an diktatorisch regierte Länder, ist man zumindest als Kleinaktionär nicht daran schuld. Aber man macht sich mitschuldig, auch als Kleinaktionär, wenn man seine Möglichkeiten dem entgegenzuwirken nicht wahrnimmt.

… und Kontra

Es gibt allerdings für mich trotzdem etwas, was dagegen spricht, in Rüstungsunternehmen zu investieren. Als Value Investor sehe ich eine Aktie nicht nur als ein Stück Papier an, sondern als einen Anteil an einem Unternehmen, dessen Miteigentümer ich bei einem Kauf werde.

Ich schaue mir gerne mal im Baumarkt die Tapeten von A.S. Création an, und freue mich was für schöne Tapeten mein Unternehmen herstellt. Mit Modeschmuck kann ich eigentlich nicht viel anfangen, aber ich gehe gerne mit meiner Freundin zu Bijou Brigitte und schaue mich mal etwas um, wie mein Unternehmen die Ware so präsentiert (dabei böse und genervt schauen, dann fällts nicht so auf). Bei Naturkatastrophen bin ich stolz, als Munich Re Aktionär zumindest finanziell dazu beitragen zu können, die Schäden für die Betroffenen ertragbarer zu machen. Und wenn ich die aktuellen Nachrichten aus Afghanistan im Fernsehen sehe, bin ich begeistert sagen zu können, dass ein Haufen Aufständischer gerade mit Waffen meines Unternehmens ins Jenseits befördert wurde.

Ja, ich identifiziere mich gerne mit einem Unternehmen, wenn ich dessen Aktionär bin. Selbst wenn ich die Aktien schon wieder verkauft habe, bleibt das irgendwie bestehen. Aber bei Rüstungsunternehmen kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass ich da allzuviel Begeisterung zeige…

Fazit

M. E. gibt es sowohl Gründe die für Investments in Rüstungsunternehmen sprechen oder zumindest nicht dagegen, als auch Gründe die dagegen sprechen. Jeder muss selbst mit sich ausmachen, welche Argumente ihm zusagen.

Ich kann Investoren, die Investments in Rüstungsunternehmen nicht ausschließen durchaus verstehen. Rein logisch betrachtet gibt es nicht viele Gründe, die dagegen sprechen. Die Welt wird nicht besser, wenn man darauf verzichtet. Ich bin nicht derjenige, der sich dann mit erhobenem Zeigefinger hinstellt, und jemandem ein schlechtes Gewissen einredet.

Ich selbst habe aber meine Probleme damit, in Rüstungsunternehmen zu investieren. Auch wenn die Kontra-Argumente logisch schwer begründbar sind, sind sie eben doch vorhanden. Ich hätte kein gutes Gefühl dabei, also lasse ich es. Es gibt genug andere Unternehmen…

Worüber man sich vielleicht noch Gedanken machen sollte: wo fängt Rüstungsunternehmen an? Ein Unternehmen welches Waffen herstellt? Teile an Waffenhersteller zuliefert? Ein Schuhhersteller der auch Stiefel für die Bundeswehr herstellt? Ein Klopapierhersteller der auch ans Militär liefert? Schwer zu sagen wo die Grenze ist…

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Kommentare [14]

  1. — sebastian · 19. November 2012, 23:09 · #

    Waffen töten Menschen (nach Aussage der amerikanischen Waffenlobby nicht Waffen sondern Menschen :-), aber genau so töten Hamburger, Fettfritten und Zuckerwasser (um nicht von Alkohol oder Tabak zu sprechen) Menschen. Die Kosten werden der Allgemeinheit aufgebürdet. Ich würde sagen, seriöse Waffenhersteller, die Exportbeschränkungen einhalten, wie etwa EADS oder BAE sind legitime Investments. Ihre Güter dienen der Sicherstellung von Frieden und Sicherheit. Auch die privatwirtschaftliche transnationale Organisation ist in Ordnung, da hoffentlich effizienter als einzelstaatliche Lösungen. Der Missbrauch durch verantwortungslose Regierungen muss stärker kontrolliert werden – wie auch immer. Krieg sollte geächtet werden, aber Waffen wird man nie abschaffen können eben als Schutz vor diesem.

    Und inwieweit sollte man bei ökologisch und sozial verantwortlicher Ethik andere “Sünden“branchen von Fast Food bis Genussmittel stigmatisieren bzw. boykottieren? Nach Tabak scheint jetzt Fast Food dran zu sein, was ich für richtig halte und weit wichtiger als die Rüstungsindustrie.

  2. Till · 20. November 2012, 11:52 · #

    Ich denke jeder sollte sich mit solchen normativ-kritischen Fragen auseinandersetzen, unabhängig zu welchem Ergebnis man kommt.

    Und beim Boykottieren von Investments ist es eigentlich wie beim Boykottieren von Gütern. Einer allein (Kleinaktionär) macht keinen Unterschied. Eine grosse Anzahl lässt aber die Nachfrage und damit den Wert eines Investments sinken (als Value-Investor wäre es auch legitim, zu dem Ergebnis zu kommen, genau so etwas auszunutzen). Will man gesellschaftlichen und kulturellen Ansprüchen entsprechen, macht ein Ausschluss eines solchen Investments Sinn. Die Refinanzierung wird für die Unternehmen relativ teuerer, d.h., sie müssen ihre Produkte teuerer verkaufen, um den höheren Renditeansprüchen zu genügen. Das ist natürlich sehr theoretische und wahrscheinlich bei all den anderen Einflüssen an der Börse kaum messbar, aber logisch.

    Dinge, die man nicht vergessen sollte.

  3. — Martin · 20. November 2012, 12:57 · #

    Am wichtigsten ist mir dann, dass die Firmen die Gesetze einhalten. Die Folgen können in solchen Bereichen tötlich sein, wenn Waffen in falsche Hände gelangen.

    Dann gibt es bestimmte Waffen, welche ich nicht tolerieren würde, da sogenannte Kollateralschäden und langfristige Folgeschäden einkalkuliert werden: biologische, gewisse chemische Waffen, Streuwaffen, Landminen, Atombomben etc.

    Die Politik muss da eben den Rahmen setzen, da Firmen tendenziell nur auf Profite aus sind.

    Relevante Rüstungsfirmen sind besondere Firmen. Hier haben die jeweiligen Staaten immer Einfluss. Übernahmen sind teilweise ausgeschlossen. Solche halbstaatlichen Firmen mag ich ohnehin nicht allzu sehr.

    Aus Transparenzgründen finde ich es gut, wenn solche Firmen AGs sind und gewisse Auskunftspflichten haben. Diese können und werden jedoch durch nationales Recht wiederum eingeschränkt. Eine Schattenindustrie halte ich für wesentlich gefährlicher.

    Ein rationaler Aspekt ist auch noch, dass solche “bösen” Firmen eine gegensätzliche Korrelation zu gewissen Katastrophen als der Gesamtmarkt und somit Risiken vom Depot absichern. 9/11 war für die Rüstungsindustrie vielleicht nicht so schlimm wie für so manch andere Firma…

    Ich denke aber, dass es genug Alternativen gibt. Die politischen Risiken dieser Industrie sind auch ohnehin nicht bewertbar. Ich halte keine reine Rüstungsaktie im Depot. Wie Stephan geschrieben hat, sind aber auch normale Firmen Zulieferer.

  4. Chris · 21. November 2012, 09:51 · #

    Ich finde so einen Gedankengang ähnlich wie der Frage, ob Shortselling gut für den Markt ist.

    Letztendlich muss das jeder für sich wissen!

    (Achja: Shortselling ist gut für den Markt ;) )

  5. — krankenhaus · 21. November 2012, 20:05 · #

    Was heißt den “gut für den Markt”? Z.B. Ungedeckte Leerverkäufe sind für keinen gut – außer natürlich für die Banken. Das Märchen vom Gleichgewicht durch spekulativ erzeugte Liquidität gehört in das Forum “Marktradikale und ihre Dogmen”.

    Wer sich die großen Value-Investoren anschaut, erkennt, dass sie im doppelten Wortsinn wahre Wertinvestoren sind. Egal, ob Buffett selbst oder seine Jünger wie Whitney Tilson oder z.B. der in den dt. Medien ständig präsente Max Otte. Sie treten ein für höhere Steuern für Reiche, höhere Erbschaftssteuern und eine sozial gerechtere Gesellschaft mit echter Chancengleichheit. Es wäre auch merkwürdig, wenn sich ihre Unabhängigkeit und Langfristigkeit im Denken nur auf finanzielle Dinge erstrecken würde. Mir ist nicht bekannt, dass einer dieser Investoren mit Rüstung Geld gemacht hat oder es in Betracht ziehen würde.

  6. — Alex · 22. November 2012, 08:22 · #

    “Mir ist nicht bekannt, dass einer dieser Investoren mit Rüstung Geld gemacht hat oder es in Betracht ziehen würde.”

    Berkshire Hathaway investiert doch momentan in General Dynamics?
    Und PetroChina hatte jetzt auch nicht gerade die weißeste Weste.

  7. — krankenhaus · 22. November 2012, 18:28 · #

    PetroChina ist kein Rüstungskonzern. Diese Diskussion ist so alt, dass sie schon einen Bart hat.

    Das General Dynamics-Investment überrascht mich wirklich. Buffett legte bisher immer sehr viel Wert auf seinen Ruf und hat sich aus so manchen Sachen deshalb zurückgezogen. Wenn Herr Buffett es macht, dann darf man also doch in “gute Waffen” investieren?

  8. — Alex · 23. November 2012, 10:45 · #

    Das PetroChina kein Rüstungskonzern ist, ist mir klar… sagt sogar der Name.

    Du hast aber hier irgendwo geschrieben, dass Buffett und die anderen doppet wertorientiert sind und auch auf die humane seite schauen… und PetroChina war ein Investment bei dem sogar die Buffettjünger auf der Hauptversammlung “rebeliert” haben wegen dem unetischen vorgehen der Firma…

    Buffett hat übrigens schon mal in General Dynamics investiert

    (er hat die selbe Arbitage durchgeführt die in Greenblatts erstem Buch beschrieben wird, als GD sich restrukturierte weil die US-Rüstungsausgaben wegbrachen(zusammenbruch Sowjets)

  9. — Alex · 23. November 2012, 10:48 · #

    PS:

    Ich will Buffett hier nicht mit Schlamm bewerfen, ich wüßte nicht so viel darüber, wenn ich kein “Fan” wäre…

    aber seine menschlichen Standarts sollte doch jeder selbst legen so dass er mit diesen leben kann …

  10. Chris · 23. November 2012, 16:07 · #

    Wer spricht den hier von ungedeckten Leerverkäufen? Also ich habe in meinem Kommentar mit keinem Wort was von ungedeckten Leerverkäufen gesprochen….

    Trotzdem danke für den Hinweis ;)

  11. — krankenhaus · 23. November 2012, 22:21 · #

    Auf der BH-Hauptversammlung 2010 hat eine kleine Minderheit das Thema PetroChina in eine große politische Diskussion mutieren lassen. Buffett selbst hat hier richtigerweise argumentiert, dass es fast unmöglich ist in China zu investieren ohne, dass der Staat mit drinhängt. Wollen wir diese Diskussion hier wirklich nochmal neu aufleben lassen?

    Kein Investor kann dafür in die Haftung genommen werden, dass sich alle Mitarbeiter seines Unternehmens stets moralisch verhalten oder dass selbst die Akivitäten des Unternehmens immer ethisch korrekt sind, obwohl sie das natürlich sein sollten. Darum geht es doch gar nicht.

    Die Frage ist: Ist das generelle Unternehmensziel ethisch vertretbar? Wenn ich beispielsweise der Firma Heckler & Koch durch eine Unternehmensanleihe Geld leihe, dann sollte mir klar sein, welches Unheil Kleinwaffen (insbesondere dieser Firma) in politisch unstabilen Ländern spielen.

  12. — sebastian · 24. November 2012, 13:57 · #

    value investments sollten ethisch neutral sein. Ethische Bedenken sollte jeder mit seinem eigenen Gewissen ausmachen. ESR ist oft nichts anderes als ein Marketingtool oder pet project von Vorständen. Ethische Gesinnung sollte von Individuen egal auf welcher Ebene ausgehen und von den Firmen und der Regierung unterstützt werden, aber ansonsten finde ich ist ESR weniger ein Thema für die Wirtschaft sondern mehr für die Gesellschaft und private Initiativen. Von Zwang seitens Staat oder Marketinggags seitens der Unternehmen halte ich nicht viel.

    Die meisten Opfer von Waffengewalt sind vermutlich Zivilisten die in Bürgerkriegsländern mit relativ primitiven Waffen (AK47, IED) massakriert werden. Diese Waffen kann man weder durch Kapitalanlagen unterstützen noch durch Waffenembargos verhindern (werden vor Ort billig in Lizenz hergestellt oder improvisiert zusammengebastelt). Man könnte solche primitiven Bürgerkriege sogar durch Intervention mit überlegenen Waffen beendigen. Die Waffen sind da, aber wer wollte eigene Bürger riskieren um sich in fremde Konflikte einzumischen. Dazu bräuchte man eine handlungsunfähige Weltregierung (UNO) mit Gewaltmonopol, was auf absehbare Zeit nicht der Fall sein wird. Westliche hochtechnologische Waffensysteme kommen selten zum Einsatz, wobei man natürlich auch hinterfragen darf, ob israelische Bombardierungen im Gaza-Streifen oder die beiden amerikanischen Invasionen in Irak und Afghanistan legitim sind.

    Das Thema ist moralisch sehr heiss und unlösbar. Welche Instanz sollte darüber entscheiden können? Also kann jeder gerne seine persönliche Meinung äußern, aber wird sollten uns auf keinen Fall darüber in die Haare kriegen. Es gibt bereits Gesetze, die Waffenlieferungen an illegitime Kriegsparteien unterbinden. Waffen sind zur Landesverteidigung nötig solange nicht alle Länder gleichzeitig ihre Armeen auflösen – was für mich die beste wenn auch unrealistische Lösung wäre, denn Verteidigungsausgaben sind unproduktives rausgeschmissenes Geld (wie eine Versicherungsprämie gegen Krieg) – außer für die Hersteller natürlich. Ich sehe die Chance, aufgrund dieser moralischen Bedenken profitable Unternehmen zu Abschlägen erwerben zu können und habe keine Probleme damit, dass auszunutzen, solange ich mein Gewissen überzeugen kann, dass ich dabei niemanden unnötig und vermeidbar schade.

  13. — David · 27. November 2012, 14:43 · #

    Mal eine kurze Anmerkung zu folgender Aussage von dir:

    “Wenn ich keine Aktien von Rüstungsunternehmen kaufe, dann halten eben andere die Aktien. An der Existenz des Unternehmens ändert das nichts.”

    Es ändert sich vielleicht nichts daran, wenn nur du die Aktien nicht hast. Aber ich finde das Argument “wenn ich es nicht tue, tut es halt ein anderer” dient immer nur der Selbstberuhigung. Denn damit könnt ich jedes Verhalten rechtfertigen. Aber würden alle oder zumindest ein Großteil ethisch bedenkliche Investments meiden, hätten die Unternehmen z.b. höhere Refinanzierungskosten.

  14. Ulrich · 9. Dezember 2012, 21:06 · #

    Mir ist grad noch eingefallen: Waffen kann man natürlich von zwei Seiten sehen.

    So wird ein großer großer Teil des Friedens auf unserem Planeten ja durch gegenseitige Abschreckung erreicht, daher wären Waffen ja eigentlich gut ???

    Das Problem ist, dass es natürlich besser wäre es gebe keine Maschinenpistole, keinen Panzer, kein Giftgas…

    Da diese Sachen aber nun einmal bereits erfunden und gebaut wurden lässt sich daran nichts mehr ändern. Hat der andere Waffen, brauche ich auch Waffen, da sonst vllt der andere Anspruch auf meine Resourcen, meine Agrarfläche anmeldet oder mich erpresst/versklavt. Der Friede wird also nur durch Angst vor den Waffen des Anderen aufrecht erhalten.

    Das bestimme Waffengattungen wieder völlig verschwinden und dadurch die Büchse der Pandora wieder teilweise geschlossen wird glaube ich nicht. Man müsste ja trotz Abrüstungsvertrags immer damit rechnen, dass der Andere doch noch irgendwo eine Atomrakete versteckt hält und ich bei einer völligen Abrüstung dann ins Hintertreffen käme.

    Hm alles ganz schöm kompliziert…

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