Liste stabiler, börsennotierter Unternehmen aus Deutschland (172 Stück!)

30. Januar 2014 -   -  Stefan Mohr

Grob vereinfacht gesagt könnte man sagen, es gibt zwei Arten von Unternehmen. Erstens, Unternehmen die über viele Jahre mehr oder weniger stabile Erträge erwirtschaften. Und zweitens, der ganze Rest.

Mit beiden Arten von Unternehmen kann man an der Börse gewinnen. Die erste Sorte von Unternehmen hat jedoch eine Eigenschaft, die mir sehr gefällt. Man kann sich über solche Unternehmen Wissen anlesen, welches auch nach 3, 5 oder gar 10 Jahren noch relevant ist. Solche Unternehmen verändern sich einfach eher langsamer. Sehr neue Unternehmen ohne Historie, Turnaround-Stories, Unternehmen die ständig ihr Geschäftsmodell ändern usw. sind dagegen manchmal nach wenigen Jahren kaum noch wiederzuerkennen und generell schwerer einzuschätzen.

Wie viele “stabile” börsennotierte Unternehmen gibt es in Deutschland? Nun, kommt drauf an wie weit man den Begriff “stabiles Unternehmen” auslegt. Ich habe ihn mal relativ weit ausgelegt:

  • Historie von mindestens 10 Jahren (Sprich: 10 Geschäftsberichte verfügbar)
  • maximal 2 Verlustjahre in den letzten 10 Jahren

Noch dazu habe ich diese beiden Kriterien nicht immer ganz konsequent angewendet. Wenn mir ein Unternehmen irgendwie zugesagt hat, bin ich auch mal auf 6 oder 7 Jahre Historie runtergegangen. Egal, aussortieren kann man später immer noch…

Herausgekommen ist eine Liste mit 172 Unternehmen. Ziemlich viel. Auf der anderen Seite aber auch wieder eher wenig, wenn man bedenkt, dass es mehr als 1000 börsennotierte Unternehmen in Deutschland gibt.

Das Erstellen dieser Liste war übrigens mal wieder viel (interessante!) Handarbeit, da mir leider kein Tool zur Verfügung steht, mit dem man nach diesen Kriterien suchen kann. Also bin ich halt mal wieder alle Unternehmen auf diversen Finanzwebseiten durchgegangen, teilweise habe ich auch direkt in die Geschäftsberichte geschaut, wenn dort keine Daten vorhanden waren.

Eine Garantie auf Vollständigkeit gibts natürlich nicht. Allzu viel sollte aber nicht fehlen. Ich weiß nicht, ob diese Liste für irgendwen hilfreich ist. Aber falls doch: hier ist sie! Sortiert übrigens nach Marktkapitalisierung der Unternehmen, begonnen mit der größten.

Volkswagen
Siemens
Bayer
Basf
SAP
Daimler
Allianz
BMW
Henkel
Deutsche Post
Audi
Linde
Münchener Rück
Fresenius
Beiersdorf
Adidas
Fresenius Medical
Deutsche Börse
Metro
Merck
Prosiebensat1
Gea
Hugo Boss
United Internet
Fraport
Hochtief
Axel Springer
Fuchs Petrolub
K+S
Celesio
Symrise
Südzucker
Bilfinger
Wirecard
Fielmann
Puma
MTU
Rhön-Klinikum
Rational
Software AG
Stada
Drägerwerk
Krones
CTS Eventim AG
Leoni
Rheinmetall
Carl Zeiss Meditec
Sartorius
ElringKlinger
Wincor Nixdorf
KWS Saat
GfK
Gerry Weber
Baywa
Hamburger Hafen
Bechtle
Bertrandt
Biotest
Compugroup
Grenkeleasing
Sixt
Strabag
Hornbach
Vossloh
Pfeiffer Vacuum
Takkt
Jungheinrich
KSB
Nürnberger Beteiligungs AG
Indus Holding
WMF
Alba
Bijou Brigitte
Nemetschek
Surteco
P&I Personal & Informatik
Tipp24
LPKF Laser
Grammer
Stratec Biomedical Systems
Delticom
Hawesko
Sto
Centrotec
Euwax
Bauer AG
OHB
Cewe
Amadeus Fire
Schaltbau Holding
H&R
Gesco
R. Stahl
INIT Innovation in traffic
Elexis
Elmos Semiconductor
Simona
Isra Vision
GFT Technologie
Maschinenfabrik Hermle
Ahlers
Eckert & Ziegler
Progress-Werk Oberkirch
Allgeier
Advanced Inflight Alliance
Pulsion
Frosta
Mühlbauer
Uzin Utz
Secunet
Atoss Software
AS Creation Tapeten
Telegate
Ludwig Beck
MME Moviement
Analytik Jena
Euromicron
Westag & Getalit
USU Software
Basler
Creaton
All for One Steeb
Cenit
Sektkellerei Schloss Wachenheim
Innotec TSS
SMT Scharf
Dr. Hönle
Syzygy
i:FAO
Data Modul
Marseille-Kliniken
Wasgau
Masterflex
PVA Tepla
Röder Zeltsysteme
Einhell
Erlus
Hoftex
Essanelle
Dierig Holding
Müller – Die lila Logistik
Sanacorp Pharmaholding
Ehlebracht
Isra Vision
C. Bechstein
IVU Traffic
Halloren
EQS Group
Bremer Lagerhaus Gesellschaft
Fortec Elektronik
BHS Tabletop
Geratherm Medical
Schwälbchen Molkerei
Easy Software
Turbon
Orbis
Magix
Sinner
Heidelberger Beteiligungsholding
Edding
DocCheck
Synaxon
Nucletron
Your Family Entertainment
Ceotronics
AG Bad Neuenahr
Value Holdings
Aktiengesellschaft für historische Wertpapiere
Going Public Media
Sedlbauer
Valora Effektenhandel
CCP

Anzeige:
Value investing made easy





Kommentare [20]

  1. — dk · 30. Januar 2014, 18:50 · #

    Wow, tolle Arbeit! Muss man an dieser Stelle einfach anerkennen.
    Respekt. Und danke dafür!
    Sehr nützlich, wie ich finde.

  2. — Schlomo · 30. Januar 2014, 19:08 · #

    Endlich wieder ein neuer Artikel!
    Du glaubst nicht wie sehnsüchtig deine Berichte erwartet werden. An dieser Stelle meinen tiefen Respekt für dein Engagement und deine einzigartige Art und Weise Unternehmen zu analysieren. Mich als Jungspund von 18 Jahren und zukünftigem Valueinvestor (hoffe ich zumindest)inspirierst du auf alle Fälle enorm! Die Liste kommt mir gerade gelegen. Diese Woche habe ich selbst mir mal die Zeit genommen die Wikipedia-Seite der börsennotierten Unternehmen nach AG´s, die ich selbst verstehe, zu durchsuchen, angeregt durch deine Artikel.
    Weiter so!
    P.S: Neue Artikel werden ungeduldig erwartet…
    Alle alten bin ich mittlerweile schon mindestens 2 mal durch;)

  3. martin · 30. Januar 2014, 20:06 · #

    Finde die liste interessant. Hast du auch daten bereinigt um abschreibungen auf immaterielle vermögenswerte?

  4. — Covacoro · 30. Januar 2014, 20:53 · #

    Danke für die Liste. Ich habe eine ähnliche Liste, die ich “Qualitätstitel” getauft habe. Dort finden sich zusätzlich Hannover Rück (nur 2008 negatives EBIT) und DIC Asset (mit 2013 9 Jahre positive EBITs) wieder. Immer wenn es mal crasht :-) hole ich die Liste hervor und werfe ein paar Dartpfeile.
    Das hat ganz gut funktioniert.

  5. — Dirk · 30. Januar 2014, 23:55 · #

    Eine Gewinnhistorie über 10 Jahre sagt noch nicht viel. Die Gewinne können auch kontinuierlich geschrumpft sein. Eine Qualitätsaussage ist diese Liste somit nicht.

  6. Stefan Mohr · 31. Januar 2014, 00:29 · #

    @Martin:
    nein, bereinigt um Abschreibungen auf immat. VW ist das Ganze nicht. Aber da sowas meist nur sporadisch passiert, dürfte das im wesentlichen durch die zwei erlaubten Verlustjahre abgefangen werden…

    @Covacoro
    Stimmt, Hannover Rück ist mir wohl irgendwie durch die Lappen gegangen…

    @Dirk:
    Richtig, diese Liste beinhaltet sicher nicht nur Qualitätsunternehmen. Aber zumindest dürfte die Dichte an Qualitätsunternehmen auf dieser Liste relativ hoch sein. Wohingegen die Dichte von Qualitätsunternehmen unter allen, die nicht auf dieser Liste stehen, verschwindend gering sein dürfte. Wenn man also Qualitätsunternehmen sucht (wie auch immer man das genau definiert) dürfte die Liste eine halbwegs passable Vorauswahl sein, welche die Arbeit zumindest erleichtert.

  7. — Dirk · 31. Januar 2014, 09:04 · #

    @Stefan:

    Sieh es mal so: Ein fauliges Stück Obst versaut auf Dauer den ganzen Korb. :D Wenn ich sowas wie Valora Effektenhandel auf der Liste sehe, dann stehen mir die Haare zu Berge, denn das ist kein stabiles Unternehmen, sondern ein unglaublich schlecht gemänätschter Laden.

  8. Stefan Mohr · 31. Januar 2014, 09:44 · #

    @Dirk:
    Sieh es mal anders: die ganzen Äpfel liegen noch nicht im Korb, sondern ich habe erstmal nur die vom Baum genommen, die nicht gleich auf den ersten Blick faul aussahen. Aus diesen kann man jetzt leichter die guten auswählen.

  9. Stefan Mohr · 31. Januar 2014, 14:20 · #

    Nochmal eine Frage zu Valora Effektenhandel: was genau ist daran ein schlecht gemanagter Laden? Nicht dass ich das anzweifeln will, aber würde mich mal interessieren. Hab mir das Unternehmen bisher nur sehr oberflächlich angesehen.

  10. Martin · 1. Februar 2014, 16:14 · #

    Wenn man nicht auf die Cashflows schaut, sondern nur auf den Gewinn fehlt z.B. UMS.
    Gute Zusammenfassung: http://www.valueuncovered.com/ums-international-etrums-steady-fcf-business-priced-below-no-growth-value

    Ich würde UMS zu den Qualitätsunternehmen zählen.

    RWE würde ich jetzt nicht mehr dazuzählem, aber an sich haben die seit Ewigkeiten nur Gewinne geschrieben:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/stromerzeuger-in-der-krise-rwe-vor-erstem-verlust-seit-60-jahren-12774083.html

  11. Stefan Mohr · 1. Februar 2014, 20:36 · #

    @Martin:
    danke für den Tipp mit UMS, sieht tatsächlich interessant aus!

    Energieversorgungsunternehmen hab ich übrigens tatsächlich stillschweigend unter den Tisch fallen lassen, einfach weil sich deren Geschäftsmodell wohl in Zukunft deutlich verändern wird, was sich alles vermutlich nur schwer prognostizieren lässt.
    Zugegebenermaßen etwas “unfair”, gleiches dürfte wohl auch bei einigen weiteren Unternehmen aus der Liste herauskommen, wenn man sich diese mal genauer ansieht.

  12. — Mr. Market · 5. Februar 2014, 01:05 · #

    Coole Liste, wow!

    Ich habe eine ähnliche, sehr viel kürzere Liste, auf die nur Unternehmen kommen, die sich in den letzten 10 Jahren gut entwickelt haben. Das mache cih an unterschiedlichen Kriterien fest, zum Beispiel ein kontinuierliches Gewinnwachstum, kontinuierliche Dividendensteigerung, kontinuierliche P/B-Wachstum (bei Versicherungen) oder auch einfach ein Burggraben (darum sind etwa RWE/Versorger mit auf der Liste; konnte mich aber noch nicht zum Kauf durchringen…). Leider ist das alles recht unsystematsch insofern, als mir eigentlich noch eine Art Formel fehlt, die die unterschiedlichen Herangehensweisen “per Knopfdruck” in eine Bewertung überführt und somit vergleichbar macht. Schließlich will ich ja die Unternehmen mit dem größten Abschlag zum inneren Wert finden, und das ist dann doch immer wieder eine Einzelarbeit (die aber Spaß bringt…) Deine Liste finde ich klasse, vielen Dank!!

  13. Chris · 5. Februar 2014, 08:42 · #

    Sehr coole Liste. Jedoch sollte man schon vor einem Crash definitive Kauf-Kandidaten haben, und sich dann nur noch auf das Kaufen konzentrieren. Natürlich darf sich Fundamental nichts geändert haben!

    Grüße

  14. — Chris · 17. Februar 2014, 18:52 · #

    Moin,

    Danke für die interessanten Daten, die hier im Blog zusammengetragen werden.
    Die Zusammenstellung von Firmendaten kostet eine Menge Zeit. Was mich mal interessieren würde: Wie geht Ihr (gehst Du) dabei praktisch vor?
    Also ich wandele die Geschäftsberichte in txt- Dateien um, erstelle eine Strukturbilanz (GuV und CF-Rechnung), kopiere alles in meine excel-Vorlage und lasse mir die Kennzahlen ausgeben. Damit beginnt die Analyse zwar erst, aber man hat schon mal eine Grundlage.
    Die Vorgehensweise kostet aber eine Menge Zeit. Also geht’s irgendwie schneller?

    Grüße Chris

  15. Stefan Mohr · 17. Februar 2014, 20:02 · #

    Hi Chris,

    Ich habe früher immer riesige Tabellen mit der kompletten GuV, CF und Bilanz der letzten 10 Jahre oder länger angelegt und Kennzahlen angelegt.

    Heute versuche ich, solche Tabellen so schlank wie möglich zu halten und nur die Zahlen reinzunehmen, die für mich eine Aussagekraft haben (was meist bei jedem Unternehmen andere sind). Das setzt aber natürlich vorraus, dass man sich erst qualitativ mit dem Unternehmen beschäftigt und dann genauer auf die Zahlen schaut.

    Bei mir geht für die reine Zahlenanalyse eigentlich relativ gesehen wenig Zeit drauf. Der größte Teil ist die qualitative Analyse eines Unternehmens. Also viel lesen, vom Geschäftsbericht bis zu Büchern über die Branche, versuchen die richtigen Fragen zu stellen und das Suchen nach den Antworten. Viel Zeit kosten wird das vermutlich immer ;-)

  16. — Chris · 18. Februar 2014, 18:27 · #

    Hi Stefen,

    beim Investieren lerne ich immer noch jede Menge dazu. Eine zusätzliche Zeile mit einer Formel ist schnell in eine Tabelle eingefügt, so dass eine weitere Information abgeleitet werden kann. Die Rohdaten aus den Geschäftsberichten zusammenzutragen ist schon erheblich aufwendiger. Deshalb versuche ich die Rohdaten vollständig aus den Geschäftsberichten zu übernehmen. Auch eine Aktualisierung einer alten Tabelle vereinfacht sich manchmal.

    Grüße Chris

  17. — Andreas · 24. Februar 2014, 21:20 · #

    Moin, erstmal danke für den klasse Blog!

    Einen hilfreichen Tipp zum Beziehen von Bilanzdaten hätte ich – zumindest für den amerikanischen Markt bekommt man die Historie der 10 letzten Geschäftsjahre bei Gurufocus, z.B. http://www.gurufocus.com/financials/NYSE:AIG – und sogar als Excel-Download (Icon rechts unten).

    Gurufocus bietet auch Daten zu europäischen Aktien an. Ob man da auch eine ganze Zehnjahreshistorie erhält, weiß Ich allerdings nicht. Ich spiele schon eine Weile mit dem Gedanken, mir das mal zu leisten – nur der Preis schreckt ab. Aber es gibt eine kostenfreie 7-Tages-Testperiode. In 7 Tagen kann man sich ja einige Daten herunterladen…

  18. Mark Obrembalski · 3. Juli 2014, 17:34 · #

    Noch zwei Unternehmen, die von den veröfentlichten Kriterien (was man wegen bähpfui rausnimmt, kann ja jeder sehen, wie er mag):

    Wüstenrot & Württembergische (Allfinanzkonzern um die bekannte Bausparkasse Wüstenrot)

    Rheinland Holding (nicht allzu große Versicherung mit der Familie Werhahn als Großaktionär – oder großem Kleinaktionär?)

  19. Fabian Wulff · 11. Mai 2016, 18:47 · #

    Teilweise sehr starke Unternhemen ! Interessante Liste von Dir !!! Von der Liste halte ich momentan Aktien von fünf Unternehmen:

    Sixt
    Krones
    Isra Vision
    Schloss Wachenheim
    Frosta

    Die Sixt SE stellt meinen neueste Kauf dar. Ich konnte seitdem schon Kursgewinne verzeichnen, erhoffe mir aber noch mehr. Denn das Geschäfts in den USA kommt gerade erst ins Rollen!
    Bei Schloss Wachenheim bin ich mir nicht mehr so sicher. Hast du diese Aktie zufällig auch analysiert und eine Meinung dazu?? Nach zwei Jahren ohne Kursgewinne und eher unterdurchschnittlichen Unternehmenszahlen bin ich mir der Sache nicht mehr so sicher :(
    Isra Vision ist eine sehr interessanter Small Cap, der für mich zudem ein Übernahmekandidat darstellt.

  20. — Michael W. · 24. Mai 2016, 17:24 · #

    Schloss Wachenheim:

    Nur mal ein grober Überblick: Die Sektkellerei hat in den Jahren 2011-2015 insgesamt ca 50 Millionen Euro Jahresüberschuss nach Steuern gemacht. Davon haben sie ca 11,5 Mio als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Grob 20 Millionen haben sie in den Schuldenabbau gesteckt. Für Investitionen im eigentlichen Sinne blieben also nur um die 18 Mio übrig. Die Frage ist nur: Worin sollte die Sektkellerei dieses Geld investieren? Ein solches Unternehmen kann nicht einfach 2 Weinberge irgendwo in der Welt dazukaufen und meinen, dass der eventuell bestehende Markenwert, den die möglicherweise bekannten Marken des Konzerns haben, auf diese dazugekauften Weinberge skalierbar ist. Sinnvoll investieren kann das Unternehmen meiner Ansicht nach nur in eine Verbesserung der Produktivität. Herauszufinden ob es das tut (oder das Geld verschleudert wird) ist die Aufgabe des Value Investors.

(optional, wird nicht veröffentlich)
(optional)

 

Spam, Werbung etc. wird zeitnah gelöscht. Versuch es garnicht erst!